Königsblau vor weiterem Umbruch

Auslaufende Verträge und neue Ziele: Diese Schalker könnten Königsblau im Sommer verlassen

Die Zukunft Eric Maxim Choupo-Moting (l.) und Max Meyer (r.) auf Schalke ist ungewiss.
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Die Zukunft Eric Maxim Choupo-Moting (l.) und Max Meyer (r.) auf Schalke ist ungewiss.

Gelsenkirchen - Auf Schalke laufen im Sommer viele Verträge aus. Doch auch darüber hinaus gibt es einige Wechselkandidaten. Wir geben einen Überblick.

In dieser Saison lief es bei Schalke 04 sportlich durchwachsen. Trotz des dritthöchsten Etats der Liga und einer qualitativ durchaus gut besetzten Mannschaft dümpelten die Königsblauen in der unteren Tabellenhälfte herum. Nach dem wichtigen 1:0-Sieg gegen Mainz am vergangenen Wochenende haben die Schalker erstmals seit langem den Sprung in die obere Tabellenhälfte und auf Platz neun. In der Europa League zogen die Knappen gegen Gladbach ins Viertelfinale ein und treffen dort auf Ajax Amsterdam. Mit einem Schlussspurt in beiden Wettbewerben haben die Gelsenkirchener noch die Chance aus einer verkorksten eine gute Saison zu machen. 

Im Kader gibt es den einen oder anderen Profi, der mit seiner Reservistenrolle oder den eigenen Einsatzzeiten unzufrieden sein dürfte. Auch Trainer Markus Weinzierl scheint nicht mit jedem seiner Spieler vollends einverstanden, sagte Anfang März: "Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich über alles glücklich bin."

Daher dürfte es auf Schalke in diesem Sommer einen erneuten Umbruch geben, damit der Chefcoach seine Vorstellungen von Fußball in der kommenden Serie von Beginn an umsetzen kann. Das wiederum führt dazu, dass viele den Klub verlassen werden - wegen auslaufender Verträge oder aber weil sie keine Zukunft bei Königsblau zu haben scheinen. Wir geben einen Überblick.

Eric Maxim Choupo-Moting: Der Vertrag des Deutsch-Kameruners läuft im Sommer aus. Auch wenn Manager Christian Heidel vor einigen Wochen noch betonte, den Offensivspieler halten zu wollen, dürfte der 27-Jährige im Sommer den Klub wechseln - zumal er bislang immer ablösefrei wechselte. Auch beim Trainer scheint er nicht nicht unumstritten: Im Liga-Match in Mönchengladbach Anfang März stand er nicht einmal im Kader. In der Europa League verursachte der Angreifer mit einem schlampigen Ballverlust im Rückspiel gegen die Fohlenelf den zweiten Gegentreffer. In überragender Form war "Choupo" zuletzt nicht, wenngleich die Formkurve nach kleineren Verletzungen seit Anfang des Jahres wieder leicht nach oben zeigt.

Dennis Aogo: Auch der Defensivmann scheint auf Schalke keine Zukunft mehr zu haben. Zuletzt gab es von keiner Seite ein Zeichen, dass sein im Sommer auslaufendes Arbeitspapier vorzeitig verlängert wird. Eine Einsatz-Klausel zur Verlängerung wurde einvernehmlich gestrichen, sodass Aogo bis zum Sommer noch auf einige Auftritte hoffen darf, um sich für einen neuen Klub zu empfehlen. Bei Weinzierl war er ohnehin nur noch zweite bis dritte Wahl, schaffte es in der Bundesliga oftmals gar nicht in den Kader.

Timon Wellenreuther: Ist nur noch dritter Keeper hinter Ralf Fährmann und Alexander Nübel. Sein Vertrag läuft aus.

Sascha Riehter: Der Routinier hat längst sein Karriereende für Sommer angekündigt und wird seinen Vertrag demnach nicht verlängern.

Klaas-Jan Huntelaar: Seine Klausel, mit der der Niederländer bei der Absolvierung der Hälfte der Pflichtspiele eine automatische Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages erhält, kann seit dem Mainz-Spiel nicht mehr greifen. Auch unabhängig davon scheint die Zeit des "Hunter" auf Schalke abgelaufen zu sein. Der Stürmer passt nicht ins von Weinzierl bevorzugte Spielsystem - und die Konkurrenz ist groß mit Guido Burgstaller, Franco Di Santo, Breel Embolo und Donis Avdijaj.

Phil Neumann: Sein Wechsel im Sommer zum FC Ingolstadt ist schon beschlossene Sache.

Johannes Geis (l.) und Klaas-Jan Huntelaar kommen auf Schalke derzeit nicht über ihre Reservisten-Rolle hinaus.

Sead Kolasinac: Der Deutsch-Bosnier gehört in dieser Saison zur festen Größe im Schalker Team. Kein Wunder, dass die Königsblauen den Linksverteidiger über den Sommer hinaus halten möchten. Doch der Konkurrenz ist es natürlich nicht entgangen, dass sein Vertrag endet: Top-Klubs wie Juventus Turin, Inter Mailand, der FC Chelsea und Tottenham Hotspur stehen Schlange. In dieser Woche kamen zudem Gerüchte um einen Transfer zum AC Mailand oder Manchester City auf. Es vergeht praktisch kein Tag ohne eine neue Kolasinac-Meldung. Manager Christian Heidel will dem Linksverteidiger genügend Bedenkzeit einräumen. Der Bosnier dürfte genau beobachten, ob die Schalker den Sprung ins internationale Geschäft noch schaffen. Andernfalls dürfte Kolasinac nur schwer zu halten sein. Vor einem Jahr sah die Lage noch anders aus. Damals wollte der 23-Jährige sein Arbeitspapier verlängern, damals verpassten die Verantwortlichen allerdings den richtigen Zeitpunkt. Das könnte sich nun rächen.

Johannes Geis: In der Hinrunde noch gesetzt, weil Weinzierl den Standard-Spezialisten weit vor Benjamin Stambouli sah, hat der 23-Jährige seinen Stammplatz Anfang des Jahres an den Franzosen verloren. Groß herum zu murren passt nicht zu seinem Charakter. Klar ist aber auch, dass er mit seiner Situation alles andere als zufrieden sein dürfte. Zuletzt kam Geis in der Europa League und in der Liga gegen Augsburg mal wieder zum Einsatz. Trotz eines bis 2019 gültigen Vertrages dürfte sich Geis allerdings Gedanken um seine Zukunft machen.

Max Meyer: Im aktuellen System findet Weinzierl kaum Verwenden für den Nationalspieler, dessen Lieblingsposition die des Dichters und Denkers auf der "Zehn" ist. Nach dem Pokalspiel gegen Bayern München hatte der Coach den 21-Jährigen öffentlich wegen seines Zweikampfverhaltens an den Pranger gestellt. Gut möglich, dass er Schalke vor Ablauf seines 2018 endenden Vertrages verlässt. So würden die Königsblauen auch noch eine Ablöse kassieren.

Leon Goretzka: Gehört in dieser Saison zu den Leistungsträgern im Team - und genau das könnte Schalke zum Verhängnis werden. Sind die Königsblauen in der kommenden Saison nicht auf internationalem Parkett vertreten, scheint es nicht ausgeschlossen, dass sich der 22-Jährige (Vertrag bis 2018) vorzeitig verabschiedet, um weiter auf der großen Bühne präsent zu sein - auch, damit Bundestrainer Joachim Löw ihn nicht aus dem Visier verliert.

Holger Badstuber: Der Innenverteidiger war im Winter für eine Halbjahres-Leihe aus München gekommen, um Spielpraxis zu sammeln. Lief seitdem insgesamt achtmal für die Knappen auf und dürfte im Sommer wieder zum Rekordmeister zurückkehren oder sich einen neuen Verein suchen. Selbst nach der Verletzung von Abwehrchef Naldo erhielt der junge Thilo Kehrer den Vorzug vor dem Routinier von der Isar.

Abdul Rahman Baba: Nach guten Leistungen in der Hinrunde, als sich Baba die Position des Linksverteidigers mit Kolasinac teilte, verletzte sich der Ghanaer beim Afrika-Cup schwer. Schon nach seiner Rückkehr von der Nationalmannschaft war klar, dass er in dieser Saison kein Spiel mehr für Schalke machen wird. Die Knappen haben eine Kaufoption, doch wahrscheinlicher ist, dass Baba zurück nach London zu Chelsea geht, wo er schon Anfang es Jahres wieder zur Behandlung war.

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Quelle: wa.de

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