Vizepräsident Löwen und viele Baustellen

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Neuer Vizepräsident des WTB für Turnspiele: Hans-Artur Löwen aus Schalksmühle.

Schalksmühle - Am 9. Dezember wird auf Schloss Oberwerries in Hamm das neue Präsidium des Westfälischen Turnerbundes erstmals tagen. Mittendrin: der Schalksmühler Hans-Artur Löwen. Löwen wurde im Oktober auf dem Landesturntag in Schloss Neuhaus zum neuen Vize-Präsidenten für den Bereich der Turnspiele gewählt.

„Ich bin ja bereits seit vielen Jahren im Bereich des Faustballs aktiv gewesen“, sagt Löwen, „und als dann die Position des Vizepräsidenten für diesen Bereich vakant war, hatte man mich ja schon vorher als kooptiertes Mitglied ins Präsidium dazu genommen. Offiziell ins Amt gewählt worden bin ich aber erst jetzt beim Landesturntag.“ Löwen, der innerhalb des Lenne-Volme-Turngaus den Volmebezirk als 1. Bezirksvertreter führt, ist nun nicht mehr nur für den Faustball zuständig. Zu den Turnspielen zählen im DTB auch Prellball, Volleyball, Korbball, Korfball, Indiaca, Völkerball oder Ringtennis – eine bunte Mischung, die auf Landesturnfesten und Deutschen Turnfesten durchaus einen sehr großen Raum im Wettkampfprogramm einnimmt.

Am 9. Dezember wird es aber wohl weniger um Prell- oder Völkerball gehen. Im Präsidium sind weiterhin andere Dinge gewichtiger. Der Landesturntag hat zwar ein neues Präsidium gewählt, so manche alte Baustelle ist aber längst noch nicht abgearbeitet. Präsident Manfred Hagedorn (Dortmund) hat sich in Schloss Neuhaus zwar zur Wiederwahl gestellt, diese allerdings an Bedingungen geknüpft. An die Verabschiedung einer neuen Satzung zum Beispiel. Die sollte eigentlich bereits beim Landesturntag im Oktober verabschiedet werden – es gibt allerdings noch keinen Konsens, was bestimmte Punkte angeht. Nun soll es einen außerordentlichen Landesturntag im Frühjahr 2016 geben, an dem diese neue, dann wohl konsensfähige Satzung verabschiedet wird.

Außerordentliche Turntage sind derweil nichts Außergewöhnliches dieser Tage bei den Turnern. Der Plettenberger Thorsten Gödde weilte als Vorsitzender des Lenne-Volme-Gaus zuletzt auch beim Turntag des Deutschen Turnerbundes in Berlin und brachte die Kunde mit, dass auch auf nationaler Ebene bereits 2016 wieder getagt werden soll – und zwar außerordentlich. „In Berlin ist eine Beitragserhöhung beschlossen worden – allerdings wird diese nicht an die Vereine weitergegeben, sondern von den Verbänden und Gauen aufgefangen“, sagt Gödde, „und zwar auf drei Jahre begrenzt. Danach soll eine neue Liquiditätsplanung gemacht werden.“ Weil aber nicht abzusehen war, ob diese Beitragserhöhung auch durchgehen würde, hatte sich der DTB-Präsident Rainer Brechtken noch einmal für ein Jahr wählen lassen. 2016 aber ist für Brechtken Schluss – deshalb wird es auch im DTB einen außerordentlichen Turntag geben, um einen Nachfolger zu wählen. Für einen Verband, der gerade seine Liquiditätsprobleme mit einer Beitragserhöhung versucht, in den Griff zu bekommen, eine kostspielige Angelegenheit...

NRW-Dachverband weiter ein Ziel

Ob der Westfälische Turnerbund Brechtken in seinem letzten Amtsjahr noch dessen Wunsch erfüllen wird, auf NRW-Ebene in einem gemeinsamen Dachverband mit dem Rheinischen Turnerbund mit einer Stimme für das Turnen zu sprechen, ist derweil fraglich. „Von Seiten des WTB ist das eigentlich gar kein Problem“, sagt Thorsten Gödde nach seinen Erfahrungen beim Turntag, „man benötigt allerdings einen verlässlichen Partner.“ Den gibt es aktuell beim Rheinischen Turnerbund nicht. Der Nachbarverband hat eine schwierige Zeit hinter sich – das Kölner und Düsseldorfer Lager sind komplett zerstritten, der Vorstand des RTB war daraufhin zurückgetreten. Mit der Folge, dass nun zumindest für ein Jahr der Ex- und Ehrenpräsident Hans-Jürgen Zacharias wieder die Führung des RTB übernommen hat.

Nordrhein-Westfalen ist derweil nicht das einzige Bundesland mit mehreren Turnverbänden. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist dies nicht anders. Der Schritt, oberhalb von RTB und WTB einen Dachverband zu etablieren, der für beide Verbände nach oben verhandelt, sie aber ansonsten ihr Ding machen lässt, ist allerdings noch immer vom DTB gewünscht.

Ein weiteres Thema, das Brechtken beim Landesturntag in seiner Rede erwähnte, könnte auch den Lenne-Volme-Turngau betreffen. Zum Thema der Regionalisierung sagte Brechtken, dass sich die Grenzen der Untergliederungen des Verbandes an den politischen Grenzen orientieren und sich diesen angleichen sollten. Für den LVG würde dies bedeuten, dass man sich zum Märkischen Nordkreis hin öffner müsste. „Das ist Wunschdenken, sind Gedankenspiele“, sagt Thorsten Gödde dazu, „so etwas wird nicht kommen...“

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