Alarm bei Schalke:

Sieg gegen Saloniki mit Ex-Coach Stevens Pflicht

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GELSENKIRCHEN - Nach der 0:4-Klatsche in Wolfsburg herrscht bei Schalke schon Alarmstufe Rot. Eine weitere Pleite im Millionen-Spiel gegen PAOK Saloniki mit Ex-Trainer Stevens kann sich der ambitionierte Revierclub nicht leisten. Sonst drohen Imageverlust und Ungemach.

Panik vor PAOK? Wäre unangebracht, aber nachvollziehbar. Denn nach dem Katastrophenstart in der Fußball-Bundesliga mit nur einem Punkt und sieben Gegentoren in zwei Spielen geht es für den FC Schalke 04 im Millionen-Duell mit Saloniki und Ex-Trainer Huub Stevens schon um viel mehr als (nur) ums Renommee. Mindestens 20 Millionen Euro und die nähere sportliche Zukunft stehen in den Playoff-Partien der Champions League auf dem Spiel. Deshalb gibt Manager Horst Heldt den schon jetzt immensen Erfolgsdruck vor dem Hinspiel an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) mit ungewohnt deftigen Worten in der "Bild"-Zeitung an diejenigen weiter, die es verbockt haben: "Wir beziehen zu Recht Prügel. Wir müssen jetzt die Klappe halten und die Sache auf dem Platz regeln!"

Nach eindringlichen Worten an das Team am Montag und vielen Einzelgesprächen von Trainer Jens Keller mit den Akteuren soll die 0:4-Klatsche beim VfL Wolfsburg nun abgehakt sein. "Es müssen nun Taten folgen, wir sollten uns auf unsere Stärken besinnen und die Schwächen abstellen", forderte Heldt unmissverständlich eine andere Einstellung, Leidenschaft und Durchschlagskraft von der hoch bezahlten Truppe. "Jeder Einzelne" habe "die Chance, besser dazustehen und die Fehler zu minimieren".

Die Botschaft ist klar: Verlieren verboten! Die Auswirkungen eines Ausscheidens gegen den griechischen Vizemeister, der nicht gerade zur Beletage des europäischen Fußball gehört, kann man sich im chronisch nervösen Schalker Umfeld, in dem kleine Krisen schnell zu großen Horrorszenarien wachsen, ohne viel Fantasie ausmalen. Zumal in den kommenden zehn Tagen neben den zwei Qualifikationsspielen auch noch die Bundesliga-Auswärtspartie bei Hannover 96 und das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen anstehen. Wenn es ganz blöd läuft, ist Schalke danach raus aus dem Millionenspiel Königsklasse und steht nach vier Bundesliga-Runden mit einem Zähler auf einem Abstiegsplatz.

Doch noch ist es nicht so weit, noch haben es Trainer Keller und die Mannschaft in der Hand, die miese Stimmung ins Positive umzuwandeln und den Turnaround zu schaffen. Doch dafür sind ein konzentrierter und engagierter Auftritt mit einem überzeugenden Sieg gegen Saloniki vonnöten. Und das Team muss es ohne seinen besten Torjäger Klaas-Jan Huntelaar richten, der nach seinem Innenbandanriss im Knie wochenlang ausfällt.

Die Angriffs-Hoffnungen ruhen nun auf Acht-Millionen-Einkauf Adam Szalai. "Es geht nur so, dass wir den Kopf von den letzten Spielen ganz frei haben und uns auf die Qualifikation konzentrieren. Wir müssen etwas verändern gegenüber dem, was zuletzt in Wolfsburg passiert ist", sagte der ehemalige Mainzer Stürmer, der vor seinem ersten Champions-League-Spiel steht: "Der Ausfall von Klaas-Jan wiegt natürlich schwer, weil er seit vielen Jahren ein Führungsspieler ist. Aber wir dürfen keine Ausreden suchen, sondern haben auch viele andere gute Spieler. Wir müssen seinen Ausfall als Mannschaft auffangen", erganzte Szalai. "Ich bin bereit, wenn ich spielen darf."

Die ganze Mannschaft inklusive Keller steht vor dem ultimativen Charaktertest. Dass in Huub Stvens nun ausgerechnet der bei den Schalker Fans so beliebte "Jahrhunderttrainer" in die Veltins-Arena kommt, macht die Sache nicht gerade leichter - auch wenn Saloniki nur Außenseiter ist. Womöglich müssen der ohnehin von Anfang an kritisch beäugte Keller und die Spieler sogar damit klarkommen, dass der vor acht Monaten entlassene Ex-Coach von den eigenen Anhängern gefeiert wird.

"So wie zuletzt dürfen wir nicht auftreten", sagte auch Marco Höger, dessen Worte ein wenig wie das Pfeifen im Wald klingen: "Wir müssen zusehen, dass wir wieder in die Spur finden und dürfen nicht in Selbstmitleid zerfließen. Was wir zuletzt falsch gemacht haben, das wissen wir. Da müssen wir ansetzen." Recht hat er. Aber wenn nicht von der ersten Sekunde an der Funke zum Publikum überspringt, könnte schnell Unruhe aufkommen - und vielleicht sogar Panik vor PAOK. - dpa

Quelle: wa.de

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