Verletztenmisere vor Champions League-Spiel

Benedikt Höwedes fällt für mehrere Spiele aus

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Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes

[UPDATE 17 Uhr] LONDON - Fußball-Bundesligist Schalke 04 startet ohne seinen Kapitän Benedikt Höwedes in die Champions League. Der Weltmeister fehlt den Königsblauen im Auftaktspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) beim FC Chelsea wegen einer Hüftverletzung sowie in folgenden Spielen. Das gab der Klub am Dienstagnachmittag bekannt.

Von Jens Greinke

Kurz bevor Jens Keller in den Charterflieger stieg, sagte er mit süßsaurer Miene: „Auf den Flugkapitän könnte ich eher verzichten als auf unseren Mannschaftskapitän.“ Die mitreisenden Passagiere hatten schließlich Glück, dass der Schalker Trainer keinen großen Einfluss auf die personelle Besetzung des Bordpersonals hatte und der Kapitän im Cockpit saß.

Die Nachricht von Benedikt Höwedes‘ Verletzung ließ die Stimmung in der Schalker Reisegruppe noch weiter sinken. Eine Tendenz, von der man nach dem Pleiten-, Pech- und Pannenstart in der Liga nicht gedacht hatte, dass diese noch verschärft werden könnte. „Das ist schon heftigst. Von den fünf Innenverteidigern steht uns mit Kaan Ayhan nur noch einer zur Verfügung“, sagte Manager Horst Heldt, der nach der Ankunft in London die niederschmetternde Nachricht aus München erhielt.

Statt in die englische Hauptstadt war Höwedes am Vormittag in die bayrische Landeshauptstadt geflogen, um sich von Nationalmannschafts-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth untersuchen zu lassen. Schalkes Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck hatte zuvor einen Anriss der Sehne des Hüftbeugers diagnostiziert. Wie Rarreck empfahl auch der DFB-Arzt, dass Höwedes einige Spiele aussetzen sollte, um die Verletzung nicht zu verschlimmern.

Jetzt darf man umso mehr gespannt sein, wie sich die Schalker an der Stamford Bridge präsentieren werden. Eine verlässliche Prognose wusste einen Tag vor dem Spiel niemand zu stellen. Julian Draxler sagte: „Es kann alles passieren.“ Angesichts der Verletztenmisere und den beiden 0:3-Pleiten in der vergangenen Saison scheint eine weitere Packung gegen den FC Chelsea (Mittwoch, 20.45 Uhr) nicht unrealistisch.

Andererseits kann die Partie gegen „den schwersten Gruppengegner“ (Heldt) zumindest vom Psychologischen her zum vielleicht einfachsten Spiel der kommenden englischen Wochen werden. „Schließlich haben wir nichts zu verlieren“, wie Draxler meint. Oder wie es Horst Heldt ausdrückt: „Auf uns setzt keiner einen Pfifferling.“

Gleichzeitig hofft der Schalker Manager allerdings auf die Magie der Champions League: „Es ist ein anderer Wettbewerb. Da wird eine andere Melodie gespielt.“ So wandeln die Knappen in London auf einem schmalen Grat. Einerseits liegen die aktuellen Prioritäten nach dem verpatzten Meisterschafts-Start vor allem auf der Bundesliga. So muss Keller in der Partie gegen Chelsea auch abwägen, mit welchem Risiko der Einsatz von angeschlagenen Spielern behaftet ist. Andererseits wollen sich die Spieler in der Königsklasse von ihrer besten Seite zeigen. „Dafür habe wir in der vergangenen Saison schließlich lange gekämpft“, so Draxler. Daran, dass er überraschend noch ein verdecktes Defensiv-Talent in seinem Kader entdeckt, glaubt Keller übrigens nicht mehr: „Die Suche habe ich schon hinter mir, da ist nichts“, sagt der Schalker Coach.

Trainer Jens Keller muss am Mittwoch neben Höwedes auch ohne Joel Matip (Adduktorenverletzung), Felipe Santana (Muskelbündelriss), Atsuto Uchida (Trainingsrückstand nach Patellasehnenreizung) und Sead Kolasinac (Kreuzbandriss) planen. Darüber hinaus fehlen Leon Goretzka, Fabian Giefer (beide Muskelbündelriss) und Jefferson Farfan (Reha nach Knieoperation).

Fotostrecke: Benedikt Höwedes: Abwehrrecke des FC Schalke

Benedikt Höwedes: Abwehrrecke des FC Schalke

Quelle: wa.de

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