MZV-Serie: Übungsleiter der Woche

„Ich mache es gerne und es erfüllt mich“

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Wiebke Cordt-Humpert und Reitschülerin Marlene Holzrichter auf Vincent.

Kreisgebiet - Trainer und Übungsleiter im Sport: Auf der einen Seite sind da die „Profis“, die in der Bundesliga oder bei Olympia im Rampenlicht stehen und viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite gibt es im Sport aber auch unzählige Trainer und Übungsleiter, die ehrenamtlich oder für eine kleine Aufwands-Entschädigung in der Halle oder auf dem Sportplatz stehen.

Wiebke Cordt-Humpert liebt die Pferde. Mit ihnen als Partner Erfolge zu feiern, ist ihr Ziel. Ihr Leben ist der Pferdesport. Seit Jahrzehnten ist die Wördenerin eine feste Institution in der heimischen Reiterwelt. Als Übungsleiterin der Woche sprach sie mit Lydia Schmitz-Machelett über ihr Leben mit dem Pferdesport. 

Eigener Wunsch oder die Überredungskunst eines anderen? Was ist der Antrieb für Ihre Übungsleiter-Tätigkeit? Wie sind Sie dazu gekommen? 

Ich bin da quasi hineingeboren. Wir hatten schon immer Pferde. Über die Jahre hat sich das immer weiter entwickelt. Vor 20 Jahren habe ich dann meinen Trainerschein gemacht. Später die Richterprüfung und nebenbei noch Vorstandsarbeit im Verein. Mir ist es einfach wichtig, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Tier zu vermitteln – auf allen Ebenen. Das gilt für Reiter wie auch für Funktionäre. Die Vierbeiner sind keine Sportgerät, sondern Lebewesen mit Gefühlen und Empfindlichkeiten. Es ist mir wichtig, dass meine Reitschüler ein Gefühl dafür entwickeln und eine möglichst große Harmonie erreichen und so reelle, und keine erzwungenen Erfolge erreiten. 

Der Faktor Zeit spielt für viele Menschen eine entscheidende Rolle. Viele haben keine Zeit für eine Übungsleiter-Tätigkeit. Wieviel Zeit investieren Sie pro Woche? Und: Wie geht das Umfeld damit um? Gibt es Kritik? 

Darüber sprechen wir wohl besser nicht – zu viel Zeit. Aber sie ist ja sinnvoll investiert. Neben meiner Übungsleitertätigkeit bin ich ja auch noch Richterin und Vorsitzende des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Letmathe. Das heißt, es geht auch viel Zeit für organisatorische Dinge drauf. Aber ich mache es gerne und es erfüllt mich. Meine Familie teilt zum Glück meine Leidenschaft für die Pferde. So verbringen wir quasi eh die Zeit gemeinsam hier bei uns auf dem Hof. Daher kommt es auch zu keinen Problemen. Aber es stimmt schon, letztlich ist man nicht so frei. Die Tiere bestimmen den Tagesablauf. Aber das ist es mir wert. 

Stichwort Ziele: Geht es Ihnen um konkrete sportliche Ziele bei der Arbeit als Übungsleiter oder eher um gesellige Aspekte? 

Ganz klar um die sportlichen Ziele. Ich möchte, dass sich Pferd und Reiter weiterentwickeln, gemeinsam auf Turnieren und im Training immer mehr erreichen und ein echtes Team werden. Natürlich hat Sport auch immer eine andere Komponente. Gesellig ist für uns hier vielleicht das falsche Wort, natürlich wird hier auch mal gegrillt oder gefeiert. Zum Sport lehren – egal welcher Art – gehören für mich auch die sogenannten Softskills. Reiter sind beispielsweise Einzelkämpfer und dennoch möchte ich einen Teamgedanken vermitteln und auch vorleben. Erfolge gemeinsam zu feiern ist doch viel schöner. Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, mit Erfolg und Misserfolg umgehen, auf einander Rücksicht nehmen – Werte, die jeder im Sport vermitteln sollte. 

Stichwort Selbstkritik: Als Trainer bzw. Übungsleiter beurteilen Sie Ihre Schützlinge, üben Kritik, um sie zu verbessern. Wenn Sie auf sich selbst schauen, was gibt es denn da zu kritisieren und zu verbessern? 

Ich hätte gerne noch mehr Zeit – aber der Tag hat ja leider nicht mehr Stunden. Außerdem versuche ich mich ständig weiterzubilden und immer auf dem neuesten Stand zu sein. Wenn wir hier Lehrgänge mit externen Reitlehrern organisieren, gucke ich natürlich, wie er oder sie mit meinen Schülern arbeitet und versuche neue Impulse für die tägliche Arbeit mitzunehmen.

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