Handball

Kleine Staffeln, viele Absteiger

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Staffeltage in virtueller Form: Die Premiere für die Oberliga, Verbandsliga und Landesliga im Männerbereich am Mittwochabend verlief problemfrei.

Kreisgebiet – Wenn die Handball-Saison 20/21 in Westfalen so problemfrei verlaufen sollte wie die Premiere der virtuellen Staffeltage am Mittwochabend, dann dürfte den Verantwortlichen am Ende ein Stein vom Herzen fallen. Andreas Tiemann, Chef der Spieltechnik in Westfalen, und sein Stellvertreter Bernd Kuropka (verantwortlich für den Frauen-Bereich) stellten in Video-Konferenzen die möglichen Modelle für den Männerbereich vor.

Die Saison, sie ist so schwer zu planen wie noch keine vor ihr. Zum einen sind die Spielebenen durch den vermehrten Aufstieg und die ausgesetzten Abstiege so prall mit Mannschaften gefüllt wie noch nie – allein für den Landesliga-Bereich sind es 14 Teams mehr. Zum anderen kann die Saison – wenn überhaupt – erst später beginnen.

Anfang Oktober haben die Spieltechniker nach den jüngsten Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen bei den Corona-Beschränkungen ins Auge gefasst. Nicht eher, also im September, weil vielen Vereinen in den Sommerferien in diesem Jahr keine Hallen zur Verfügung stehen. „Aber wahrscheinlich ist es leichter, die Lotto-Zahlen vorherzusagen“, stellte Andreas Tiemann am Mittwoch fest – für ihn steht fest, dass ein Spielbetrieb in diesen Klassen nur Sinn macht, wenn auch Zuschauer wieder zugelassen sind. „Denn es geht um Emotionen“, erklärte Tiemann, „davon lebt unser Sport, wir sind nicht beim Schach...“

Der Altkreis Lüdenscheid ist nach dem Abstieg der TS Evingsen aus der Landesliga nur noch mit drei Mannschaften in diesen Spielklassen vertreten. Die SGSH Dragons sind eine von 34 Mannschaften in der Verbandsliga. Hier könnte entweder ein Vorrunden-Spielmodell warten, bei dem die Dragons auf acht Gegner treffen, oder eine Staffel mit elf Mannschaften. So oder so gibt es einen vermehrten Abstieg aus der Verbandsliga. Beim zweiten Modell würde die Saison erst am letzten Herbstferien-Wochenende (25. Oktober) beginnen, beim ersten Modell am 4. Oktober – und da gäbe es dann auch durch die erhöhte Spieltag-Zahl zwei Doppelrunden mit zwei Spielen pro Wochenende. Keine Option sind zwei 17er-Staffeln (bisher gab es auf dieser Ebene zwei Staffeln): 34 Spieltage wären im vorgegebenen Zeitraum nicht zu stemmen. Neu in der Verbandsliga ist, dass alle Mannschaften nun bis zum Dienstagabend nach dem Spiel Videos des Heimspiels auf die Plattform „Sportlounge“ hochladen müssen. Da galt bisher nur bis zur Oberliga.

Die Vereine dürfen sich nun bis zum Sonntag überlegen, welches Modell sie bevorzugen und eine entsprechende Rückmeldung abgeben. Danach wird das mehrheitsfähige Modell dem Erweiterten Präsidium des HV Westfalen vorgelegt. Am übernächsten Wochenende soll dann die endgültige Einteilung der Staffeln bzw. Vorrundengruppen erfolgen.

Genauso sieht es für die Landesliga aus. 70 Mannschaften – da war die Einführung einer fünften Staffel mit 14 Teams erwartet worden. Das ist auch eines der beiden Modelle, die Tiemann vorstellte. Doch selbst bei fünf 14er-Staffeln wird es vom Terminplan her zwischen dem 4. Oktober und 6. Juni eng. So gab es in der Videokonferenz sogar positivere Resonanz für die zweite Variante: Die sieht gar sechs Staffeln mit elf bis zwölf Mannschaften vor. Die HSG Lüdenscheid und die HSV Plettenberg/Werdohl würden bei dieser Variante der Konkurrenz aus Bösperde, Halingen, Lössel, Menden und Wickede aus dem Weg gehen, dafür wäre dann wohl Herdecke in der Gruppe mit den beiden Altkreis-Teams.

Mehr Sonntagsspiele?

Klar ist, dass so oder so der Abstiegskampf ein harter wird in der Landesliga. Ein Plus von 14 Mannschaften binnen zwei Jahren wieder abzubauen bei einem vermehrten Abstieg aus der Verbandsliga in dieser Zeit – das ist ein ambitioniertes Projekt. Sollte es eine 14er-Staffel geben, dann steigen daraus fünf Mannschaften ab, in der Zwölfer-Staffel wären es ebenfalls fünf Absteiger.

Mit einem Appell richtete sich Andreas Tiemann bei der Saisonplanung zudem an die Mannschaften: Da es durch die deutlich gewachsene Zahl an Spielen pro Wochenende auf Verbandsebene und zudem durch den drohenden Schiedsrichter-Ausfall aufgrund der Corona-Folgen eng werden dürfte bei den Besetzungen der Spiele mit Referees, sind die Vereine angehalten, die Heimspiele „paarig“ auf den Samstag und den Sonntag zu verteilen. Spieltermine an einem Sonntag, so Tiemann, sind für Schiedsrichter-Ansetzungen deutlich unproblematischer.

Eine Empfehlung will der Verband zudem aussprechen. Da gerade im Zeitnehmer/Sekretär-Bereich der Personenkreis mitunter vermehrt der Corona-Risiko-Gruppe angehört, soll darüber nachgedacht werden, ob die Heimmannschaft bei Spielen eventuell beide Positionen besetzen soll, so dass hier keine Personen aus verschiedenen Vereinen und Regionen nebeneinander am Kampfgericht Platz nehmen müssen.

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