Das Sauerland bewährt sich als Trainingsgebiet

Klaus Steinkeller (Mitte) und Frederik Nagel (l.) lagen in der Gesamtwertung und in der Altersklasse 30 bis 39 Jahre vorne, in der der Wiblingwerder Jens-Christian Brockmann (r.) Platz drei belegte.

WIBLINGWERDE - Mit dem Start am vergangenen Wochenende beim „Glocknerkönig“ hat für Jens-Christian Brockmann die Saison erst so richtig begonnen, eine Reihe von Bergrennen in den Alpen warten jetzt noch auf den Wiblingwerder Radsportler.

Nach einem kleineren Rennen an diesem Wochenende in Marburg, geht es nächste Woche zum „Gletscherkaiser“ und von dort direkt weiter zur „Tour Transalp“. Zudem ist noch ein Start in der Schweiz, entweder beim „Alpenbrevet“ oder bei der „Tour-Challenge“ geplant.

„Den Ötztaler Radmarathon lasse ich dafür in diesem Jahr aus“, erzählt Jens-Christian Brockmann, der am Sonntag beim „Glocknerkönig“ - nach dem „Ötztaler Radmarathon“ und dem „Drei-Länder-Giro“ das drittgrößte Radevent in Österreich - in einem ganz starken Feld den hervorragenden siebten Platz belegt hatte. 2228 Fahrer hatten das Ziel erreicht. Nach der Mautstelle nach rund 16 Kilometern hatte die Spitzengruppe den Titelverteidiger und späteren Sieger Klaus Steinkeller (Tirol) ziehen lassen müssen, Brockmann selbst hatte dann bis fünf Kilometer vor dem Ziel Platz sechs belegt, ehe er noch einen Platz verlor - gegen keinen Geringeren, als den mehrfachen österreichischen Bergmeister Hans-Peter Obwaller, auf den Brockmann am Ende gerade einmal 4,3 Sekunden Rückstand hatte. „Mehr ging nicht“, gestand der Wiblingwerder, der letztlich mit 3:57,3 Minuten Rückstand auf den Sieger ins Ziel kam und durchaus zufrieden war, wenngleich es nicht zum Sprung auf das Treppchen gereicht hatte. „Eine relative Verbesserung war das Ziel, und das ist mir gelungen“, sagt der heimische Pedalero, der im Vorjahr Rang neun belegt hatte und seine Zeit (1:21,22,1) um eine Minute steigern konnte. Im Schnitt fuhr er 19,909 km/h. „Das kommt dadurch, dass man das erste, recht flache Stück noch mit Tempo 50 fahren kann, später geht es dann nur noch steil bergauf. Dann sind nur noch 12 bis 13 km/h drin“, erklärt Brockmann.

Mit seinem neuen, leichteren Rad hat der Wiblingwerder Nachteile beim Material gegenüber den Topfahrern ausgeglichen, jetzt will er sich auch den Topzeiten weiter nähern. Am liebsten schon beim „Gletscherkaiser“, wo er 2012 mit drei Minuten Rückstand auf Sieger Steinkeller als Sechster ins Ziel gekommen war. Einen Platz vor dem nordischen Kombinierer Mario Stecher, der unter anderem zweimal mit dem Team Olympiasieger wurde. „Das Material macht schon einiges aus und deshalb möchte ich beim Gletscherkaiser auch die Top Fünf angreifen“, sagt Brockmann, der am Mittwoch wieder gen Österreich reist, wo dann am Donnerstag das Rennen steigt.

Sonntag Rundstreckenrennen in Marburg

Am Sonntag fährt Brockmann im Trikot des TV Jahn Siegen noch ein Rundstreckenrennen in Marburg über 77 Kilometer, ansonsten steht nur noch lockeres Training bis zum nächsten Alpenrennen an. So sieht es der Plan von Erik Santen vor, der für das Team Sonosan für die Leistungsdiagnostik und die Trainingspläne zuständig ist. „Im Winter war ich bei ihm, und er hat dann einen Trainingsplan zunächst für drei Monate erstellt, damit ich mich gezielt auf die Alpenrennen vorbereiten kann. Solche Rennen wie am Sonntag in Marburg fahre ich ja eigentlich nicht so gerne, sehe sie deshalb als Training“, sagt der heimische Bergspezialist, der übrigens überaus zufrieden mit seinen Trainingsbedingungen im Sauerland ist. „Die Topfahrer wohnen da unten und können in der Höhe trainieren, die man ab 2000 Meter schon merkt. Wenn ich hier 3000 Höhenmeter hinter mir habe, bin ich zehn Berge gefahren, die fahren nur zwei. Aber ich trainiere fast ausschließlich hier und wenn man bedenkt, dass ich mit den besten Bergfahrern mithalten kann, so zeigt das doch, dass sich das Sauerland als Trainingsgebiet bewährt“, behauptet Brockmann zurecht mit Stolz. Einen weiteren Beweis will er am 20. Juni beim „Gletscherkaiser“ liefern.

Britta Kaufmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare