Frostfahrt für Brockmann beim „Glocknerkönig“

Trotz eisiger Temperaturen konnte der Wiblingwerder Jens-Christian Brockmann seine Qualitäten als Kletterer beweisen.

Wiblingwerde - Ein Wintereinbruch in der Nacht vor dem Start des Radrennens „Glocknerkönig“, das am vergangenen Sonntag stattfand, hat für extreme Verhältnisse gesorgt. Der heimische Radsportler Jens-Christian Brockmann trotzte den widrigen Bedingungen, bewies seine Zähigkeit und beendete den Kletterwettkampf in Österreich auf dem elften Platz.

Für die knapp 28 Kilometer mit rund 1 700 Höhenmetern benötigte Brockmann 1:21:52,4 Stunden und war damit trotz der Umstände im Bereich seiner im Vorjahr aufgestellten persönlichen Bestleistung (1:22:21). „Als ich am Morgen nach dem Aufstehen aus dem Fenster schaute und den Neuschnee auf den Bergen sah, dachte ich mir schon, dass es ein richtig hartes Rennen wird. Und das war es dann auch“, äußerte der Wiblingwerder.

In Anbetracht von mächtig Neuschnee am Ziel in Höhe von 2 428 m am Fuschertörl hatte die Rennleitung um Organisator Thomas Hörl kurzfristig überlegt, das Ziel um 300 Höhenmeter nach unten zu verlegen – doch da die Großglockner Hochalpenstraßen AG mit ihren Räumfahrzeugen ab sechs Uhr früh im Einsatz war und ganze Arbeit leistete, konnte der „Glocknerkönig“ wie geplant stattfinden.

„Direkt nach dem Start wurde vorne richtig Tempo gemacht. Die Spitzengruppe war mit einer Geschwindigkeit von weit über 40 km/h unterwegs. Und das Risiko, da zu überdrehen, war mir zu groß“, schilderte Brockmann den Verlauf der Anfangsphase, bei der von Einrollen keine Rede war.

Bei der ersten Zeitnahme in Ferleiten etwa zur Hälfte des Rennens hatte er sich in einer Verfolgergruppe eingefunden und lag auf dem 19. Platz, ehe seine Aufholjagd begann: Als die Rampen mit durchschnittlich zehn und teilweise mit Passagen von bis zu 15 Prozent zwischen den Kehren immer steiler wurden, spielte Brockmann seine Qualitäten als Kletterer aus.

In kurzer Radlerhose, aber mit wärmenden Armlingen und Handschuhen unterwegs, stieg Brockmann im Klassement, während die Temperaturen fielen. „Kurz vor dem Gipfel zeigte mein Tachometer zwei Grad Celsius an“, so der Sauerländer Pedalero. Teilweise haben sogar Minusgrade geherrscht, was die ohnehin schon starke Leistung Brockmanns noch weiter aufwertet – eine Regenfahrt ist fast nichts gegen eine Frostfahrt.

Bereits in gut zwei Wochen stellt sich der für den TV Jahn Siegen startende heimische Rennradler den nächsten Strapazen in den Alpen: Dann wird er beim Gletscherkaiser im Kaunertal starten und bis auf 2 750 Meter die höchste Bergankunft Österreichs bewältigen. Und Brockmann hofft dann beim Blick aus dem Fenster am Wettkampfmorgen auf veritables Kaiserwetter.

Nico Schwarze

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare