Basel-Coach Yakin: "Sieg gegen Schalke durchaus möglich"

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Murat Yakin, Trainer des FC Basel.

BASEL - Friedel Rausch, einstiger Trainer des FC Basel, wollte den jungen Murat Yakin einst nicht verpflichten. Der machte sich dennoch nicht nur im Schweizer Fußball einen Namen und ist heute selbst Coach des Vorzeigeklubs seines Heimatlandes.

Aus Basel berichtet Jens Greinke

Als Friedel Rausch im Jahre 1992 den Schweizer Zweitligisten FC Basel trainierte, ging dem ehemaligen Schalker Spieler und Trainer nachweislich ein Riesen-Talent durch die Lappen. Mit ruppig-charmanter Ruhrgebiets-Schnauze nahm Rausch davon Abstand, den seinerzeit 16-jährigen Murat Yakin zu verpflichten. Rausch soll damals gesagt haben: „Der soll fünf Kilogramm abnehmen und dann wiederkommen.“ Yakin verzichtete lieber auf eine Diät und wechselte erst einmal zu den Grashoppers nach Zürich – von wo aus er eine bemerkenswerte Karriere startete.

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Spricht man Yakin heute auf diese Geschichte an, sagt er lächelnd: „Ich habe Friedel Rausch vor vier Monaten noch einmal getroffen. Und gewusst, dass es die richtige Entscheidung war, nach Zürich zu wechseln.“ Für eine kleine Retourkutsche ist es eben nie zu spät.

Nachdem sich der gebürtige Basler Yakin in Zürich einen Namen gemacht hatte, landete er nach Gastspielen beim VfB Stuttgart und Fenerbahce Istanbul zunächst von 1999 bis 2000 doch noch beim FC Basel. Nach einem weiteren, einjährigen Abstecher zum 1. FC Kaiserslautern wurde er beim FCB von 2001 bis 2006 endgültig heimisch. Den Verdacht einer gewissen Lauf-Faulheit konnte Yakin als Spieler zwar nie ablegen, doch machte er diese Schwäche durch eine herausragende Technik und Übersicht wett.

Heute gilt Yakin als ebenso talentierte Coach. Im Oktober 2012 wurde er Nachfolger des deutschen Trainers Heiko Vogel beim FC Basel – und führte das Team zur vierten Meisterschaft in Folge. Aktuell ist der FCB Tabellenführer, zudem gelang ein geradezu sensationeller 2:1-Sieg im ersten Gruppenspiel beim FC Chelsea. Weshalb die Eidgenossen sich heute Abend im St. Jakob-Park auch nicht unbedingt als Außenseiter sehen. „Wir sind gut drauf. Ein Sieg gegen Schalke ist durchaus möglich“, sagt der 39-jährige Yakin.

Ressentiments gegen die Knappen hat Yakin wegen der alten Rausch-Geschichte übrigens nicht. „Ich wusste gar nicht, dass Friedel eine Schalker Vergangenheit hatte“, sagt Yakin über den heute 73-jährigen Deutschen, der als Spieler 195 Mal das blau-weiße Trikot getragen hatte. Dennoch dürfen die Knappen einen heißen Tanz erwarten. „Wir spielen zu Hause, haben ein super Publikum und wollen mit sechs Punkten in der Champions League starten“, kündigt Basels Offensiv-Veteran Marco Streller an – auch er als ehemaliger Stuttgarter und Kölner ein alter Bekannter in der Bundesliga.

Quelle: wa.de

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