Nach 0:3 in Frankfurt

Bleierne Zeiten: Schalke 04 vor einem  königsgrauen Winter

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Königsgrauer S04: Alessandro Schöpf (von links), Weston McKennie und Amine Harit nach dem 0:3 in Frankfurt.

Breel Embolo und Mark Uth haben sich verletzt und das Programm des FC Schalke 04 bis zur Winterpause ist anspruchsvoll.

Gelsenkirchen - Die Stimmung war sehr bleiern, als die Schalker am Sonntagabend von ihrem erfolglosen Trip nach Frankfurt zurückkehrten. Das 0:3 bei der Eintracht war gefühlt ein erneuter Schlag in die Magengrube oder sogar noch eine Etage tiefer gewesen. Dazu die Verletzung von Mark Uth und die unbefriedigende Perspektive für Trainer Domenico Tedesco, in den nächsten zwei Wochen wegen der Länderspielpause nur mit einem Rumpfkader arbeiten zu müssen. Das aufkommende Knurren der eigenen Fans hatte die Sache auch nicht besser gemacht.

Sportvorstand Christian Heidel hatte die ersten Minuten nach dem Schlusspfiff wie die Schalker Anhänger ebenfalls erst einmal in einer gewissen Schockstarre zugebracht. „Ich bin auch erst einmal fünf Minuten auf der Bank sitzen geblieben“, stufte er das Verhalten der eigenen Anhänger als „völlig normal“ ein. Diese hatten, als die Mannschaft in ihre Kurve gekommen war, größtenteils schweigend und anklagend dagestanden.

Die Frage wird nun sein, wie die jetzt schon als relativ vermurkst einzustufende Saison vom eigenen Anhang eingeschätzt wird. Werden sich die Fans einigermaßen fatalistisch dem Schicksal beugen, dass der Bundesliga-Alltag in dieser Spielzeit wohl eher ein königsgrauer werden wird? Oder werden sie irgendwann doch aufbegehren?

Tedesco glaubt nicht an Stimmungsumschwung

Tedesco hat sich durch die erfolgreiche vergangene Saison, aber auch durch seine sehr empathische und sympathische Art eine enorme Bonität erworben. Dass die Stimmung nun kippt, glaubt der 33-Jährige nicht. „Die Gefahr sehe ich nicht. Aber es ist legitim und passt auch, wenn die Fans, die sonst wie eine Eins hinter uns stehen, auch mal kritisch sind nach einem 0:3. Das ist normal.“

Heidel macht sich "nichts vor"

Auf die Frage, wie ernst die Lage sei, entgegnete Heidel: „Ich hoffe, dass es da keine zwei unterschiedlichen Meinungen gibt. Das ist eine schwierige Situation, da machen wir uns nichts vor.“ Zumal das Programm bis zur Winterpause ein recht anspruchsvolles ist. In der Liga warten noch der 1. FC Nürnberg, 1899 Hoffenheim, Borussia Dortmund, der FC Augsburg, Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart. Die von Tedesco erhoffte Serie „von zwei, drei Siegen“ dürfte zumindest schwer werden. Nach gut einem Drittel der Saison stehen die Blauweißen mit zehn Punkten zwei Zähler vor dem Abgrund: einem Abstiegsrang. Passend dazu kommt das deprimierende Torverhältnis von 8:15 – schlechter ist nur der Tabellenletzte VfB Stuttgart. So scheint es nach elf Spieltagen manchmal etwas verwunderlich, dass die Schalker lieber die „Riesenqualität in der Mannschaft“ (Daniel Caligiuri) rühmen, als offen den Klassenkampf auszurufen.

Caligiuri rühmt lieber die "Riesenqualität" der Mannschaft

Noch ist für Tedesco in der Tabelle „alles sehr eng“, doch Fakt ist auch, dass sich die Punkteabstände von Spieltag zu Spieltag immer weiter auseinander ziehen werden. „Das Problem ist, dass wir einfach zum Auftakt fünf Niederlagen hatten. Diese Hypothek, die schleppst du jetzt mit. Und die wird uns in der Tabelle noch lange weh tun, glaube ich“, meinte Tedesco.

Embolo vergibt erneut Riesenchance

Dass dem Schalker Trainer jetzt auch noch Breel Embolo und Mark Uth wegbrechen, ist geradezu tragisch. Der 27-jährige Uth hatte zuletzt stets zu den besten Schalkern gehört und beim 3:1 gegen Hannover endlich auch seine Torallergie abgelegt. Am Sonntag zog sich der Nationalstürmer eine schwere Muskelverletzung zu. Der hoch veranlagte Breel Embolo, der sich offenbar einen Fußbruch zuzog, ist weiter lediglich ein Versprechen auf die Zukunft, das weiter auf seine Einlösung wartet. „Auch heute haben wir die Riesenchance zum 1:0, wenn Breel das Ding macht. Oder er muss sich fallen lassen“, sagte Tedesco angesichts der Szene in der 60. Minute, als Embolo elfmeterwürdig von David Abraham gerempelt worden war, aber weiterlief und den Ball dann nicht an Eintracht-Keeper Kevin Trapp vorbei gebracht hatte. „Da bin ich ganz ehrlich, Fairness hin oder her: Er wird berührt, deshalb wäre es auch keine Simulation gewesen“, meinte Tedesco, schickte dann aber noch einen beschwichtigenden Satz hinterher: „Er ist halt sehr, sehr fair.“ Davon können sich die Schalker derzeit allerdings nichts kaufen. Sie brauchen dringend Punkte. Egal wie.

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Quelle: wa.de

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