Draxler ist der Gewinner des Schalker Trainingslagers

+
Julian Draxler ▪

BELEK ▪ Außerhalb des Fußballplatzes hat sich der schlaksige junge Mann in seine Rolle als Frischling gefügt. Brav hilft Julian Draxler nach Trainingsschluss, die Gerätschaften zusammen zu sammeln, artig trägt er die Getränkebox zum Bus.

So, wie es sich seit Generationen von Fußball-Mannschaften für diejenigen, die noch feucht hinter den Ohren sind, gehört. Doch wer Julian Draxler während des Trainings oder der Testspiele des FC Schalke 04 auf dem Platz sieht, kann schnell erkennen, dass dieser Schlaks bald selbst seine Wasserträger haben wird. Felix Magath schwärmt: „Er ist ein außergewöhnliches Talent. So einen Spieler hat man nicht alle Tage. Beeindruckend aber auch, mit welchem Selbstbewusstsein er auftritt unter den Profis, die er bislang nur aus dem Fernsehen kannte.“

Da ist es ganz gut, dass der 17-jährige Gladbecker aus einer Familie stammt, die laut Magath „durch und durch Schalke ist“. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte der Trainer erstmals Kontakt zu den Eltern aufgenommen, nachdem deren Sohn zwei Probetrainings-Einheiten bei der Profis absolviert hatte. Draxler, der seit der F-Jugend für Schalke spielt, war zunächst A-Jugend-Coach Norbert Elgert und dann Co-Trainer Seppo Eichkorn aufgefallen. „Alle waren von ihm begeistert“, erinnert sich Magath, „und auch ich war überrascht und angetan.“

Morgen könnte Julian Draxler der bislang jüngste Schalker Bundesliga-Spieler werden und damit Rüdiger Abramczik ablösen, der bei seinem Debüt als 17-Jähriger im Jahre 1973 drei Monate älter war. „Er kann sich große Chancen ausrechnen, am Samstag im Kader zu stehen“, sagt Felix Magath zum Abschluss des Trainingslagers im türkischen Belek, dessen großer Gewinner ohne Zweifel Draxler ist. Der offensive Mittelfeld-Spieler überzeugte bei seinen Einsätzen in den drei Testspielen und im Training. Und Magath ist sich sicher, dass er die Schwächen im zentralen Schalker Spiel ausmerzen kann. „Wir entwickeln aus dem Mittelfeld nicht genügend Zug zum Tor. Julian hingegen strahlt eine große Zielstrebigkeit nach vorne aus“, sagt Magath. Konditionell müsse sich der 1,83 Meter große Draxler zwar noch „weiter entwickeln“, ergänzt der 57-jährige Coach. Doch aufgrund seiner technischen Fertigkeiten sei er „ja bereits jetzt in der Lage, mit den Profis mitzuhalten“. Magath möchte Draxler deshalb bereits fördern und so schnell wie möglich in den Lizenzspieler-Kader aufnehmen: „Die Familie sollte sich Gedanken machen, ob und inwieweit man bereit ist, dass Julian stärker auf die Karte Fußball setzt, und überlegen, die schulische Laufbahn zu unterbrechen. Es kann gar nicht anders sein, als dass dieser Junge Bundesliga-Spieler wird.“ Und Magath ist sich sicher: „Julian macht sehr viel Spaß. Diesen Spaß werde nicht nur ich haben, sondern auch unsere Fans.“

JENS GREINKE

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare