1. come-on.de
  2. Sport
  3. Schalke 04

Kutucu: Unbekümmertes Sturm-Juwel mit Potenzial zur Identifikationsfigur

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcel Guboff

Kommentare

Ahmed Kutucu unterschrieb jüngst auf Schalke einen Profi-Vertrag bis 2022.
Ahmed Kutucu unterschrieb jüngst auf Schalke einen Profi-Vertrag bis 2022. © dpa

Schalkes Eigengewächs Ahmed Kutucu könnte nicht nur das Sturm-Problem der Königsblauen lösen. Der 18-Jährige könnte auch zur Identifikationsfigur des Klubs werden.

Gelsenkirchen – Oftmals ist bei solchen Szenen viel Show dabei. Weil es derartige Fußball-Romantik kaum noch gibt. Doch als Ahmed Kutucu am Mittwochabend das Schalker Emblem auf seinem Trikot geküsste hatte, war sehr viel Ehrlichkeit dabei. „Das“, sagte er, „war ein unglaubliches Gefühl.“

Er beschrieb damit die Sekunden nach seinem Treffer, mit dem er den 4:1-Sieg der Königsblauen im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Fortuna Düsseldorf eingeleitet hatte.

„Ich bin ausgerastet. Das war mein Traum, in der Arena spielen zu dürfen und ein Tor zu erzielen“, erklärte der gebürtige Gelsenkirchener: „Als die Fans ausgerastet sind, hatte ich Tränen in den Augen.“ Dazu hatte er das 3:0 durch Mark Uth eingeleitet und die Auszeichnung für den „Man of the Match“ erhalten. „Die kommt in mein Zimmer, damit ich auch daneben schlafen kann.“

Sportlicher Hoffnungsträger

Kutucu, jüngst mit einem bis 2022 gültigen Profi-Vertrag ausgestattet, ist Schalker durch und durch. Ein Eigengewächs, das seit der D-Jugend alle königsblauen Nachwuchsteams durchlaufen hat. Womit er das Zeug dazu hat, die nächste große Identifikationsfigur der Königsblauen zu werden. Darüber hinaus aber genauso – noch wichtiger – zum sportlichen Hoffnungsträger.

Der türkische U19-Nationalspieler fällt auf dem Platz durch seine Unbekümmertheit auf, die dem Schalker Spiel gut tut und es belebt. Sein 16-Meter-Schlenzer ins Tor? „Es war eher Instinkt“, sagte er. „Als Stürmer willst du einfach nur aufs Tor schießen.“ So einfach kann es sein. An dem Abend galt es nicht nur für ihn: „Wir waren torgeil.“ Ebenfalls eine Eigenschaft, die den Schalkern gut zu Gesicht steht.

Dennoch werden die Königsblauen darauf achten, den frisch aus der U19 gekommenen Kutucu nicht zu verheizen. Cheftrainer Domenico Tedesco will den Offensiv-Wirbler möglichst behutsam einbauen, ihm nach und nach mehr Spielminuten geben. Und sich so in puncto Stürmer aus den eigenen Reihen behelfen, nachdem er die für den Winter erhoffte Verstärkung für den Angriff nicht bekommen hatte.

Heidel: Kutucu wird immer besser

Kutucu selbst dürfte das nur entgegenkommen. An das Profi-Niveau habe er sich jedenfalls schon gut gewöhnt. „Ich finde mich schon gut zurecht“, meinte er. Eine Beobachtung, die Sportvorstand Christian Heidel bestätigte: „Je länger er mit der Mannschaft trainiert, desto stärker wird er. Der Junge sprüht vor Selbstvertrauen, das merkt man. Er hat vor nichts Angst, er geht in jeden Zweikampf. Da ist noch viel Potenzial vorhanden. Das wollen wir in der nächsten Zeit aus ihm herauskitzeln.“

Wovor Kutucu auch keine Angst hat. Genauso wenig wie vor der Schalker Auswärtsaufgabe in der Bundesliga am Samstagabend beim FC Bayern (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker). Natürlich ist auch dem 18-Jährigen nicht entgangenen, dass der Rekordmeister schon mal bessere Phasen hatte.

Keine Angst vor den Bayern

Ob das bedeute, dass Königsblau diesmal ohne die große Befürchtung einer Klatsche antreten kann? „So kann man jedes Jahr dort hinfahren“, sagte Kutucu mit der Unbekümmertheit, mit der er auch auf dem Platz positiv in Erscheinung tritt – um sich dann einer Floskel zu bedienen: „Ein Spiel dauert 90 Minuten, da kann alles passieren.“

Wieder mit ihm in der Startelf? „Natürlich freue ich mich, wenn ich spielen darf“, erklärte der Stürmer: „Auch wenn ich eingewechselt werde, gebe ich mein bestes und kämpfe für diesen Verein.“ Eine Aussage, die auf Schalke wohl lange schon keinem mehr so ernst abgenommen wurde wie Kutucu.

Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Auch interessant

Kommentare