Leverkusens Keeper

Leno im Interview: "Schalke hat sich unter Wert verkauft"

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Leverkusens Keeper Bernd Leno geht davon aus, dass Schalke im Kampf um die Königsklasse bis zum Schluss einer der Hauptkonkurrenten bleiben wird.

Vor dem Duell mit Schalke 04 spricht Bayer Leverkusens Keeper Bernd Leno über die Vorsaison beider Teams, die WM und das enge Rennen um die Champions-League-Plätze.

Bayer Leverkusen und Schalke 04 haben vieles gemeinsam. Beide Teams blicken auf eine eher verkorkste Vorsaison zurück. Beide Teams sind in dieser Spielzeit bislang deutlich besser auf Kurs. Vor dem Verfolger-Duell in Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) erklärt Nationalkeeper Bernd Leno die aktuelle Stärke der Werkself, wie er Königsblau einschätzt und ob er seinem DFB-Kollegen Leon Goretzka den Sprung zum FC Bayern zutraut.

Herr Leno, müssen Sie sich manchmal beim Blick auf die Tabelle die Augen reiben?

Bernd Leno: (lacht) Ich wüsste nicht, warum. Obwohl ich natürlich verstehe, dass Sie auf die vergangene Spielzeit anspielen.

Mit einem weiteren Dreier hätten Sie bereits genauso viele Punkte auf dem Konto wie zum Ende der Vorsaison. Braucht man manchmal so einen Dämpfer?

Leno: Die Vorsaison war für uns ein Ausrutscher. Wir waren ja nicht wirklich so schlecht, wie es die Tabelle ausgesagt hat. Aber es gibt Phasen, in denen man einfach nicht von der Stelle kommt, in denen die Dinge aus den verschiedensten Gründen nicht laufen. Das haben wir überwunden. Deswegen sind wir jetzt auch nicht überrascht, dass wir uns wieder im oberen Teil der Tabelle eingereiht haben.

Die Skepsis bei der Vorstellung von Heiko Herrlich als neuen Coach war anfangs recht groß. Freut es Sie umso mehr, dass es so gut funktioniert?

Leno: Skeptisch waren nicht wir. Das waren vielleicht ein paar Experten, die die Arbeit von Heiko Herrlich nicht kennen und ihn nur daran gemessen haben, dass er noch nicht viel Erfahrung als Bundesliga-Trainer gehabt hat. Aber man sollte nicht vergessen, dass er schon seit ungefähr zwölf Jahren als Trainer arbeitet. Er hat viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und macht mit seinem Team einen super Job.

Was zeichnet Herrlich als Trainer aus?

Leno: Er legt sehr viel Wert auf den Teamgedanken und auf die Mentalität. In diesem Bereich hatten wir im Vorjahr wahrscheinlich die größten Probleme, da hat er angepackt. Aber es gibt noch viele andere Bereiche, in denen er uns weitergebracht hat. Spielerisch und taktisch haben wir uns deutlich entwickelt.

Was macht Leverkusen in diesem Jahr generell so stark?

Leno: Wir glauben an uns als Mannschaft. Wir sind in der Lage, schwierige Situationen zu lösen, Spiele zu drehen. Das ist uns vorher meistens nicht gelungen.

Es wird viel über Leon Bailey geredet und geschrieben. Wie geht er mit den Hype um? Braucht er Tipps?

Leno: Leon ist ein super Junge. Er ist weit davon entfernt, abzuheben. Er ist extrem auf die Mannschaft fokussiert und will einfach nur Erfolg haben. Alleine geht das nicht - das weiß er.

Im Sommer steht die WM an. Müssen Sie um Ihren Status fürchten? Der Bundestrainer hat zuletzt Sven Ulreich ebenfalls Chancen eingeräumt.

Leno: Es gibt viele gute Torhüter in Deutschland, und ich gehöre dazu. Ich schaue in erster Linie auf mich und mein Team und versuche, mich durch meine Leistungen weiter anzubieten. Bis jetzt läuft es gut für mich, und ich werde alles tun, damit es so bleibt. 

Torhüter stehen bei Patzern schneller im Fokus. Wie gehen Sie damit um?

Leno: Das ist so, das lernt man sehr schnell als Torhüter. Man muss immer weitermachen – wenn mal ein Fehler passiert, zeigt sich die Stärke eines Keepers genau darin, dass er sich davon nicht beeinflussen lässt.

Wie sehr schauen Sie, was die deutsche Torhüter-Konkurrenz macht? Zuletzt hatte ja Schalkes Ralf Fährmann zweimal nicht so gut ausgesehen... 

Leno: Wie ich es gesagt habe: Ich schaue nur auf mich, nicht auf andere. Das werden meine Kollegen genauso tun. 

Während des Confed Cups waren Sie über einen längeren Zeitraum mit Leon Goretzka zusammen. Wie nehmen Sie ihn wahr?

Leno: Ein super Kicker, der mit seinem Wechsel zu den Bayern nun den nächsten Schritt macht.

Trauen Sie ihm den Schritt zu den Bayern bereits zu?

Leno: Er hat die Qualität, sich dort durchzusetzen.

Am Sonntag treffen Sie erstmal noch in Schalker Trikot auf ihn. Wie nehmen Sie Königsblau in diesem Jahr wahr?

Leno: Schalke spielt genau wie wir eine ganz andere Saison als im Vorjahr. Auch dort sieht man, dass sie sich unter Wert verkauft haben. Sie werden bis zum Schluss einer unserer Hauptkonkurrenten bleiben. 

Warum steht Leverkusen auch noch nach dem Spieltag vor Schalke?

Leno: Weil wir Schalke schlagen wollen.

Und am Ende der Saison? Heiko Herrlich hatte neulich gesagt, Sie seien kein typischer Zweiter. Gibt es diesen in diesem Jahr überhaupt?

Leno: Nein, den gibt es nicht. Gefühlt wäre das wohl Borussia Dortmund, aber der BVB hatte in dieser Saison eben auch schon eine extrem schwierige Phase. Ich glaube, dass der Kampf um die europäischen Platz bis zum letzten Spieltag spannend bleibt. 

Worauf wird es im engen Rennen im Kampf um die Europapokal-Plätze ankommen?  

Leno: Wir müssen an jedem Spieltag alles abrufen, immer wieder voll konzentriert in die Spiele gehen. Wer im Kopf nachlässt, der wird am Ende nicht erfolgreich sein. Ich bin mir sicher, dass wir am Ende international dabei sein werden und dass wir auch die Champions League erreichen können.

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Quelle: wa.de

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