Christian Heidel ist auf dem Sprung nach Schalke

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Der Mainzer Christian Heidel soll offenbar Horst Heldt als Manager ablösen.

Gelsenkirchen/Mainz - Dieses Gerücht kann wohl vorerst nicht mehr gestoppt werden: Der derzeitige Manager des FSV Mainz 05, Christian Heidel, könnte bald den Platz von Horst Heldt einnehmen. Der Zeitpunkt der Spekulationen verwundert aber.

Am Freitag ging Horst Heldt unverdrossen seiner Arbeit nach und verkündete am Mittag eine für Schalker Fans recht frohe Kunde: Torwart Ralf Fährmann, einer der beliebtesten und auch besten Spieler im Schalker Kader, verlängerte seinen Vertrag mit den Königsblauen vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2020. In normalen Zeiten wäre das für Horst Heldt ein glänzender Arbeitsnachweis.

Aber was ist auf Schalke schon je normal gewesen. Die aus Vereins-Sicht gute Nachricht wurde am Freitag von einem Gerücht überlagert, dass in dieser Woche aufgekommen war und das vorerst wohl selbst dann nicht mehr gestoppt werden könnte, wenn Horst Heldt Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi verpflichten würde: Nämlich, dass der derzeitige Manager des FSV Mainz 05, Christian Heidel, bald den Platz des 45-Jährigen einnehmen wird.

Angeblich soll Heidel bereits ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegen – den der ehemalige Autohaus-Besitzer nur noch unterzeichnen müsse, um den gelernten KFZ-Mechaniker Heldt in Gesenkirchen abzulösen.

In diesem Wechsel würde viel Ironie stecken. Denn Heldt hat sich seit seiner Amtsübernahme im Jahre 2011 stets selbst gerne beim FSV Mainz bedient. Eric Maxim Choupo-Moting, Adam Szalai oder erst in diesem Sommer Johannes Geis – die Geschäftsbeziehungen Heldts zu den Rheinhessen waren stets intensiv – auch in die andere Richtung. So waren beispielsweise Tim Hoogland, Lewis Holtby oder Christian Clemens von Gelsenkirchen nach Mainz gewechselt.

Zeitpunkt der Spekulationen verwundert

Was etwas verwundert, ist allerdings der Zeitpunkt der Spekulationen. Heldt stand noch in der vergangenen Saison zurecht in der Kritik und wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden und verkappten Klubchef Clemens Tönnies aufgefordert, Leistung zu bringen. Heldt versprach daraufhin bei der Mitgliederversammlung im Juni: „Ich werde alles tun, dass es besser wird.“ Woraufhin Tönnies entgegnet hatte: „An diesen Worten wirst du dich messen lassen müssen, Horst!“

Und tatsächlich gelang Heldt – nicht zuletzt durch die Verpflichtung von Trainer André Breitenreiter, der Umschwung. Die Mannschaft startete so gut wie selten in die neue Saison und zeigt vor allem jenen Malocher-Fußball, mit dem sich der Schalker Anhang identifizieren kann: enthusiastisch und leidenschaftlich.

Doch Heldts Vertrag läuft am Ende der Saison aus, und Tönnies wird sich bald entscheiden müssen. Als es in der vergangenen Saison nicht so gut lief, streckten die Schalker bereits die Fühler nach Mönchengladbachs Max Eberl und Bayerns Michael Reschke aus, holten sich aber bei beiden einen Korb.

Dass Tönnies nun die Augen offen hält, ist verständlich. Und das sein Blick in Richtung Mainz geht, ebenfalls. Der hemdsärmlige, aber gewiefte Heidel hat sich bei den Rheinhessen einen formidablen Ruf erarbeitet, er gilt als relativ abgezockt und hellwach auf dem Transfermarkt.

Transferbilanz von Heidel überragend

Obwohl die Mainzer in den vergangenen Jahren am Ende der Saison meist einen gewaltigen personellen Aderlass zu verkraften hatten, zauberte Heidel stets neue Talente aus dem Hut. Seine Transferbilanz ist überragend. Für den ehemaligen Mainzer Trainer Jürgen Klopp ist die Verhandlungskunst Marke Heidel sowieso einmalig: „Spieler, die eigentlich zu Real Madrid wollten, konnten sich nach einem Gespräch mit Christian gar nicht gegen Mainz entscheiden“, sagte „Kloppo“ über seinen guten Freund. Heidel hatte Klopp 2001 vom damals verletzten Mainzer Profi zum Cheftrainer befördert. Auch Thomas Tuchel, dem aktuellen Coach von Borussia Dortmund, öffnete er auf ähnliche Weise das Tor ins Trainergeschäft.

Für Horst Heldt wird viel davon abhängen, wie erfolgreich die kommenden Wochen verlaufen werden. Das 0:3 gegen den 1. FC Köln am vergangenen Spieltag war ein erster herber Rückschlag, heute kommt mit Hertha BSC (15.30 Uhr) ein weiterer unangenehmer Gegner in die Arena. Aufmunterung erhielt Heldt in dieser Woche von seinem Trainer: „Wenn wir erfolgreich sind, regeln sich manche Dinge von ganz allein“, sagte Breitenreiter und versprach: „Wir sind auf die Hertha gut vorbereitet.“

Quelle: wa.de

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