Die Spielidee der FSV Werdohl geht auf

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Mit taktischer Disziplin und Konsequenz vor dem gegnerischen Tor zogen Rejhan Zekovic (rechts) und die FSV Werdohl am Sonntag dem Oberligisten aus Dortmund den Zahn.

Werdohl - Nein, mit einem solchen Verlauf hatte niemand rechnen können. Und so musste auch Trainer Alen Terzic seiner Verblüffung am Tag nach dem denkwürdigen 4:1-Erfolg der FSV Werdohl gegen den Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund in der Erstrundenpartie des Westfalenpokals Ausdruck verleihen.

„Es wäre komisch“, setzte der Iserlohner an, „wenn man nach so einem Ergebnis nicht überrascht wäre“. Dann aber kehrte ins Vokabular des 35-Jährigen die gewohnte Sachlichkeit zurück: „Als Außenseiter darfst du trotzdem an deine Chance glauben. Das haben wir getan.“ Und diesen Glauben auf dem Platz in eine beeindruckende Vorstellung umgemünzt. Lange Zeit hatten die zwei Klassen höher angesiedelten Dortmunder Mühe, gegen den Landesligisten Chancen herauszuarbeiten. „Unsere Spielidee ist aufgegangen“, frohlockte Terzic dementsprechend. Einmal mehr haben seine Schützlinge einem auf dem Papier favorisierten Kontrahenten den Schneid abgekauft – mit taktischer Disziplin, Konterstärke und der nötigen Position Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. Dieses Kunststück war der FSV schon Ende Juli im Test gegen Westfalenliga-Aufsteiger SpVg Olpe gelungen, genauso wie in der Rückserie der vergangenen Saison.

Dass Terzic trotz des Coups gegen Aplerbeck nicht in Euphorie verfallen mochte, liegt auch daran, dass sich die Werdohler gegen vermeintlich schwächere Gegner unverändert schwer tun. „Wir haben gegen Dortmund gesehen, dass wir in unseren Leistungen unbedingt konstanter werden müssen. Wir müssen lernen, die richtige Mitte zu finden“, betonte der frühere Dröscheder.

Er selbst versucht, eben diese Mitte auch im Umgang mit seinen Akteuren zu finden. Insbesondere im Fall Philip Fischer hat sich Terzic dabei selbst einen schmalen Grat auferlegt. „Dass er für sein Alter bereits sehr weit ist, weiß ich nicht erst seit Sonntag. Das habe ich schon seit Wochen gesehen“, äußerte der Coach über den Youngster, der im Sommer aus dem Nachwuchs des TuS Plettenberg den Weg ins Team seines älteren Bruders Falk fand. Terzic attestiert dem Schützen des 3:0 gegen Dortmund zwar gute Anlagen, will ihm aber auch nicht zu früh zu viel zumuten: „Damit er diese tolle Entwicklung nehmen kann, muss man ihn passend dosieren.“

Unterdessen ist bei Robert Bierkoch gegen den ASC die Fußverletzung wieder aufgebrochen, die den Abwehrhünen schon im Vorfeld behindert hatte. Ein Einsatz gegen RW Erlinghausen am Sonntag ist fraglich. Aber, so Terzic, „ausgeschlossen ist bei Robert nichts.“

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