Technischer Defekt kostet Dannowski das DM-Ticket

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Michael Dannowski kehrte am Samstag mit einem vierten Platz von den Landesmeisterschaften aus Dortmund zurück.

WERDOHL -  Mit berechtigten Hoffnungen ist Michael Dannowski, Bogenschütze im Werdohler Schützenverein, am Samstag zu den Landesmeisterschaften ins Leistungszentrum nach Dortmund-Barop gefahren. Der große Wurf blieb allerdings aus. Mit 527 Ringen belegte der Recurveschütze Rang vier in der Seniorenklasse. „Das ist sehr enttäuschend“, stellt Dannowski fest.

Dabei schien beim Werdohler Routinier unter der Woche alles zu passen. Im letzten Training vor dem Wettkampf hat er über 300 Ringe erzielt, kam insgesamt bei zwei Durchgängen auf 620 Ringen. Ein Spitzenwert, mit dem er sich nicht nur erneut locker für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, sondern auch souverän am Samstag den Landesmeistertitel gesichert hätte. „Es hat alles hundertprozentig gestimmt“, sagt der Lennetaler.

Der erste Durchgang am Samstag in Brakel war dann auch vollkommen in Ordnung. Als er seine ersten 36 Pfeile auf die 70 Meter entfernten Scheiben geschossen hatten, standen für ihn 283 Ringe auf dem Wertungsbogen. Das bedeutete zu diesem Zeitpunkt Rang zwei hinter dem späteren Drittplatzierten Albert Galliad (TV Brakel/293).

Im zweiten Durchgang passte dann aber plötzlich nichts mehr. Statt „Zehnen“ schoss er eine Reihe „Fünfer“ und „Dreier“. „Ich fragte mich: Was ist mit dir los?“, erzählt Michael Dannowski. Er untersuchte seinen Bogen, fand aber keinen Fehler. Nur 244 Ringe enttäuschten den SV-Athleten, der so mit der Gesamtzahl von 527 Ringen klar die mögliche Medaille verpasste und hinter Harald Zilch (BSC Bottrop/576), Andreas Dähne (NDSB/567) und Galliad (566) nur Vierter wurde. „Locker 40 Ringe haben mir gefehlt. Wenn ich die drauf rechne, wäre ich schon Zweiter gewesen.“

Erst beim Ranglistenschießen im Verein am Sonntag fand Michael Dannowski dann endlich des Rätsels Lösung: „Ich hatte einen leichten technischen Defekt, der mir beim Wettkampf nicht aufgefallen ist.“ Die Sehne seines Bogens hat sich „gelängt“. Normalerweise ist sie 1,70 Meter lang und übt so den entsprechenden Druck auf den Pfeil aus. Die gebrauchte Sehne, die er am Mittwoch beim Training auf Bogen gespannt hat, hat sich jedoch beim Wettkampf am Samstag um einen Zentimeter gedehnt. „Ich denke, durch die Wärme“, sagt Dannowski und fügt hinzu: „Alles andere habe ich geprüft, aber die Sehne habe ich nicht mehr nachgemessen.“ Die Folge: Die Pfeile flogen unruhig, minimale Fehler des Schützen hatten eklatante Auswirkung.

Nachdem Dannowski am Sonntag den Fehler behoben hatte, lief es wieder, schoss er wieder über 280 Ringe. „Die Norm für die DM liegt wahrscheinlich bei 547 oder 548 Ringen. Die hätte ich locker drauf gehabt“, ärgert sich der Werdohler. „Es ist vorbei, dann wieder beim nächsten Mal.“ Und dann wird er, falls es mal nicht laufen sollte, im Zweifel auch die Länge seiner Sehne nachmessen.

Von Stefan Herholz

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