Eine Woche nach der Entlassung

Tedesco äußert sich zum Schalke-Aus: Das sagt der Ex-Coach

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Nach der 0:7-Klatsche bei Manchester City war die Zeit für Domenico Tedesco auf Schalke abgelaufen. Nun hat der 33-Jährige sich erstmals zu seiner Entlassung geäußert.

Knapp eine Woche ist es nun her, dass Domenico Tedesco als Cheftrainer des FC Schalke 04 entlassen wurde. Nun hat sich der 33-Jährige zum ersten Mal zu seinem Ende auf Schalke geäußert.

Gelsenkirchen - Lange hatten die Verantwortlichen an ihm festgehalten, doch die bittere 0:7-Pleite im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Manchester City war zu viel: Am vergangenen Donnerstag zog Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider einen Schlussstrich und entband Domenico Tedesco von seinen Aufgaben. Knapp eine Woche danach hat sich der Deutsch-Italiener zum ersten Mal zu seiner Entlassung geäußert.

"Für mich war das natürlich sehr emotional. Der Verein, die Menschen in diesem Verein und die Fans sind mir wahnsinnig ans Herz gewachsen", erklärte Tedesco. Zwei Tage nach der Klatsche in Manchester hatte er am Vormittag noch das Training in Gelsenkirchen geleitet, am frühen Abend gab der Verein dann bekannt, dass der 33-Jährige freigestellt und durch Huub Stevens und Mike Büskens ersetzt wird.

Schneider gab Tedesco falsches Versprechen

"Ich habe schon registriert, wie schwer diese Entscheidung hier allen gefallen ist. Ich vergesse nicht, wie mir Clemens Tönnies, Alexander Jobst, Peter Peters, aber auch Christian Heidel und andere in der Vergangenheit immer wieder den Rücken gestärkt haben. Ebenso war der Umgang mit Jochen Schneider immer sehr offen und fair", sagte Tedesco.

Allerdings, so berichtete der neue Schalker Sportvorstand im Interview mit der Sport Bild, hatte der auch aus seiner Sicht "absolut faire und transparente Austausch" mit dem Ex-Trainer einen kleinen Makel: Demnach habe es unmittelbar nach dem Manchester-Spiel ein Gespräch mit Tedesco gegeben, in dem es noch geheißen habe, dass der Deutsch-Italiener auch im Spiel gegen Leipzig auf der Bank sitzen solle. "Einen Tag später habe ich anders entschieden. Die Stimmung insgesamt war am Donnerstagmorgen in allen Bereichen so niedergeschlagen, dass ich das Gefühl bekam, wir müssen sofort handeln", sagte Schneider der Sport Bild.

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Manchester-Pleite "hat brutal wehgetan"

Niedergeschlagenheit gab es nach der Pleite in England auch bei Tedesco: "Das 0:7 in Manchester hat brutal wehgetan." Dennoch betont er: "Trotzdem haben wir bis zu dieser Partie eine gute Champions-League-Saison gespielt - und auch im Pokal waren wir im Soll. In der Liga haben wir es aber leider überhaupt nicht so hinbekommen, wie wir uns das alle gewünscht hätten. Die Situation dort ist absolut unbefriedigend. Da gibt es auch nichts schönzureden."

Beim Heimspiel gegen RB Leipzig dankten die Fans Tedesco mit einem Banner für seine Arbeit.

Mittlerweile haben Huub Stevens und Mike Büskens das Zepter übernommen und versuchen mit allen Mitteln, den drohenden Abstieg zu verhindern. Ihr Vorgänger ist optimistisch, dass das auch gelingt: "Die Mannschaft hat in Bremen und gegen Leipzig gezeigt, dass sie lebt. Wenn sie daran anknüpft, wird sie mit Sicherheit die nötigen Punkte holen. Ich werde weiter mitfiebern und die Daumen drücken", erklärte Tedesco.

"Es war mir eine Ehre"

Man merkt seinen Aussagen deutlich an, dass Schalke für den 33-Jährigen nicht nur ein Arbeitgeber war. "Es war mir eine Ehre, auf Schalke Trainer gewesen sein zu dürfen. Ich habe das bis zum letzten Tag als riesiges Privileg empfunden", sagte Tedesco. Er habe auch in schweren Zeiten eine große Unterstützung erfahren - von den Verantwortlichen im Club, aber auch von den Fans. "Das war alles andere als selbstverständlich." Die Schalker Anhänger hatten beim Heimspiel gegen Leipzig ihrem ehemaligen Coach mit einem Banner ihren Dank ausgesprochen.

Seine Zeit in Gelsenkirchen verbindet der Deutsch-Italiener vor allem mit positiven Erlebnissen: "Die erste Saison mit der Vizemeisterschaft, die Erfolge in der Champions League und Spiele wie das 4:4 in Dortmund werden mir immer in Erinnerung bleiben. Ich bin sehr dankbar, dass wir das zusammen erleben durften."

"Wünsche Schalke 04 von Herzen das Beste"

Bevor Tedesco sein Amt im Juli 2017 angetreten hatte, habe er viel vom schweren Umfeld auf Schalke gehört. "So habe ich das aber nie empfunden, ganz im Gegenteil." Auch mit den Medien, zu denen dem Klub ein spezielles Verhältnis nachgesagt wird, sei es immer ein "sehr gutes, offenes und faires Miteinander" gewesen, meinte Tedesco, der über seinen Ex-Verein kein schlechtes Wort verliert. Im Gegenteil: "Ich wünsche Schalke 04, den Fans, den Verantwortlichen, allen, die für diesen Verein arbeiten, von ganzem Herzen nur das Beste für die Zukunft." Und wer weiß, vielleicht kreuzen sich die Wege des Klubs und des Deutsch-Italieners irgendwann erneut.

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Quelle: wa.de

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