Fußball

Von Rückschlägen und dem Kabinen-DJ

+
Glaubt an die Qualität seiner Mannschaft: FSV-Coach Fitim Zejnullahu.

Werdohl – Mit dem Derby gegen den TuS Langenholthausen startet Fußball-Landesligist FSV Werdohl am Sonntag in die Rückrunde. Im Gespräch mit Sportredakteur Lars Schäfer blickt FSV-Trainer Fitim Zejnullahu sowohl auf die Hinrunde zurück als auch voraus auf die zweite Saisonhälfte.

Fitim, die FSV hat die Hinrunde mit elf Punkten auf Rang 13 beendet, schwebt damit in Abstiegsgefahr. Was war aus deiner Sicht positiv in der ersten Saisonhälfte und was ging dir gegen den Strich?

Positiv zu sehen ist sicherlich die Entwicklung der Mannschaft, vor allem nach dem großen Umbruch, der schweren Vorbereitung und dem schwierigen Start. Die Vorbereitung lief nicht optimal, weil viele Leistungsträger wie Julian Kroll oder Faruk Cakmak verletzt waren. Hinzu kamen die vielen Urlaube. Wir hatten gar keine richtige Vorbereitung. In den ersten vier, fünf Spielen mussten wir mit fünf verschiedenen Viererketten auflaufen. Anschließend haben wir uns gefangen. Die Trainingsbeteiligung der Jungs und auch die Intensität waren dann sehr gut. Und dafür sind wir dann ja auch mit den Ergebnissen belohnt worden. Positiv war sicherlich auch unsere Heimstärke. Wir konnten die Heimspiele weitgehend positiv gestalten, waren zuhause immer wieder für Punkte gut. Auch in den beiden Spielen, die wir zuhause gegen Hagen 11 und Hünsborn verloren, waren wir gut dabei. In den anderen vier Heimspielen haben wir verdient gepunktet. Gegen den Strich ging mir die Niederlage in Bad Berleburg. Das war das einzige Spiel, wo wir überhaupt nicht auf der Höhe waren. Da haben wir es an allem vermissen lassen – da hat bei uns von der Abfahrt bis zu den Basics gar nichts gestimmt. Da waren wir überhaupt nicht bereit. Das darf uns in dieser Form nicht noch einmal passieren.

Du hast es gerade angesprochen: Im Sommer gab es einen großen personellen Umbruch am Riesei. Ist dieser aus deiner Sicht inzwischen geglückt?

Aus meiner Sicht ist es so, dass die Truppe aktuell das Maximum herausholt. Ich würde nicht sagen, dass der Umbruch schon geglückt ist. Aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Gegen Brilon und Wenden hat die FSV zwei wichtige Heimsiege eingefahren, schien sich gefestigt zu haben. Zum Hinrundenfinale setzte es dann aber eine 0:7-Klatsche in Erlinghausen. Ein 0:7 gab es auch im Oktober in Bad Berleburg.

Wie lassen sich diese Schwankungen erklären?

Für mich ist das keine so große Überraschung. Von 13 Spielen hatten wir zwei Ausreißer dabei, bei denen die Truppe im Gesamtpaket nicht bereit war. Wobei ich das 0:7 in Erlinghausen nicht so schlimm betrachte wie das in Bad Berleburg. Erlinghausen hat halt brutal viel Qualität, vor allem wenn sie zuhause spielen. Wir haben große Probleme, wenn wir zu Auswärtsspielen lange Anreisen haben. Da ist die Truppe noch nicht soweit. Obwohl beide Spiele 0:7 ausgingen, muss ich sagen, dass es ganz verschiedene Fußballspiele waren. Wir werden auch noch zwei, drei Spiele haben, in denen wir neben der Spur sein werden. Das gehört zum Lernprozess auch dazu. Aber es werden definitiv keine 0:7-Klatschen mehr sein.

Dein Team hat 14 Tore in 13 Spielen geschossen und damit die wenigsten Treffer in der Liga erzielt. Drückt der Schuh nur in der Offensive?

Nein. Die Verteidigung fängt vorne an und das Erspielen von Torchancen beginnt dann auch hinten. Ich muss da meine offensiven Leute jetzt auch in Schutz nehmen. Die Art und Weise, wie wir in diesem Jahr Fußball spielen, ist halt nun einmal so, dass wir nicht sehr häufig in der gegnerischen Box sind. Wir arbeiten viel gegen den Ball. Die Jungs machen es nach vorne wirklich richtig gut. Und ich bin überzeugt davon, dass wir in der Rückrunde definitiv mehr als 14 Tore schießen werden. Wir sind auch da auf dem Weg der Besserung.

Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft? 

Die Stimmung in der Kabine ist richtig gut. Klar waren die Jungs nach den beiden 0:7-Niederlagen oder auch am Anfang der Saison nicht so gut drauf. Im Großen und Ganzen aber muss ich den Jungs ein Kompliment machen. Wir haben eine gute Kabinenstimmung, haben verschiedene Jungs und verschiedene Charaktere dabei. Die Trainingsbeteiligung ist auch gut. Die Kabine und die Stimmung sind definitiv nicht das Problem.

Wer ist für diese gute Stimmung in der Kabine verantwortlich? Gibt es einen Kabinen-DJ?

Wir haben mit Reda Belkaious einen DJ in der Kabine, der wirklich für jeden Geschmack was auf seinem iPad drauf hat. DJ Reda macht das richtig gut. (lacht)

Wird es in der Winterpause personelle Veränderungen im FSV-Kader geben?

Wir haben nur kleine Möglichkeiten. Es wird richtig schwer, Zugänge im Winter zu realisieren. Klar habe ich zwei, drei Spieler im Auge, die ich gerne hätte. Aber das wird sich leider nicht realisieren lassen. Und ob uns Jungs verlassen werden, das möchte ich nicht ausschließen. Wir haben einen 24-Mann-Kader. Es gibt drei, vier Spieler, die wenig dafür getan haben, um dabei zu sein. Es könnte sein, dass uns daher drei, vier Leute verlassen.

Ist unter diesen Jungs auch Roman Klukowski? Der Stürmer wird mit seinem Ex-Verein VfB Altena in Verbindung gebracht...

Ich halte Roman für einen sehr, sehr guten Fußballer. Aber auch er muss wissen, woher er kommt. Er war in der Vorbereitung kaum da. So ist es natürlich schwer für ihn geworden. Vor allem: Den Fußball, den wir spielen – fleißig gegen den Ball arbeiten – ist leider nicht sein Spiel. Auch mit seiner Trainingsbeteiligung hat es in der Hinrunde nicht gereicht.

Am Sonntag beginnt die Rückrunde mit dem Derby gegen den TuS Langenholthausen, der fünf Punkte mehr auf dem Konto hat. Was dürfen die Zuschauer erwarten?

Die Zuschauer werden wieder eine Werdohler Mannschaft sehen, die wieder maximal unangenehm auftreten wird. So wie in den letzten Heimspielen auch. Meine Mannschaft wird alles in die Waagschale werfen, damit die Punkte am Riesei bleiben.

Am Freitag, 6. Dezember, verabschiedet sich die FSV mit einem Auswärtsspiel bei der SpVg Hagen 11 in die Winterpause, in der dein Team zwar am Budenzauber des Kiersper SC teilnehmen, aber auf einen Start beim Volksbanken-Wintercup verzichten wird. Warum?

Unser Fokus liegt ganz klar auf dem Klassenerhalt. Da können wir uns solche Hallenturniere nicht erlauben. Wir werden in Kierspe mit einer ganz jungen Mannschaft auflaufen. Aber kurz vor dem ersten Meisterschaftsspiel am 16. Februar gegen Drolshagen ist es mir viel zu gefährlich, kurz vorher den Wintercup zu spielen. Der Klassenerhalt hat oberste Priorität.

Wo werden die Schwerpunkte in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte liegen? 

Wir werden sehr viel am Erspielen von Torchancen und an der Chancenverwertung arbeiten.

Spielt die FSV Werdohl auch in der Saison 20/21 in der Landesliga?

Ja, definitiv.

Weil?

Weil ich an die Mannschaft glaube und überzeugt davon bin, dass ehrliche Arbeit im Fußball belohnt wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare