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Acht Wochen Sperre für Jermaine Jones - Matip verlängert

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Jones Matip Katar
© Foto: Greinke

DOHA - Jermaine Jones ist vom DFB-Sportgericht für acht Wochen gesperrt worden. Die Sperre gilt wettbewerbsübergreifend bis zum 1. März, Jones kann damit in sechs Bundesligaspielen nicht eingesetzt werden.

Von Jens Greinke

Es passiert selten, dass Horst Heldt während einer Pressekonferenz ein Telefongespräch entgegen nimmt, doch am Donnerstag Mittag in Doha ließ es sich offenbar nicht vermeiden. „Sorry, da muss ich mal eben dran“, sagte Schalkes Manager, als sein iPhone auf dem Tisch vibrierte.

Die Causa, die zu besprechen war, war für Heldt zu wichtig, um den Anruf abzuweisen. Es ging um die Entscheidung des DFB-Kontrollausschusses, Schalkes Mittelfeldspieler Jermaine Jones für seinen fiesen Tritt gegen den Mönchengladbacher für insgesamt acht Wochen bis zum 1. März zu sperren. Und zwar wettbewerbsübergreifend. Zwar hatte Jones die Tätlichkeit im DFB-Pokal-Achtelfinale begangen, doch wird er nun auf nationaler Ebene gesperrt. Er wird den Schalkern damit in den nächsten sechs Bundesliga-Partien fehlen.

Das Foul hatte aufgrund seiner Hinterhältigkeit hohe Wellen geschlagen. Jones hatte Marco Reus während einer Spielunterbrechung mit Vorsatz auf den linken Fuß getreten. Der Gladbacher war zu der Partie am 21. Dezember wegen eines gebrochenen Zehs mit einem Spezialschuh aufgelaufen. Ganz offenbar hatte es sich um einen gezielten Tritt Jones‘ auf den lädierten Fuß gehandelt. Die Tätlichkeit hatte sich hinter dem Rücken von Schiedsrichter Wolfgang Stark abgespielt und war deshalb während der Partie nicht geahndet worden. Die TV-Bilder hatten den DFB-Kontroll-Ausschuss dann dazu veranlasst, Ermittlungen einzuleiten. Die Schalker erhielten nach der Mitteilung des DFB die Möglichkeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen, verzichteten nach Beratung mit einer Rechtsanwaltskanzlei aus Essen aber darauf.

Dennoch ließ Horst Heldt keinen Zweifel daran, dass er das Urteil als zu hart empfand. „Ich möchte das nicht herunter spielen. Es war eine Tätlichkeit, die nach einem gewissen Strafmaß verlangt. Doch dass eine wettbewerbsübergreifende Sperre verhängt wird, finde ich nicht korrekt. Das wird ansonsten anders gehandhabt. Es hat Spieler gegeben, die für einen Ellenbogen-Check, bei dem sie ihrem Gegner die Nase gebrochen haben, nicht bestraft wurden“, sagte Heldt. Schalkes Manager führte zur Entlastung von Jones zudem an, dass dieser sich in einem Telefonat bei Marco Reus entschuldigt habe. Außerdem habe Jones seit 2005 keine Rote Karte mehr gesehen, was für sein zwar hartes, aber meist auch faires Verhalten auf dem Platz spräche.

Derweil gab es aber auch positive Nachrichten, die Heldt verkünden konnte. „Es freut uns sehr, dass es gelungen ist, den Vertrag von Joel Matip vorzeitig bis 2016 zu verlängern“, gab Schalkes Manager bekannt. Der 20-jährige kamerunische Nationalspieler, der aus dem Schalker Nachwuchs stammt, sei in der erfolgreichen Hinrunde „eine wichtige Säule innerhalb der Mannschaft“ gewesen, so Heldt: „Wir sind froh, dass wir diesen Rohdiamanten behalten können.“ Gleichzeitig zeichnet sich immer deutlicher ab, das Roman Neustädter das Schalker Team bald verstärken wird. Sein derzeitiger Klub Borussia Mönchengladbach hatte vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass der defensive Mittelfeldspieler seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle. Heldt wollte den Transfer zwar noch nicht bestätigen, meinte aber: „Wir haben Interesse, das kann ich definitiv sagen.“

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