Die Krönung des SpVgg-Jubiläums

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Die BVB-Traditionsmannschaft war ein fantastischer Gast der SpVgg Nachrodt.

Nachrodt - Es war der sportliche Höhepunkt der Jubiläumswoche zum 100-jährigen Geburtstag der SpVgg Nachrodt, der schöner kaum hätte sein können: Rund 500 Zuschauer verfolgten am Samstagnachmittag im altehrwürdigen Wilhelm-Mestekämper-Stadion die Partie zwischen der aus Spielern aus erster, zweiter und Altherrenmannschaft zusammengestellten Auswahl der Sportvereinigung gegen die Traditionsmannschaft von Borussia Dortmund. Grün-Schwarz gegen Schwarz-Gelb, 1919 gegen 1909 – am Holensiepen dürfte dieser 29. Juni unvergessen bleiben.

Die Ex-Profis im schwarz-gelben Dress, sie präsentierten sich als fantastische Gäste, die sich vor und insbesondere nach dem mit 3:2 gewonnenen freundschaftlichen Vergleich „unters Volk“ mischten, etliche Autogrammwünsche erfüllten und bestens gelaunt für Selfies in unzählige Smartphone lächelten. „Wir haben hier ein super Umfeld vorgefunden, es hat richtig Spaß gehabt. Und wir haben einen guten Gegner gehabt, der uns das Leben schwer gemacht hat“, sagte Günter Kutowski.

„Kutte“, der sich bei der Borussia von 1984 bis 1996 als galliger Verteidiger in die Herzen der BVB-Fans gespielt hatte und mit den Schwarz-Gelben 1989 den DFB-Pokalsieg sowie zwei Deutsche Meisterschaften (94/95 und 95/96) feiern durfte, ist der Teamchef der Traditionsmannschaft und hatte am Samstag sichtlich Freude am Auftritt der BVB-Olies am Holensiepen. „Ich denke, alle Beteiligten dürfen zufrieden sein. Auch wenn es heute sicherlich für alle zu warm war“, so Kutowski.

Bei hochsommerlichen Temperaturen über der 30-Grad-Marke ließen es sowohl die Grün-Schwarzen als auch die Schwarz-Gelben nach dem gemeinsamen Einlaufen – ein wunderschönes Bild mit Einlaufkindern und schwarz-grünen Luftballons, die in den wolkenlosen Himmel stiegen – freilich auf dem Kunstgrün etwas ruhiger angehen.

Sehenswert war die Partie aber allemal, zumal die Auswahl der Sportvereinigung sehr gut dagegenhielt, stabil stand und auch offensiv einige Glanzpunkte setzte. Die ersten Hochkaräter besaßen aber die Ex-Profis durch Salvatore Gambino (13.) und durch den 90er-Weltmeister Frank Mill (15.). Der inzwischen 60-jährige Mill, einer der wohl besten Stürmer, die das Ruhrgebiet jemals hervorgebracht hat und der 1989 zu den „Pokalhelden“ von Berlin zählte, blieb am Holensiepen zwar ohne eigenen Treffer, ließ seine Klasse aber zwischenzeitlich immer wieder aufblitzen. „Es macht super großen Spaß, gegen solche Spieler kicken zu dürfen“, betonte der langjährige SpVgg-Kapitän Viktor Kraus bereits in der Halbzeitpause, in der die Sportvereinigung mit 2:1 führte.

Zwar ging die BVB-Traditionsmannschaft durch Giovanni Federico, gegen den SpVgg-Torhüter Bernd Hochstein mit einem klasse Reflex zwei Minuten zuvor noch den Einschlag verhindert und für seine Flugeinlage zurecht Szenenapplaus geerntet hatte, in Minute 27 in Führung. Danach aber belohnte sich die SpVgg-Auswahl für ihre gute Leistung. Gegen Jens Peterssen war BVB-Keeper Jörg Kühl noch auf der Hut (28.), gegen Fabian Sedlaczek und damit gegen den besten SpVgg-Torjäger der vergangenen Jahre aber war er chancenlos – 1:1 (33.). Nach Zuckerpass von Daniel Crummenerl war es schließlich „Matze“ Langer, der zum 2:1 für die Nachrodter traf (35.).

Lucas Nau (52.) ließ nach der Pause den möglichen dritten Treffer für die Nachrodter liegen, auf der Gegenseite glich Tim Gutberlet, der von 1990 bis 1993 dem Profi-Kader der Dortmunder angehörte, mit einem ebenso gefühlvollen wie sehenswerten Schuss aus rund 20 Metern zum 2:2 aus (55.). Nur vier Minuten später stellte Martin Driller mit seinem Treffer auf 2:3 für die Borussia, bei der Giovanni Federico noch einen Foulelfmeter neben den Kasten setzte (62.). „Es war einfach fantastisch, gegen diese ehemaligen Profis spielen zu dürfen. Ein toller Tag für alle Nachrodter“, meinte SpVgg-Abwehrspieler Samed Topcu nach Abpfiff. Während die Dortmunder Ex-Profis noch Autogramm- und Fotowünsche erfüllten und sich auch Zeit für Gespräche mit den Fans nahmen, zog Peter Krummenerl eine erste Bilanz. „Es war wunderbar, wir können rundum zufrieden sein. Und wir haben auch eine gute Leistung unserer Elf gesehen“, sagte der SpVgg-Vorsitzende.

Etliche Helfer hatten für einen reibungslosen Nachmittag gesorgt, vor allem an den Getränkeständen herrschte angesichts der Hitze Hochbetrieb. Einen hervorragenden Job machte auch Moderator Tobias Scheiblich, der als Mitglied der BVB-Supporters Lennetal den Kontakt zur BVB-Traditionsmannschaft hergestellt hatte. Scheiblich führte vor und nach dem Spiel sowie während der Trinkpausen Interviews mit den Ex-Profis und den Akteuren der SpVgg-Auswahl, die von Uwe Hartmann gecoacht wurden.

Hartmann hatte die Sportvereinigung während seiner vierjährigen Trainerarbeit am Holensiepen in der Spielzeit 2014/15 zur B-Liga-Meisterschaft und nach 14 langen Jahren zurück in die Iserlohner A-Liga geführt. „Es ist immer wieder schön, nach Nachrodt zurückzukommen“, sagte Hartmann, für den der Samstag ebenfalls unvergessen bleiben dürfte.

Grün-Schwarz gegen Schwarz-Gelb – aus sportlicher Sicht hätte der 100-jährige Geburtstag der SpVgg Nachrodt nicht schöner sein können. „Es war richtig geil“, brachte es SpVgg-Routinier Kai Alexius auf den Punkt – und die große Jubiläumsfeier in der Lennehalle sollte ja erst noch steigen...

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