Holthaus als Meistermacher

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Im Hintergrund zieht Nebel auf, der zur Verkürzung des letzten Langstreckenrennens der Saison führte. Gerrit Holthaus pilotierte seinen renault Clio auf Klassenplatz zwei.

Kreisgebiet - Falls es so etwas wie den perfekten Tag in einem Autorennen gibt, dann erlebte Gerrit Holthaus diesen beim zehnten und letzten Rennen zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Bei den Specials bis 2000 ccm fuhr der Lüdenscheider zusammen mit Lucian Gavris auf den zweiten Platz.

„Ich habe heute alle Ziele erreicht, ich bin super happy“, sagte der 31-Jährige.

Dabei hatte sich die Teilnahme erst kurzfristig ergeben, denn Holthaus war das ganze Jahr über in der RCN unterwegs und plante den Wechsel in die VLN erst für 2016. Aufgrund des von der jeweiligen Klassenstärke abhängigen Punktesystems brauchten die Brüder Tim und Dirk Gro-neck (Melle) aber beim Saisonfinale möglichst viele Fahrzeuge in der Klasse. Sie kämpften in einem Fernduell gegen den Belgier Stefan van Campenhoudt, der mit einem BMW 325i bei den Produktionswagen bis 2500 ccm startete. Die Ausgangslage war klar: Wer von beiden mehr Teilnehmer besiegt ist Meister.

Die Gronecks warben deutlich effektiver: Mit 18 Autos verdoppelten sich die Specials bis 2000 ccm im Vergleich zu den bisherigen Läufen. Bei Van Campenhoudt rolllten schließlich 13 Fahrzeuge über den Startstrich, drei mehr als gewohnt. „Zum einen halten Clio-Fahrer zusammen, zum anderen kennen wir uns auch ganz gut, da hilft man gerne“, sagte Holthaus vor dem Start. „Wir werden die Gronecks definitiv nicht angreifen, im Gegenteil. Wir wollen Zweiter werden.“

Nach knapp drei Stunden Renndistanz – wegen aufziehenden Nebels wurde etwas verkürzt – hatten alle ihre Ziele erreicht. Die Gronecks siegten und feierten nach 2013 ihren zweiten Titel. Holthaus/Gavris wurden mit 1.55 Minuten Rückstand Zweiter und der Lüdenscheider erzielte in 9.34,342 Minuten für diese Streckenvariante eine neue persönliche Bestzeit. Zum Vergleich die Bestzeit der neuen Meister: 9.32,831.

Halveraner Katthage auf Platz sieben

Zu Unterstützung der Brüder aus Melle wechselten Björn Katthage (Halver), Michael Uelwer (Wuppertal) und Michael Bohrer (Merzig) mit ihrem serienmäßigen Renault Clio ebenfalls zu den Specials. Wie übrigens auch zwei weitere Teilnehmer der eigentlichen Produktionswagenklasse. Das Trio fuhr schließlich auf Platz sieben und war von den drei seriennahen Autos das Beste. „Wären wir normal gefahren, hätte es einen Pokal als Klassensieger gegeben“, sagte Katthage. „Aber für ging es ja um nichts mehr.“

„So viele Runden wie heute bin ich schon lange nicht mehr gefahren“, sagte Wolfgang Kemper. „Außerdem habe ich eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt und kam in meiner Klasse als Zehnter in die Top Ten. So zufrieden wie heute war ich noch zuvor nach einem Rennen auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt.“ Am Steuer des PoLe Racing Team-Porsche 911 GT3-Cup des Porsche Zentrum Lennetals leistete der Mendener bei dem auf drei Stunden angesetzten Rennen die Löwenarbeit, im Team diesmal nur mit Peter Schmidt (Eltville), scharubte seine Bestzeit auf 9.25 Minuten. „Ich hatte heute schöne Zweikämpfe“, sagte Kemper. „Ob mit diversen Porsche oder einem Lexus. Es hat richtig Spaß gemacht.“

Die Winterpause ist für das PoLe Racing Team auch in diesem Jahr nicht sehr lang. Bereits vom 14. bis 16. Januar 2016 startet das Team aus dem Sauerland wieder bei den 24 Stunden von Dubai in die neue Saison. Die PoLe-Stammpiloten Johannes Kirchhoff (Iserlohn), Gustav Edelhoff (Hemer), Ingo Vogler (Schalksmühle) und Elmar Grimm (Münster) werden hierbei am Steuer des neuen Audi R8 LMS erstmals von Gustavs Sohn Max Edelhoff unterstützt.

In der Opel Astra Cup-Klasse feierte die Hückeswagener Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche zusammen mit dem Finnen Hannu Luostarinen den fünften Saisonsieg. Doch Freude kam kaum auf: Der Gesamtsieg in der Sonderwertung Opel Astra-Cup wurde knapp verpasst. „Den Titel haben wir definitiv nicht heute verloren“, sagte ein leicht bedröppelter Heinz-Otto Fritzsche, „aber mit drei Ausfällen in neun Rennen kann man keine Meisterschaft gewinnen. Daher Glückwunsch an die Ersten.“

Jari Nuoramo, Juha Hannonen und Daniel Bohr schafften übrigens das Kunststück, sich ohne einen einzigen Sieg den Titel zu sichern. Sie wurden sechsmal Zweite, einmal Dritte und einmal Vierte bei nur einem Ausfall.

Zukunftspläne der Fritzsches noch offen

Nachdem die 60-Jährigen Zwillinge im März 2015 angekündigt hatten, zum Ende des Jahres zurückzutreten, scheint dieses jetzt doch nicht festzustehen. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht. Aber wenn wir ein Paket geschnürt bekommen, sind wir vermutlich wieder dabei“, sagt Heinz-Otto. Klar ist, das Hannu Luostarinen unbedingt mit den Hückeswagenern weiterfahren möchte. Er hat die Zwillinge samt Frauen für Januar 2016 ins verschneite Finnland eingeladen. Gut möglich, dass in der Sauna oder bei einem leckeren Glas Wodka die nächste Motorsportsaison besiegelt wird.

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