Jens-Christian Brockmann bei Gletscherkaiser und Transalp

Jens-Christian Brockmann, hier beim Training für den „Glocknerkönig“ vor zwei Wochen, peilt am Donnerstag beim „11. Kaunertaler Gletscherkaiser“ einen Platz unter den ersten fünf an.

WIBLINGWERDE -  Gleich zwei Highlights innerhalb weniger Tage warten auf Jens-Christian Brockmann. Am Donnerstag startet der Wiblingwerder Radsportler beim „11. Kaunertaler Gletscherkaiser“ und strebt einen Platz unter den ersten fünf an, am Sonntag erfolgt dann der Startschuss zur „Tour Transalp“, einem Etappenrennen über sieben Tage für Zweierteams.

Kann Brockmann seine Chancen bei der „Tour Transalp“, wo er seine Premiere feiert, nur schwer einschätzen, so ist das Ziel für Donnerstag ganz klar definiert. „Ich will in die Top 5“, sagt der 31-Jährige, nachdem er im Vorjahr als bester Deutscher Sechster geworden war. „Es ist natürlich eine gewagte Aussage, weil man nie weiß, ob die Beine mitmachen.“

Brockmann rechnet fest damit, dass der Tiroler Klaus Steinkeller antreten wird, um seinen im Vorjahrestitel zu verteidigen. Seinerzeit hatte der Wiblingwerder im Ziel 3:15,97 Minuten Rückstand auf den Sieger, an den er kürzlich beim „Glocknerkönig“ mit neuem Rad aber schon näher herangerückt ist. Und nach „nur“ 27 Kilometern beim „Glocknerkönig“, bleiben ihm nun exakt 51 Kilometer und 2150 Höhenmeter, um Boden gutzumachen.

Beim Rundstreckenrennen am Wochenende in Marburg über 77,5 Kilometer hatte Brockmann mit einer starken Zeit von 2:02 Stunden und Platz zwei seine gute Form bestätigt, die gilt es nun erneut in den geliebten Bergen zu beweisen. Dort spielt auch das Wetter immer seine ganz eigene Rolle. Hatten die Fahrer 2011 noch mit extremen Regenfällen und sogar Schnee zu kämpfen, so schien im vergangenen Jahr die Sonne. „Die Vorhersage ist diesmal ganz gut. Ich habe es am liebsten richtig warm“, sagt Brockmann und hofft, dass „Petrus“ auf seiner Seite ist.

Der Startschuss zum „Gletscherkaiser“ erfolgt am Donnerstag um 9.30 Uhr in Feichten. Zunächst geht es etwa zehn Kilometer hinab ins Tal, überholen ist verboten. Ab der Ortschaft Prutz ist es dann vorbei mit dem „Warmradeln“, jetzt geht es in den Berg und 40 gnadenlos steile Kilometer hinauf auf den Gletscher bis zum Ziel auf 2750 Meter Seehöhe. Zwischendurch gibt es noch eine etwa fünf Kilometer lange, flachere Stauseepassage, auf der die Fahrer nochmal bis zu 50 km/h erreichen. „Hinter der Stauseepassage habe ich im letzten Jahr noch einige Plätze gutgemacht. Man sollte anfangs zwar nicht allzu viele ziehen lassen, aber auch nicht überdrehen. Die, die sich anfangs schon absetzen wollen, wurden bisher immer wieder eingeholt“, hat sich Brockmann seine Taktik genau zurecht gelegt, weiß auch, dass die Luft ab 2000 Metern Höhe merklich dünner wird und man dann noch ein „paar Körner“ in Reserve haben sollte. „2750 Meter sind schon sehr extrem“, so der Wiblingwerder.

Sonntag nach Sonthofen zur „Tour Transalp“

Und extrem geht es am Sonntag weiter, wenn Brockmann zusammen seinem Kollegen Paul Sicking (30) vom Team Sonosan bei der „Tour Transalp“ die nächste Herausforderung sucht. Nach dem Start in Sonthofen im Allgäu warten auf die Fahrer rund 800 Kilometer über die österreichischen Alpen, ehe nach sieben Tagesetappen am 29. Juni das Ziel in Arco am Gardasee erreicht ist. Die „Tour Transalp“ gilt als das faszinierendste und spektakulärste Rennrad-Etappenrennen Europas für Jedermann, 1300 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern werden erwartet, gestartet wird in 650 Zweierteams. „Ich bin die Transalp noch nie gefahren, deshalb ist es schwer, eine Prognose zu treffen. Mein Mitfahrer meinte, ich könnte durchaus unter die ersten zehn kommen, aber es zählt ja die Zeit des Zweitplatzierten. Vielleicht ist ein Platz unter den ersten 20 möglich“, will Brockmann auf jeden Fall versuchen, mit seinem Partner, für den es ebenfalls der erste Start ist, zusammenzubleiben und ihm am Berg nicht davonzufahren...

Britta Kaufmann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare