Blackout in Minute 31

Hildebrands Patzer leitet zweite 0:3-Packung ein

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Ganz bitter: Timo Hildebrand ermöglichte mit seinem Patzer Samuel Eto‘o den 1:0-Führungstreffer.

LONDON - Passend zum Ausflug auf die Insel hat Timo Hildebrand mit einer tragikomischen Einlage, die der Engländer mit Slapstick bezeichnen würde, die zweite Niederlage gegen den FC Chelsea eingeleitet. Nach dem 0:3 im Hinspiel vor zwei Wochen kassierte das Team von Trainer Keller auch an der Stamford Bridge ein 0:3 (0:1) und muss in der Champions-League-Gruppenphase ums Weiterkommen bangen.

Von Jens Greinke

„Vom Gefühl her, gehe ich davon aus, dass es bis zum letzten Gruppenspiel dauern wird“, hatte Horst Heldt vor der Partie geunkt, auch wenn der Schalker Manager darauf gehofft hatte, „doch etwas mitnehmen zu können“ aus London. Nun müssen die Schalker in den verbleibenden Spielen bei Steaua Bukarest und gegen den FC Basel versuchen, den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen.

Timo Hildebrand verließ mit knirschenden Zähnen den Platz, nachdem ihm wohl einer seiner größten Patzer seiner Karriere widerfahren war. Der Schalker Keeper, der zuletzt beim 2:0 bei Hertha BSC seine Mannschaft den Sieg gerettet hatte, musste sich an der Stamford Brigde anlasten lassen, dass er seine Mannschaft auf die Verliererstraße gebracht hatte. Nachdem die Schalker überraschend forsch und durchaus chancenreich in das Spiel gestartet waren, brachte der Blackout Hildebrands nach 31 Minuten den zu diesem Zeitpunkt unverdienten Rückstand.

Schalkes zweite 0:3-Niederlage gegen Chelsea in Bildern

Schalkes zweite 0:3-Niederlage gegen Chelsea in Bildern

Hildebrand ließ sich bei einem Abschlag soviel Zeit, dass Samuel Eto‘o nahe genug heran sprinten konnte, um einen Pressschlag zu provizieren: Vom Fuß des Kameruners trudelte der Ball zum Schrecken der rund 4000 mit gereisten Schalker Fans ins Netz. Hildebrand schlug die Hände vors Gesicht und musste fortan mit dem Hohn und Spott der Chelsea-Anhänger leben, die bei jedem Ballkontakt des Schalker Tormanns demonstrativ aufstöhnten.

Vor diesem Lapsus hatte das Schalker Team den eindeutig besseren Eindruck hinterlassen. Aggressiv in der Vorwärtsbewegung erzwangen sie früh einige gefährliche Torszenen. So verpassten der erneut hoch motivierte Julian Draxler (5.) und Adam Szalai (6.) kurz hintereinander mit Schüssen aus jeweils 16 Metern das Ziel nur knapp. Und auch für Hildebrand schien es zuächst ein gelungener Abend zu werden, als er in der 20. Minute einen gefährlichen Freistoß vom Ex-Leverkusener Andre Schürrle entschärfte.

Die Führung war für die Star-Truppe von Mourinho die perfekte Ausgangslage, ihr abwartendes Konterspiel aufzuziehen. In der 52. Minute war zwar noch einmal kurz Schalker Gegenwehr aufgeflackert, als Draxler Chelsea-Keeper Petr Cech zu einer Glanzparade zwang. Doch nur zwei Minuten später enteilte Willian Schalkes Abwehrspieler Christian Fuchs, passte zu Eto‘o, der mit seinem zweiten Treffer das 2:0 markierte. Demba Ba machte mit dem 3:0 alles klar (83.)

„Bei uns haben sich Fehler eingeschlichen. Den ersten Gegentreffer legen wir uns selbst rein. Bis zum 0:1 hatte Chelsea ja keine Chance, bis dahin haben wir es richtig gut gespielt“, ärgerte sich Schalkes Jermaine Jones nach dem Abpiff.

Quelle: wa.de

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