Dramatisches Heldenstück der Schalker gegen die Hertha

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Gelsenkirchen - Während Max Meyer körperlich unversehrt aus der Mannschaftskabine kam, sah Erwin zwar glücklich, aber auch ein wenig bemitleidenswert aus.

Das Schalker Vereinsmaskottchen schlappte mit grasgrünen Knien durch die Mixed Zone. Spuren einer selbst für blauweiße Verhältnisse ekstatischen Jubelorgie in der Nachspielzeit, in deren Verlauf man sich um den 1,73 Meter großen Max Meyer ernsthaft hatte Sorgen machen müssen.

Der Schalker Nachwuchsspieler war in der 92. Minute in etwa so gefeiert worden, als habe er gerade das Siegtor in einem Champions-League-Finale geschossen. Als Meyer nach mal wieder unwiderstehlicher Vorarbeit von Leroy Sané den Ball zum 2:1 über die Linie des Tores von Hertha BSC gedrückt hatte, war es in der Arena zu einem kollektiven Ausraster gekommen.

Die gesamte Schalker Bank rannte – angeführt von einem geradezu kloppoesk losstürmenden Trainer André Breitenreiter – in Richtung Meyer, der von einer königsblauen Menschentraube in der Nähe der Eckfahne geradezu erdrückt wurde. Und wo sich schließlich auch Maskottchen Erwin im Jubelrausch das Kostüm verschmutzte. Die Reinigungskosten der etwas unhandlichen Textilie wird der Verein in diesem Falle sicherlich gerne übernehmen.

FC Schalke besiegt Hertha BSC knapp mit 2:1

Horst Heldt hatte die Szenerie aus der Vorstandsloge in der Haupttribüne verfolgt. „So eine Inbrunst und Ausgelassenheit habe ich hier selten erlebt“, sagte der Schalker Manager nach dem Schlusspfiff, ohne dabei bereits eine gewisse Wehmut durchklingen zu lassen. Denn die Zeichen stehen auf Abschied für den 45-Jährigen, seine Ablösung durch Christian Heidel scheint immer wahrscheinlicher (siehe „Im Fokus“). Dennoch fühlte sich Heldt in diesem Moment von großem „Stolz“ erfüllt.

Ähnliche Gefühle hatten auch Max Meyer beschlichen, der seine Woche nach seinen guten Auftritten in der deutschen U21 mit einem hervorragenden Spiel im Schalker Trikot krönte. „So spät habe ich noch nie ein Tor geschossen“, sagte der 20-Jährige, der sich damit aber auch selbst belohnte. Denn Meyer war in dieser aus Schalker Sicht zähen Partie der beste Mann im blauweißen Trikot gewesen.

„Wir haben diesen Siegtreffer erzwungen“, meinte ein nicht weniger glücklicher Benedikt Höwedes. Der Schalker Kapitän war nach seiner schweren Sprunggelenksverletzung erstmals wieder von Anfang an in einem Bundesliga-Spiel aufgelaufen und hatte prompt den Führungstreffer nach einer maßgenauen Ecke von Johannes Geis (27.) erzielt.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schalker bereits in Überzahl agiert, nachdem Vedad Ibisevic nach einem üblen Tritt gegen Meyer an der Seitenauslinie von Schiedsrichter Marco Fritz des Feldes verwiesen worden war (18.). Während diese Entscheidung noch vertretbar war, hinterließ der Unparteiische aus Korb keinen nachhaltig positiven Eindruck. Was sich auch nach dem Spiel nicht änderte, als er plötzlich lediglich mit engem Slip und Oberhemd bekleidet durch die Kabinenflure lief. Fritz gab an diesem Tage viele Rätsel auf.

Nach dem Platzverweis taten sich die Gastgeber extrem schwer, auch, weil sich die Hertha extrem zurückzog und fortan auf Konter setzte. Einen dieser Gegenstöße hatte der listige Salomon Kalou in der 73. Minute per Kopf zum 1:1 genutzt. „In manchen Situationen waren wir etwas fahrlässig. Aber ich will nicht zu negativ werden“, sagte ein letztlich milde gestimmter Benedikt Höwedes.

Quelle: wa.de

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