Jens Christian Brockmann Neunter beim „Alpen-Traum“

Der Wiblingwerder Jens Christian Brockmann (vorne) fuhr beim finalen Rennen in den Alpen, dem „Alpen-Traum“, zwar kein optimales, aber ein gutes Rennen und ließ als Neunter des Gesamtklassements sogar einige Profis hinter sich.

KREISGEBIET -  Mit dem Wiblingwerder Jens Christian Brockmann sowie den beiden Lüdenscheidern Nico Macaluso und Ulrich Gurian starteten am Wochenende drei ambitionierte Radfahrer aus dem Kreisgebiet beim „Alpen-Traum“, einem Tagesrennen eigens für Rennradfahrer in den Alpen. Während Brockmann trotz eines nicht optimalen Rennens als Neunter eine Top-Ten-Platzierung einfuhr, kamen die beiden Bergstädter nicht ins Ziel.

Um 7 Uhr fiel am Samstag in Sonthofen der Startschuss für die Langdistanz über 252 Kilometer und sechs Pässe mit insgesamt 6078 Höhenmetern. Das Ziel befand sich in Sulden am Ortler, dazwischen wurden Bad Hindelang, der Oberjochpass (1155 m), Schattwald, der Gaichtpass, Weißenbach, Elmen, das Hahntennjoch (1903 m), Imst, Zams, Landeck, Fließ, die Pillerhöhe (1559 m), Kauns, Prutz, Pfunds, Martina, der Reschenpass (1507 m), der Reschensee, Burgeis, Schleis, Laatsch, Taufers im Münstertal, der Umbrailpass (2501 m), das legendäre Stilfser Joch (2757 m) sowie Gomagoi passiert.

Bereits kurz nach dem Start begann es zu regnen, erst leicht, dann zunehmend stärker. „Es war nasskalt. Die Nässe kroch durch die Kleidung und am Hahntennjoch war es so kalt, dass neben der Straße alles schneebedeckt war. Nach der nassen Abfahrt wurde das Wetter zum Glück zunehmend trockener“, erzählt Brockmann, der sich bis zur Pillerhöhe in einer siebenköpfigen Spitzengruppe befand, zu der er dann aber den Kontakt verlor. „Das Teilstück bis Reschen fuhr ich mit dem späteren Sechstplatzierten zu zweit, oben schloss noch ein Fahrer auf und wir gingen zu dritt in die Abfahrt nach Laatsch“, so Brockmann weiter. Kurz nach dem Abzweig ins Münstertal war dann jeder auf sich alleine gestellt. Es ging über einen Nebenweg mit einer giftigen Steigung in die Hauptstraße des Umbrailpasses. „Eigentlich einer meiner Lieblingspässe, doch am Samstag musste ich hier der langen Strecke Tribut zollen. Ich brach etwas ein und musste mich ab hier zusehends sehr quälen“, sagt Brockmann, für den nach dem Umbrailpass weitere 300 Höhenmeter zum Stilfser Joch folgten, bevor es nochmal 48 Kehren talwärts ging. Nach der letzten Verpflegung in Gomagoi galt es, den Schlussanstieg nach Sulden zu bewältigen – noch einmal 500 Höhenmeter mit Steigungen bis zu 14 Prozent, die nach mehr als 240 Kilometern im Sattel besonders weh taten.

Nachdem Brockmann bis zum Stelvio noch zwei Positionen verloren hatte, erreichte er als Neunter der Gesamtwertung das Ziel. „Die Durchschnittsgeschwindigkeit entsprach etwa der, die ich beim Alpenbrevet erreicht hatte, das ich zweimal für mich entscheiden konnte. Das Alpenbrevet ist zwar noch etwas länger und hat noch einige Höhenmeter mehr, jedoch waren die am Samstag zu bewältigenden Anstiege teilweise steiler und die Konkurrenz eine andere. Insgesamt also ein Ergebnis, mit dem ich trotz eines Leistungseinbruches im Finale in Anbetracht des hochkarätigen Feldes zufrieden sein kann“, bilanzierte Brockmann.

Gurian und Macaluso nicht im Ziel

Nicht ganz so gut lief es indes für die beiden Lüdenscheider. Ulrich Gurian, Langstreckenspezialist und Finisher bei „Trondheim-Oslo 2004“ (540 km), der in diesem Jahr nach einer Operation erst im Juni mit dem Training beginnen konnte, war zum ersten Mal mit dem Rad im Hochgebirge unterwegs. Er fuhr das Rennen zusammen mit Nico Macaluso, der in diesem Jahr das Rennen „Mailand-San Remo“ (295 km) in sagenhaften neun Stunden gefahren war. Beide erreichten beim „Alpen-Traum“ das Zeitlimit nicht und mussten aufgrund der früh einsetzenden Dunkelheit in den Besenwagen einsteigen.

Insgesamt erreichten 308 der 464 gestarteten Fahrerinnen und Fahrer das Ziel. Es siegte der als Favorit gehandelte Stefan Kirchmair, Gewinner des Ötztaler Radmarathons 2012, vor dem deutschen Ex-Profi Jörg Ludewig. Der Mountainbike-Profi Tim Böhme wurde Vierter, die beiden Profis Ralf Matzka (10. bei „Rund um den Finanzplatz Eschborn“, ehemals „Rund um den Henninger Turm“) und Jonathan Mc Evoy landeten auf den Plätzen 30 und 31. Überraschend mussten sie schon zu Beginn der Pillerhöhe abreißen lassen. Das Tempo sei zu hoch gewesen und sie hätten gemerkt, dass sie nicht mehr mit der Spitze hätten mitfahren können, sagte Matzka im Zielinterview. Umso höher einzuschätzen ist deshalb Brockmanns bemerkenswerter neunter Platz. Ein weiterer prominenter Fahrer, der Triathlet Lothar Leder, kam auf Rang 42. - eb/bri

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