Brockmann/Sicking bei „Tour Transalp“ voll im Soll

Jens-Christian Brockmann liegt mit seinem Teampartner Paul Sicking bei der „Tour Transalp“ derzeit auf Platz elf.

WIBLINGWERDE -  Der Auftakt der „Tour Transalp“, an der in dieser Woche mit dem Wiblingwerder Jens-Christian Brockmann auch ein heimischer Radsportler teilnimmt, war kein erfreulicher. Gleich auf der ersten Etappe, die am Sonntag von Sonthofen im Allgäu nach St. Anton am Arlberg führte, war es zu einem tragischen Unglück gekommen.

Drei Kilometer vor dem Ziel war ein Teilnehmer auf gerader, trockener Strecke in der Abfahrt Richtung St. Anton ins Schlingern geraten und seitlich über eine Leitplanke gestürzt. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Alle Festivitäten für den Tag wurden abgesagt, die Tour wurde aber am Montag fortgesetzt.

Rang 16 nach der ersten Etappe

Brockmann und sein Teampartner Paul Sicking waren auf der ersten Etappe gut unterwegs, belegten am Ende den 9. Platz bei den Herren (von 156 Teams) und Rang 16 im Gesamtklassement. Bei einer Zeit von 3:46:32,5 Stunden betrug ihr Rückstand auf die Erstplatzierten 6:32,8 Minuten. Auf der ersten Etappe wurden 124,80 Kilometer und 2279 Höhenmeter gefahren, es ging über den Hochtannbergpass (1635 m), den Flexenpass (1748 m) und den Arlbergpass (1805 m). „Es war kalt, nebelig und feucht und da wir zum ersten Mal zusammen fahren, müssen wir uns erst einmal aufeinander einstellen. Ich bin am Berg schneller, Paul in der Abfahrt, dort holt er dann wieder auf. Das passt aber schon ganz gut“, so der Wiblingwerder im AK-Gespräch.

Pech hatten die Fahrer am Montag, als Schneefall bis hinunter auf 1800 Meter angekündigt worden war und die zweite Etappe daraufhin abgesagt wurde. Die Organisatoren entschieden sich, nur eine neutralisierte Überführungsetappe über rund 45 Kilometer auf direktem Weg nach Imst zu fahren. So fuhr der Tross in kleinen Gruppen begleitet von Marshalls und der Polizei oder mit dem Auto ins Ziel. Vorab war die Strecke wegen akuter Steinschlaggefahr auf der gesperrten Silvretta-Hochalpenstraße schon kurzfristig geändert und deutlich verkürzt worden. Von St. Anton sollte es über den Arlberg und den Flexenpass bis Warth und von dort durch das reizvolle Tiroler Lechtal gehen, ehe in Elken der Anstieg zum Hahntennjoch beginnen sollte. 91,35 Kilometer und 1965 Höhenmeter hätten die Fahrer erwartet. „Wir sind dann mit dem Auto rüber gefahren“, erzählt Brockmann. „Da wir ja in einem Massenquartier untergebracht sind, ist es immer schwer, die Sachen trocken zu bekommen.“

Bei kühlen Temperaturen und anfangs viel Regen, erfolgte dann heute der Startschuss zur dritten Etappe. Von Imst ging es über die Pillerhöhe (1559 m) 110,02 Kilometer (2474 Höhenmeter) bis nach Zernez, dem Ort am Tor des Schweizer Nationalparks. Den einzigen richtigem Pass, die Pillerhöhe, gingen die Teilnehmer gleich vom Start weg an. Bis zur Schweizer Grenze fuhren sie auf der Strecke von 2011, ab dem Ort Martina folgte dann ein spannendes Auf und Ab auf urigen Seitenstraßen durch typische Engadiner Weiler. Als Etappenzehnter erreichte das Duo Brockmann/Sicking nach 3:22 Stunden gemeinsam das Ziel, in der Gesamtwertung (7:09 Stunden) machten sie als Siebte bei den Herren und Elfte insgesamt ein paar Plätze gut. Der Rückstand auf die Führenden Emanuel Nösig/ Jörg Randl beträgt 12:30 Minuten. Hinsichtlich ihrer Zielsetzung – ein Platz unter den ersten 20 – liegen Brockmann/Sicking also voll im Soll.

Heute wartet die „Königsetappe“

Die vierte Etappe ist die „Königsetappe“, die den Tross morgen von Zernez ins italienische Livigno führt. Mit 136,91 Kilometern und 3994 Höhenmeter ist es die größte Herausforderung, die die „Tour Transalp“ in ihrer mittlerweile elfjährigen Geschichte zu bieten hat. Mit dem Ofenpass, dem Stilfserjoch, dem Passo Foscagno und dem Passo d’Eira müssen vier Pässe „bezwungen“ werden. „Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt, da es ja bis 1800 Meter geschneit hat. Und oben erwarten uns Temperaturen bis minus vier Grad. Aber es wäre schade, wenn wir nicht fahren könnten, weil diese Etappe mit dem Stilfserjoch das Highlight der ganzen Tour ist“, so Brockmann.

Britta Kaufmann

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