In der Kritik

Wagner spaltet Schalker Klubführung: Druck auf einen Trainer war vor einer Saison nie größer

Die Personalie David Wagner polarisiert auf Schalke. Nun gab es einen Streit in der Führungsetage. Der Trainer steht gewaltig unter Druck bei S04.

  • Schalkes Trainer David Wagner steht bereits vor dem Saisonstart gewaltig unter Druck.
  • In der Schalker Führungsetage gab es wohl bereits einen heftigen Streit wegen des Coaches.
  • Noch genießt Wagner das Vertrauen auf Schalke. Das könnte sich jedoch schnell ändern.

Hamm - David Wagner steht weder in der Pflicht, einen Titel zu gewinnen. Noch muss er sich mit einer möglicherweise umgekrempelten Schalker Mannschaft für das internationale Geschäft qualifizieren. Dennoch war der Druck auf einen Trainer vor einer Saison wohl nie größer.

NameDavid Wagner
Geboren19. Oktober 1971, Geinsheim, Trebur
Ehemalige PositionStürmer
Aktueller VereinFC Schalke 04

Erst der Traum von der Champions League, dann eine Bilanz, die den Gelsenkirchener Traditionsklub so schlecht da stehen lässt wie noch nie. Schalkes Trainer David Wagner wurde nach der vergangenen Hinrunde als neuer Heilsbringer, als lang vermisstes Puzzleteil an der Seitenlinie bezeichnet. Ein halbes Jahr später hat man die rosarote Brille auf Schalke abgelegt. Wagner darf dennoch weiter machen - das passt wohl nicht jedem im Verein.

Der Blick geht nach vorne. Beim FC Schalke 04 will man die vergangene Saison so schnell wie möglich abhaken. Nachdem Wagner die Trümmer-Truppe aus der Saison 2018/19 zu einer Einheit formte, die lange die europäischen Plätze anvisierte, zerfiel der Schalker Kader zurück in seine Einzelteile. Geht es nach dem Kader-Planer Michael Reschke, so wäre Wagner wohl nicht mehr Trainer von Schalke 04.

Schalke 04: Streit in S04-Führungsetage wegen Trainer David Wagner

Nach Angaben der Bild soll es ganz schön geknallt haben in der Führungsetage von Königsblau. Seit 16 Spielen sind die Knappen sieglos. Bei der Frage, wer daran Schuld trägt, stellte sich Reschke klar kontra Wagner, heißt es. Aus dem bezeichneten „Glücksgriff“ im Winter wurde ein vermeintlicher Fehlgriff. Zu sehr habe ihm die Körpersprache des Trainers nach der Coronavirus-Pause missfallen.

Mittlerweile schauen Sascha Riether (v.l.), David Wagner, Jochen Schneider und Michael Reschke ernster drein.

Die Spieler hätten „emotional tot“ gewirkt, als sie sich den zehn Niederlagen in der Rückrunde schlichtweg hingegeben hatten. Zum Vergleich: In der Hinserie ging die Elf von Trainer David Wagner lediglich dreimal als Verlierer vom Feld. Sportvorstand Jochen Schneider jedoch stellte sich vor den Schalker Coach und betonte immer wieder, Wagner sei ein guter Trainer. „Wenn ihm eine gute Mannschaft zur Verfügung steht, lässt er guten Fußball spielen“, sagte der 49-Jährige.

Streit auf Schalke: Der Druck auf einen Trainer war vor der Saison wohl nie größer

Nicht nur geht es für David Wagner ab dem 18. September zum Bundesliga-Start darum, der endlos langen Sieglos-Serie ein Ende zu bereiten. Sondern auch darum, seinen Kritikern zu beweisen, dass die vergangene Hinrunde nicht nur ein positiver Zufall war.

Ein Weiterkommen in der ersten Runde des DFB-Pokals ist ein absolutes Muss für Wagner. Startet Schalke erneut mit einer Niederlagen-Serie, so dürfte sich auch Sportvorstand Schneider schnell auf die Seite des Schalker Kader-Planers gesellen - und Wagners Stuhl nicht mehr nur gewaltig wackeln. Nicht zuletzt, da er möglicherweise die erhoffte Verstärkung in der Sturmspitze erhält. Eben jene, die Wagner im Winter verwehrt blieb - und er deshalb Reschke öffentlich kritisierte.

Rubriklistenbild: © dpa / Guido Kirchner

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