Chelsea-Pleite schwere Kost vor Derby

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Die Schultern hängen derzeit etwas tief: Schalkes Außenverteidiger Atsuto Uchida nach dem Schlusspiff.

GELSENKIRCHEN - Die Statistiken der Uefa sind meist unbestechlich, und so sah man mit Erstaunen auf die Blätter mit Zahlen und Fakten: Für Chelsea waren am Dienstagabend gerade einmal vier Schüsse auf das Schalker Gehäuse, aber auch drei Tore gezählt worden.

Von Jens Greinke

Dass die Engländer die Partie am Ende mit 3:0 (1:0) gewonnen hatten, legte eine erbarmungslose Effizienz offen. Zumal der vierte mögliche Treffer auch nur knapp vom Lattenkreuz verhindert worden war.

Der 18-jährige Schalker Jungstar Max Meyer traf nach dem Schlusspfiff die passendste Analyse, messerscharf geführt wie ein Beweis in einer Mathe-Leistungskurs-Klausur: „Chelsea hat es clever gemacht: Sie haben uns spielen lassen und haben eiskalt zugeschlagen, wenn wir Fehler gemacht haben“, sagte Meyer, der selbst einen dieser Patzer beigesteuert hatte.

Sein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung in der 69. Minute hatte das 0:2 durch Fernando Torres eingeleitet. Torres hatte bereits in der fünften Spielminute nach einer Ecke die 1:0-Führung besorgt. Das 3:0 war durch Eden Hazard in der 87. Minute gefallen – und letztlich mindestens ein Treffer zu viel.

Meyer wurde nachher übrigens von Schalke-Manager Horst Heldt in Schutz genommen: „Es ist ihm verboten, über solche Fehler nachzudenken, sonst ändert er sein Spiel“, sagte Heldt. Das klare Ergebnis gaukelte am Dienstag eine Überlegenheit der Engländer vor, die faktisch jedoch nicht unbedingt zu erkennen gewesen war. Auch José Mourinho gab zu, dass Schalke insbesondere in der Schluss-Viertelstunde der ersten Halbzeit enormen Druck ausgeübt hatte.

Die Schalker 0:3-Niederlage in Bildern

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"Da hatten wir eine schwierige Phase, da war Schalke wirklich dominant“, sagte der Portugiese, der sich aber auf seine defensiv bestens geschulte Mannschaft verlassen konnte. Die Engländer standen extrem eng und ließen den Schalkern kaum Luft, sich zu entfalten. Zumal den Gastgebern aufgrund der vielen Ausfälle auch die ein oder andere Inspirationsquelle gefehlt hatte.

Zwar war Kevin-Prince Boateng nach seiner Knie-Behandlung ins Team zurück gekehrt, doch konnte er aufgrund seines Trainingsrückstandes kaum Impulse setzen. Auch der Umstand, dass Trainer Jens Keller ihn als einzige Spitze aufgeboten hatte, brachte unter dem Strich nicht viel.

„Das hatten wir gemacht, um ihn kräftemäßig zu schonen. Aber Kevin hatte bereits in der Halbzeit geäußerst, dass er platt sei“, sagte Keller, der den gebürtigen Berliner nach 70 Minute auswechselte.

Während sich die Auswirkungen in der Champions-League-Tabelle der Gruppe E für Schalke noch in Grenzen hielten (Keller: „Wir stehen immer noch gut da“), graut es so manchem Schalker Anhänger schon vor dem kommenden Samstag, wenn Borussia Dortmund in die Arena kommt.

„Wir werden unsere Lehren daraus ziehen. Klar hätten wir lieber ein Erfolgserlebnis gehabt, aber ein Derby hat seine eigenen Gesetze. Da werden wir nicht mehr an das Spiel gegen Chelsea denken“, versuchte Julian Draxler, Mut zu versprühen.

Quelle: wa.de

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