Nach dem Wechsel vom Erzfeind

Ex-Dortmunder Santana will mit Schalke "Titel gewinnen"

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Felipe Santana in Donaueschingen.

DONAUESCHINGEN - Auf dem Platz kennt er selten Spaß, im Training sind seine strengen Kommandos weithin zu hören. Mit tiefer Stimme und viel Nachdruck dirigiert Felipe Santana seine Mitspieler in der Abwehr. Jens Keller steht am Spielfeldrand und blickt zufrieden.

Aus Donaueschingen berichtet Jens Greinke

„Felipe ist sehr präsent und redet viel – das gefällt mir sehr gut“, sagt der Schalke-Trainer. Wohl selten ist ein Neuzugang, der vom Erzfeind Borussia Dortmund zum FC Schalke 04 gewechselt ist, so schnell assimiliert worden. Der öffentliche Aufschrei hielt sich in Grenzen, als der Transfer des brasilianischen Innen-Verteidiger vor wenigen Wochen publik wurde. Beim Trainingsauftakt in Gelsenkirchen erhielt der schlaksige Santana sogar Begrüßungsgeschenke von den Schalker Fans.

Felipe Santana in Donaueschingen.

Ressentiments? Bislang Fehlanzeige. Lediglich einige wenige BVB-Fans zeigten sich über seinen Wechsel bitter enttäuscht und sendeten über die sozialen Medien die scheinbar unverzichtbaren Beleidigungen. „Das sind aber Dinge, die ich gut einschätzen kann“, sagt Santana: „Ich habe in meiner Zeit dort alles gegeben. Und die Freundschaften, die ich dort geschlossen habe, bleiben bestehen.“ Beim BVB galt der Brasilianer zuletzt als der wohl beste „Einwechsel-Innenverteidiger“ der Liga. Die Konkurrenz mit Mats Hummels und Neven Subotic auf dieser Position war jedoch zu stark, Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gab dem 27-Jährigen nur wenig Einsatzzeiten. Dennoch war auf Santana stets Verlass. Wie im Viertelfinale der Champions League, als ihm in der Nachspielzeit der Last-Minute-Treffer gegen den FC Malaga gelang, der dem BVB den Einzug ins Halbfinale sicherte.

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Seine Verdienste für den BVB, aber auch sein aufgeschlossenes und sympathisches Auftreten sorgen mit dafür, dass sich in Dortmund die Kritik am Wechsel nach Schalke in Grenzen hält. Nach fünf Jahren Borussia Dortmund, zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg sucht er ein paar Kilometer westlich nun die nächsten Herausforderung – und vor allem die Chance, seinen großen Traum zu erfüllen. „Ich möchte sehr gerne bei der Weltmeisterschaft 2014 für die brasilianische Nationalmannschaft auflaufen“, sagt Santana, der bislang noch keine Berufung in den Selecao erhalten hat. Aber auch hier ist die Konkurrenz auf seiner Position riesig: Thiago Silva, David Luiz und nicht zuletzt Bayerns Dante genießen derzeit das Vertrauen von Nationalcoach Felipe Scolari.

Doch Santana will den Kampf annehmen. „Schalke ist mit Bayern und Dortmund einer der großen Klubs in der Bundesliga. Hier kann ich meine persönlichen Ziele erreichen“, sagt Santana. Dazu gehöre es auch, „ein paar Titel zu gewinnen“. Vorher muss sich der 27-Jährige aber auch dem internen Wettbewerb auf auf Schalke stellen: Mit Benedikt Höwedes, Joel Matip oder dem derzeit verletzten Kyriakos Papadopoulos ist die Konkurrenz auch hier nicht ohne.

Ach, übrigens: Was ist eigentlich der größte Unterschied, den Felipe Santana bislang zwischen dem BVB und Schalke 04 festgestellt hat? „Nur die Farben“, sagt der 27-Jährige und setzt sein breites, sympathisches Grinsen auf.

Quelle: wa.de

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