31:32 – HSV Werdohl unterliegt Dortmund knapp

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Greifbare Enttäuschung: Die HSV Werdohl/Versetal (hier Michel Lengelsen) lieferte wie gegen Haltern-Sythen eine starke Leistung gegen ein Top-Team ab, stand am Ende aber wieder mit leeren Händen da.

Werdohl - „Das zweite Spiel in Folge, in dem wir grandios spielen und am Ende doch mit leeren Händen dastehen“, fasste Trainer Kai Henning die Partie der HSV Werdohl/Versetal gegen den OSC Dortmund zusammen. Mit 31:32 (15:12) unterlag der heimische Handball-Verbandsligist, hatte in der 39. Minute aber noch 22:16 in Front gelegen.

Zugegeben, das junge Schiedsrichtergespann Barth/Otto stand vielleicht nicht ganz zu unrecht in der teils lautstark geäußerten Kritik, spielentscheidend war die fehlende Linie des Schwelmer Duos aber nicht. Vielmehr lag es an einem zehnminütigen kollektiven HSV-Blackout zwischen der 40. und 50 Minute, der Dortmund zurück in die Begegnung brachte.

Bis dahin hatte die HSV wirklich grandios gespielt, so wie es Henning gesehen hatte. Zwar verteidigte Dortmund äußerst variabel, mal auf der Ballseite ganz offensiv ausgerichtet, mal im defensiven 6:0-Verbund. Die Achillessehne der OSC-Abwehr verbarg sich vielmehr zwischen Pfosten.

Etliche Werdohler Versuche landeten irgendwie im Netz, Würfe, die unter normalen Umständen wohl kaum zum Erfolg geführt hätten. Lengelsen und Co. konnte es egal sein, sie machten aus ihren Möglichkeiten das Beste – die Führung beim 22:16 war mehr als verdient, obwohl Dortmund in der Offensive einen Tick strukturierter wirkte.

Der rote Faden riss ansatzlos. Niemand war in der Lage, das Heft in die Hand zu nehmen und dem Spiel wieder den Stempel der ersten 40 Minuten aufzudrücken. Einzelaktionen, sinn- und konzeptloses Angerenne gegen ein 6:0-Bollwerk, das leichtes Spiel mit den durchschaubaren Aktionen hatte. Vielleicht hätte eine Auszeit die dringend benötigte Frische zurückgebracht.

Stattdessen zog Dortmund in der 48. (23:23) erstmals wieder gleich, ging anschließend sogar 26:24 (52.) in Führung. Henning warf die grüne Karte erst beim 26:28 (54.) – womöglich zu spät. Dortmund hatte nun Oberwasser, ließ die HSV zwar mehrfach bis auf einen Treffer aufschließen, vorbei kamen die Werdohler aber nicht mehr. Vermeidbare Fehlpässe und Ballverluste machten der Aufholjagd immer wieder den Garaus. De Liellos Siebenmeter zum 31:32 acht Sekunden vor dem Ende war Ergebniskosmetik, mehr nicht.

Die Enttäuschung war greifbar, den Werdohler Akteuren in ihre Gesichter geschrieben. Über weite Strecken hatten sie dem Tabellendritten die Stirn geboten. - Von Markus Jentzsch

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