Lennetal-Handballer feiern

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Matchwinner in der Schlussphase für die TSE in Hagen-Wehringhausen: Kreisläufer Mario Hurlbrink.

Kreisgebiet -  Jubel im Lennetal, Enttäuschung in Lüdenscheid: Während die HSV Plettenberg/Werdohl und die Turnerschaft Evingsen in der Handball-Landesliga Auswärtssiege bejubelten, verlor die HSG Lüdenscheid auch ihr drittes Saisonspiel.

VfL Eintracht Hagen III – TS Evingsen 30:33 (17:18):  Sascha Schmoll riss mit der Schlusssirene beide Arme in die Höhe, der bärenstarke Torhüter „Matta“ Gerstberger ballte die Siegerfaust und kurz darauf lagen sich alle Akteure der TS Evingsen in den Armen und skandierten vor den rund 40 mitgereisten Anhängern „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“

Ja, dieser Erfolg bei den Grün-Gelben, die Ex-Bundesligaprofi Pavel Prokopec aufbot und im Vorfeld die Evingser als Abstiegskandidaten abgestempelt hatten, schmeckte dem Landesligisten aus der Burgstadt zuckersüß. Nach dem zweiten Saisonsieg der Turnerschaft sah es in der Sporthalle Wehringhausen am Samstag aber nach den ersten zehn Minuten ganz und gar nicht aus. Gegen die flinken Hagener fand die TSE in der Abwehr zunächst kein Gegenmittel – und gegen die offensiv verteidigenden Gastgeber hatte der Gast, bei dem Hurlbrink erst Mitte der ersten Halbzeit dazustieß, in den ersten Minuten einige Probleme. Nach einem 5:9-Rückstand (8.) tat Hurlbrinks Einsatz dem Evingser Spiel von jetzt auf gleich spürbar gut, und auch der später vollzogene Torhüterwechsel von Hoinka zu Gerstberger griff.  Im zweiten Durchgang deckte die TSE phasenweise kurz gegen Prokopec, packte am eigenen Kreis energisch zu, hatte mit Gerstberger einen sehr sicheren Rückhalt und fand offensiv immer wieder Lösungen. Der Lohn war eine 28:24-Führung nach 46 Minuten. Vor allem aber verloren die Burgstädter nicht die Nerven, als Hagen den Torwart herausnahm und mit dem siebten Feldspieler zum 28:28 ausglich (52.), beim 30:28  roch es schon nach Auswärtssieg. Doch die Eintracht glich erneut aus (30:30), ehe Hurlbrink für den Gast mit zwei Treffern zum Matchwinner avancierte.

TSE: Hoinka, Gerstberger – Hurlbrink (6), Freiwald, S. Lohmann (5), Fink, Rohrsen, Kiss (1), Spelsberg (3), Csunderlik (6/5), Brüggendieck (1), C. Lohmann (3), Dragila (8) Zeitstrafen: VfL 2, TSE 1

SG Ruhrtal – HSV Plettenberg/Werdohl 30:38 (15:22):  Die HSV überzeugte beim Auswärtssieg auf ganzer Linie. „Ich bin megastolz auf meine ja ersatzgeschwächte Mannschaft. Wir sind mit Respekt zu diesem uns unbekannten Gegner gefahren, haben sehr konzentriert gespielt und im Angriff kaum Fehler gemacht, sondern unsere größere Dynamik und Wendigkeit ausgenutzt. Sehr gut hat mir gefallen, wie besonnen wir auf die offene Deckung reagiert haben“, war Werdohls Trainer Kai Henning denn auch vollauf zufrieden.

Die SGR-Fans unter den 160 Besuchern in der Ruhrtalhalle hatten nur zu Beginn Freude am Auftritt ihrer Mannschaft, die dreimal in Führung ging. Vor allem Regisseur Alex Blanke bereitete der HSV-Abwehr Probleme, traf in Abschnitt eins achtmal. Die Unaufmerksamkeiten in der Defensive kompensierten die Gäste aber mit herausragenden Offensivleistungen. Sie nutzten ihre größere Schnelligkeit in den Zweikämpfen, hatten aber auch den Blick für den besser postierten Nebenmann und nutzten ihre Chancen fast optimal.  so stand eine 22:15-Führung zu Buche.

Dass die SGR nach Wiederbeginn zu einem 4:0-Lauf kam, der Lärmpegel in der Halle nach dem 19:24 anwuchs, störte die Lennetaler ebenso wenig wie die jetzt extrem offene Ruhrtaler Deckung. Die Spielgestalter van der Hurk, Winkelsträter und Scheerer ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, setzten vor allem Kreisläufer Scheuermann immer wieder geschickt ein.          bg

HSV:  Weigt, Zlobinski – Scheuermann (10), Bardischewski (8/3), Scheerer (4), Brinkmann (4), van der Hurk (3), Burzlaff (3), Winkelsträter (3), Kreikebaum (2), Lukic

HSG Lüdenscheid – HSG Schwerte-Westhofen 29:33 (16:17): Am Ende hat es wieder nicht gereicht, stand  für Lüdenscheid die dritte Niederlage im dritten Spiel. Dennoch war das Duell gegen die Gästeroutiniers ein kleiner Schritt nach vorn. Immerhin 54 Minuten lang operierten die Hausherren mit der Quass-Sieben auf Augenhöhe, hatten kämpferisch alle Reserven in die Waagschale geworfen, waren aber abermals am breiter besetzten Gegneraufgebot gescheitert. Nach früher Bergstädter Führung blieben die im Angriff voll überzeugend um ihre Halbschützen Lausen und Wizy, aber trotz aggressiver 3:2:1-Deckung reichte es nicht zur Halbzeitführung, weil zum einen die Keeper Ferizi und Stute den Hausherren keine Sicherheit verliehen, zum anderen weder Hirnschal noch Routinier Adam die Kreise von Linksaußen Denissov einengen konnten, der allein im ersten Abschnitt neun Mal traf. Hinzu kam die gut besetzte Gästebank, Thäsler sorgte mit klugen Anspielen und zwei Toren für das knappe 17:16 der Schwerter.

Vor allem zeichneten aber er und der ebenfalls erst spät gekommene Paukstadt nach Wiederbeginn für den Gästesieg verantwortlich. Bis zum 26:27 durch Hahn träumte der Hausherr trotz nun zahlreicher vergebener klarer Chancen noch von Punkten (54.). Doch Thäslers Unterwurf zum 26:28 folgte ein Fehlschuss von Kapitän Lausen und der alles entscheidende K.o. durch Schwertes Routinier, der nach einer Freiwurfentscheidung gedankenschnell und eiskalt zum 26:29 verwandelte. Lüd.:  Ferizi (1.-17., ab 31.), Stute (17.-30.) – Roßkamp, Wizy (7), Bieker (2), Hahn (4), Lausen (11/3), Gruber (4), Weigt (1), Ritthaler, Hirnschal, Mancini (n.e.), Adam

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