2000 Meter offenes Gewässer

Bei den Wasserfreunden Lüdenscheid schwimmt die 15-jährige Yvonne Schalk seit drei Jahren. „Dieses Jahr habe ich 38 Medaillen in Bronze bis Gold errungen, mein bestes Ergebnis war der dritte Platz beim internationalen Schwimmfest in Drolshagen“, so die Bergstädterin.

Lüdenscheid - An einem besonderen und traditionellen Schwimmereignis nahm die 15- jährige Yvonne Schalk teil. Denn im August schwamm sie beim jährlichen Freiwasserschwimmen durch die Grachten von Harlingen (Niederlande). Sie erzählt, wie sie dazu kam und berichtet von ihren Erfahrungen.

Begonnen hat die Zehntklässlerin – ganz unspektakulär – mit fünf Jahren mit den Seepferdchen. Als sie vor drei Jahren, im Jahr 2012, den Wasserfreunden Lüdenscheid beitrat, hatte sie schon alle drei Jugendschwimmabzeichen absolviert. Anschließend ließ sie sich in der Schule zum Sporthelfer ausbilden und wurde Kampfrichterin des Schwimmverbandes Südwestfalen, demnächst sei das Rettungsschwimmabzeichen geplant.

Zwei bis drei Mal die Woche trainiere sie – so wie es die Schule zulässt – im Verein: „Geschwommen wird bei uns Kraul, Brust, Schmetterling und Rücken. Im Kraulen habe ich mich auf 34 Sekunden für 50 Meter verbessert. Mein persönliches Ziel ist es, mich weiter zu steigern und somit hoffentlich bei den südwestfälischen Meisterschaften im nächsten Jahr teilnehmen zu können“, berichtet die Nachwuchssportlerin.

Bereits 38 Medaillen in diesem Jahr

So nehme sie gemeinsam mit dem Verein an verschiedenen Wettkämpfen teil, in denen sie schon einige Platzierungen erreichte: „Dieses Jahr habe ich 38 Medaillen in Bronze bis Gold errungen, mein bestes Ergebnis war der dritte Platz beim internationalen Schwimmfest in Drolshagen“, so die stolze Bergstädterin.

Zum Freiwasserschwimmen kam sie durch ihre Mutter, die in der historischen Hafenstadt geboren ist. So fuhr die gesamte Familie Schalk zwei Tage nach Harlingen, dort startete Yvonne Schalk mit rund 150 weiteren Schwimmern beim Cityswim: „Um teilnehmen zu dürfen, muss man mindestens 15 Jahre alt sein. Für mich war es das erste Mal, dass ich eine so lange Strecke außerhalb des Schwimmbads geschwommen bin“, erklärt Schalk.

Da es vor Ort nicht mehr möglich war, sich für den Wettkampf mit Zeitmessung anzumelden, startete sie in der Freizeit-Kategorie. Ihre Eltern maßen die Zeit. Trotzdem ging Schalk sehr aufgeregt an den Start: „Ich hatte vorher noch nie so etwas gemacht, trotzdem klappte es ganz gut. Unter Wasser war es ziemlich dunkel – ich habe viel Salzwasser geschluckt. Außerdem war alles um einen herum grün und dreckig. Dennoch war das Wasser ruhig und angenehm. So lief es für mich letztendlich wirklich gut, es hat richtig Spaß gemacht.“

Yvonnes Mutter, Cornelia „Conni“ Schalk (42) trainiert die Schwimmer der WFL, so konnte sie Yvonnes Teilnahme auch aus Trainersicht begutachten: „Wir sind die Strecke nebenher gelaufen und waren echt stolz auf unsere Tochter, als sie dann schon nach 38 Minuten und 28 Sekunden die ganzen zwei Kilometer absolviert hatte. Ganz abgesehen von einer optimalen Geschwindigkeit schwamm sie sehr sauber und ließ sich nicht von kleinen Zuschauerbooten beirren. Zudem hat sie einige ältere Schwimmer schnell eingeholt.“

Feuerwehr reinigt Schwimmer

Als die Schwimmer nach und nach aus dem Wasser kamen, wurden sie von der Feuerwehr mit einem Wasserstrahl abgespritzt, bevor ihnen Erinnerungsmedaillen überreicht wurden. „Als ich raus war, war mein Gesicht wegen des Wassers komplett grün, deshalb tat dieses Abduschen und ein anschließendes warmes Getränk sehr gut. Im nächsten Jahr will ich wieder teilnehmen, diesmal mit Freunden und wenn es klappt sogar mit offizieller Zeitmessung“, sagt die 15-Jährige mit einem Grinsen im Gesicht.

Von Jan Lehmann

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