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Nach zwei Spielen: Ein Trio mit sechs Punkten

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Von: Wesley Baankreis, Thomas Machatzke, Thomas Busch, Michael Jeide

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Fabian Kunde und Sergen Gülbeyaz TuS Herscheid
Fabian Kunde und Sergen Gülbeyaz trafen beim 2:0-Sieg des TuS Herscheid im Oestertal. © Michael Jeide

Der TSV Werdohl, der VfB Altena und Aufsteiger TuS Herscheid haben in der Kreisliga A den perfekten Saisonstart mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen hingelegt. Das passt ganz gut, denn so ist das Lenneduell zwischen dem VfB und dem Türkischen SV aus Altenmühle am nächsten Sonntag direkt auch mit Blick auf die Tabelle ein Topspiel.

Märkischer Kreis – 5:4 gewann der TSV Werdohl am Sonntag das türkische Bruderduell gegen den ebenfalls ambitionierten TSV Lüdenscheid. Klingt knapp, war es aber nur am Ende, denn 75 Minuten lang waren die Mannen von Ismail Uzunoglu die klar bessere Mannschaft. Auch deshalb, weil sie den Unterschied-Spieler in ihren Reihen hatte. Ömer Sönmez sorgte für die Momente im Spiel, in denen die Besucher mit der Zunge schnalzten. Er erzielte zwei Treffer sehenswert selbst und bereitete zudem ein Tor vor. So war aus dem 0:1 ein 5:1 für die Gastgeber geworden. Unter tätiger Mithilfe von Islam Mumcu – der Gästeangreifer hatte beim Stande von 4:1 einen Foulelfmeter übers Tor gejagt. Doch das Cilingir-Team gab sich nicht kampflos geschlagen. Nach der Einwechslung des Spielertrainers sorgte dieser selbst in der 82. Minute für das 5:2. Cetins schönes Tor zum 5:3 und ein Foulelfmeter, den nun Cilingir selbst verwandelte, brachten die Wefelshohl-Kicker noch einmal auf 5:4 heran. Doch dann war Schluss, und so blieben die drei Punkte in Altenmühle, auch wenn die Werdohler am Ende doch bedenklich abgebaut hatten.

Bereits am Samstag machte der VfB Altena als 2:0 (2:0)-Sieger beim TSV Rönsahl seinen Traumstart perfekt. Doch auch wenn der „Dreier“ für den Aufstiegsaspiranten in Ordnung ging, konnte er gegen personell gebeutelte Platzherren nur bedingt zufrieden sein. Denn gerade in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit war Rönsahl drauf und dran, den in dieser Phase viel zu nachlässigen VfB in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Allein: Die Grün-Weißen nutzten keine ihrer vielversprechenden Torchancen. Ärgerlich aus TSV-Sicht waren auch die beiden Gegentreffer gewesen: Erst verlängerte der vom Altenaer Schneider bedrängte Dejager Klukowskis Steilpass unglücklich ins eigene Netz (31.), dann erhöhte Janne Kuret nach einem auf den kurzen Pfosten geschlagenen Eckball auf 0:2 (34.). Den längeren Atem hatte in der Schlussphase wenig überraschend der Titelanwärter, aber Rönsahls Schlussmann Ackermann sorgte immerhin dafür, dass kein weiteres Tor mehr fiel.

Punktgleich mit TSV und VfB tummelt sich Aufsteiger TuS Herscheid mit makelloser Bilanz in der Spitzengruppe. Eine perfekte erste Woche im Oberhaus brachte nach dem Startsieg gegen den KSC II und dem Pokalerfolg gegen den SC Lüdenscheid nun das 2:0 (0:0) im Derby beim TSV Oestertal. Der war eine Halbzeit lang gleichwertig und hätte durch einen von Pierskalla verschuldeten Foulelfmeter sogar in Führung gehen können. Kapitän Bertermann scheiterte aber an TuS-Keeper Colin Switala.

Besser machte es kurz nach der Pause Herscheids Kapitän Fabian Kunde, der einen von Fidan verursachten Handelfmeter zum 0:1 (48.) verwandelte. Den dritten Elfmeter des Tages gab es kurz vor Schluss. Sergen Gülbeyaz zuvor per Kopf nach einem Yazar-Freistoß zum 0:2 erfolgreich (66.), brachte den zweiten Foulelfmeter (Edonid Matoshi hatte den Strafstoßschützen umgestoßen), aber nicht am besten Oestertaler, Keeper „Toto“ Vormweg, vorbei. Dieser Abschluss passte zu einem munteren A-Ligakick, in dem auf beiden Seiten viele Chancen liegen blieben, zweimal (Özdemir und Gülbeyaz) aber auch der Querbalken im Weg war. Erwähnenswert: Schiedsrichter Karakus war ein hervorragender Leiter, pfiff mit viel Fingerspitzengefühl.

Der SC Lüdenscheid verhinderte am Sonntagnachmittag eine Woche nach dem 2:4 in Altena den kompletten Fehlstart. Dabei kam das Thielicke-Team nicht gut in die Partie. Gerade zwei Minuten waren gespielt, die SCL-Abwehr noch gar nicht richtig wach, als Musa Karadag für Türkiyemspor Plettenberg sehenswert zum 0:1 traf. Die Gastgeber schüttelten sich einmal, kamen dann aber in der siebten Minuten durch Tabakoglou per Kopf zum Ausgleich. Die Gäste, die mit 13er-Kader angereist waren und nach 17 Minute Atakan Erciyas (umgeknickt, mit dem RTW ins Krankenhaus) verloren, indes blieben nach vorne gefährlich – als der SCL bei Ballbesitz Keeper Albin Idrizi mit einem Rückpass in eine heikle Situation brachte, versuchte dieser dies spielerisch zu lösen. TSP eroberte den Ball und kam durch Ömer Günes zum 1:2 (35.). Ein Geschenk, also musste der SCL noch mehr arbeiten – und tat dies. Lange gelang nach einer Ecke noch vor dem Wechsel das 2:2 (45.), nach der Pause hatten die Hausherren dann ein Übergewicht und zahlreiche Chancen. Eine nutzte Caglar Tabakoglou zum 3:2 (60.). Weil der SCL nun aber nicht nachlegte, hing der Sieg bis in die Nachspielzeit am seidenen Faden. Erst Viktor Hense und Robin Breitenbach machten dann per Doppelschlag zum 5:2 alles klar.

Semir Tuz, Neuenrader Neuzugang von Rot-Weiß Lüdenscheid, traf zweimal beim 3:1-Sieg beim TuS Stöcken.
Der Unterschied-Spieler am Ball: Semir Tuz (Mitte), Neuenrader Neuzugang von Rot-Weiß Lüdenscheid, traf zweimal beim 3:1-Sieg beim TuS Stöcken. © Machatzke, Thomas

Der Bezirksliga-Absteiger TuS Neuenrade feierte eine Woche nach dem Pokalaus am Dickenberg einen guten Start in die Meisterschaft. In einer allerdings überaus mäßigen Partie auf dem Kuhlenhagen-Kunstrasen zeigten die Hönnestädter gegen den TuS Stöcken-Dahlerbrück die reifere Spielanlage – und hatten auch vor dem Tor Semir Tuz, der den Unterschied machte. Bereits nach vier Minuten hieß es 0:1 – Dennis Bonevski war aus allerdings abseitsverdächtiger Position der Schütze. Die Führung hielt bis zur 40. Minute – dann nahm TSD-Spielertrainer Patrick Klatt beim Freistoß genau Maß und traf zum 1:1.

Nach dem Wechsel spielte sich vor den Toren lange wenig ab, bis nach einer Ecke Boecker gegen Tuz ohne Not reichlich ungeschickt zu Werke ging. Tuz fiel, der Referee pfiff, Tuz trat selbst an und traf zum 1:2 (61.). Auf der anderen Seite verhinderte Levermann mit tollem Reflex gegen Klatt den Ausgleich – und so machte noch einmal Semir Tuz nach einem Konter eiskalt alles klar (85.).

Im Duell der Aufsteiger standen sich der Kiersper SC II und der TuS Plettenberg II am Kiersper Felderhof gegenüber. Zumindest für gut eine Halbzeit schien das Aufeinandertreffen der letztjährigen B-Ligisten vergleichsweise ausgeglichen zu verlaufen. Mit jeder Spielminute mehr waren es dann aber die Volmestädter, die mehr und mehr die Oberhand gewannen. Allen voran gegen Marvin Janssens, der mit vier der ersten fünf KSC-Tore den Weg zum letztlich klaren Sieg ebnete, fand der TuS kein Mittel. So war es am Ende nach Aufstiegsnachzügler, der sich über den ersten Saisonsieg freuen durfte – und das gleich mit 8:1.

Den ersten Saisonsieg feierte auch der TuS Grünenbaum, der sich aber nicht sicher war, ob diese Punkte auch tatsächlich bis zum Saisonende auf dem Konto bleiben werden. Zu desolat präsentierte sich RW Lüdenscheid II am Kreisch. Zehn Minuten lang hielt Zantners Minikader mit, dann begann das muntere Scheibenschießen, bei dem sich Nico Kaschitzki dreimal, Fabian Hardenbicker, Richard Kochta und Christian Gawron jeweils doppelt in die Torschützenliste eintrugen. Am Ende hieß es 13:0, es hätte aber auch gut 18:0 stehen können. Lars Scheerer sah’s mit Schrecken, was aus der Reserve seines Ex-Klubs geworden ist.

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Von den Plätzen der Fußball-Kreisliga A Lüdenscheid berichten Thomas Busch, Michael Jeide, Noah Dilks, Wesley Baankreis, Tom Herberg und Thomas Machatzke.

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