Champions League Achtelfinale:

Keller nach Niederlage gegen Real: "Ralf war Weltklasse"

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Ralf Fährmann.

MADRID - Als die gut 6000 Schalker Fans oben in ihren Blöcken im dritten und vierten Rang des Bernabeu-Stadions auf ihr Recht pochten und riefen „Wir wollen die Mannschaft sehen“, war nur noch einer zur Stelle. Doch das war an diesem Abend, ehrlich gesagt, keine Überraschung.

Von Jens Greinke

Ralf Fährmann ging noch einmal in Richtung Kurve, applaudierte den Anhängern und zeigte auch nach dem Schlusspfiff einen ähnlichen Instinkt wie zuvor auf dem Platz, als er gehalten hatte, was zu halten war. Die Fans dankten es Fährmann, indem sie sangen: „Raa-aalf Fährmann!“ Dass der Schalker Keeper am Ende dieses Tages drei Gegentore kassiert hatte, kümmerte letztlich nur diejenigen Journalisten, die für Fußballer Noten vergeben müssen und damit haderten, dass es deshalb eigentlich nicht den Höchstwert, die „1“ geben könne. Andere waren da generöser. Wie Schalke-Trainer Jens Keller, der schlicht sagte: „Der Ralf war Weltklasse.“ Was wahrscheinlich auch der Rechtsanwalt von Uli Hoeneß nicht angefochten hätte.

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Horst Heldt war von der Leistung des Tormanns ähnlich ergriffen wie der Trainer und erging sich in Elogen auf den 25-jährigen Fährmann, der bei der 1:3 (1:1)-Niederlage der Schalker jenes Niveau erreichte, das ansonsten nur beim Gegner zu bewundern war. Allen voran Cristiano Ronaldo. Der Portugiese scheint in der Form seines Lebens, gegen Schalke gelangen ihm Treffer 12 und 13 in der laufenden Champions-League-Saison. Das dritte Tor hatte Alvaro Morata beigesteuert, der Meldungen zufolge im Sommer zum VfL Wolfsburg wechseln soll. Zudem überholte Ronaldo in Reals Vereinsgeschichte mit nunmehr 242 Toren den legendären Ferenc Puskas. Auch Grund genug für Horst Heldt, alte Vorurteile zur revidieren: „Ich muss meine Meinung über ihn ändern. Das steckt soviel Arbeit dahinter. Er ist schnell, er ist toptrainiert und nie verletzt. Er ist einfach großartig.“

Weniger famos fanden die spanischen Medien Schalkes Außenverteidiger Sead Kolasinac, der in manchen Kommentaren als „Güterzug“ oder „Elefant im Porzellanladen“ bezeichnet wurde. Kolasinac war nach einem robusten, aber fairen Zweikampf in der 2. Minute auf das Knie von Jese gefallen, wodurch sich der 21-Jährige Jungstar einen Riss des hinteren Kreuzbandes zuzog.

Auch die Schalker, die durch einen abgefälschten Schuss von Tim Hoogland zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gekommen waren, hatten eine bittere Verletzung zu beklagen. Benedikt Höwedes zog sich zum wiederholten Male einen Muskelfaserriss zu und wird den Schalker einige Wochen fehlen. Der Kapitän war in der 59. Minute vom Platz gehumpelt und hatte den Rest des Spieles mit versteinerter Miene verfolgt. „Das ist natürlich ganz bitter“, sagte Heldt: „Für Benny und auch für die Mannschaft.“ Cheftrainer Jens Keller muss somit aktuell auf neun Spieler verzichten, insbesondere in der Innenverteidigung wird es eng. „Es ist der Wahnsinn, was wir zu verkraften haben“, sagte Heldt.

Nachdem sich die Mannschaft nach dem 1:6-Desaster im Hinspiel „mit Anstand aus der Königsklasse verabschiedet hat“ (Jens Keller), ist es laut Heldt „eine Herausforderung“, auch im Liga-Alltag wieder ansprechende Leistungen zu zeigen. Am Samstag empfangen die Blauweißen Abstiegskandidat Eintracht Braunschweig, für Heldt ein „echtes Kontrastprogramm“.

Quelle: wa.de

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