„Manni“ zündet bei der FSV den Turbo

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Die FSV war auch beim 4:1-Erfolg am Sonntag in Eslohe brandgefährlich. In dieser Szene köpft Angreifer Semir Tuz die Kugel gegen die Latte des BC-Gehäuses.

Werdohl - „Endgültig gerettet sind wir noch nicht“, sagte Manuel Sander am Tag nach dem 4:1-Erfolg der FSV Werdohl beim BC Eslohe. Der FSV-Coach übte sich trotz eines nun komfortablen Polsters von zehn Punkten auf die Abstiegsränge im Understatement und trat verbal vorsichtig auf die Euphoriebremse.

Dabei war es der 31-Jährige, der bei den Riesei-Kickern nach dem Abschied von Vorgänger Alen Terzic die Handbremse löste und mit der FSV in der Landesliga durchstartete.

Seitdem „Manni“ bei den Lennetalern das Steuer übernommen hat, geht es sportlich konstant bergauf. Bis zum Ende der Hinrunde führte Sander die FSV zunächst auf einen Nichtabstiegsplatz, um mit ihr nach einer intensiven Wintervorbereitung den Turbo zu zünden. Satte 13 Punkte holte die FSV aus den ersten sechs Rückrundenspielen und damit schon einen Zähler mehr als in der gesamten Hinrunde. In der zweiten Saisonhälfte sammelte die FSV zwei Zähler mehr als Titelanwärter Borussia Dröschede und nur ein Pünktchen weniger als Liga-Dominator SC Neheim. Zufall? Mitnichten!

Für den sportlichen Aufschwung am Riesei gibt es mehrere Faktoren. Eine Zwischenanalyse.

Faktor 1: Der Trainer. Manuel Sander hat es verstanden, nach seiner Rückkehr aus Affeln (Mitte September) eine Einheit zu formen. Die Akteure halten sich streng an den vorgegeben Matchplan, haben auf dem Platz eine ganz andere Körpersprache als zu Saisonbeginn. Sander ist innerhalb der Truppe beliebt, die Chemie stimmt. Die FSV überzeugt inzwischen als Kollektiv und nicht als eine Anhäufung von Individualisten.

Faktor 2: Das Personal. Obwohl Sanders Vorgänger Alen Terzic akribisch arbeitete, waren ihm in den ersten Wochen dieser Serie personell die Hände gebunden. Die FSV ging mit einem sehr dünnen Kader in die Saison, einen echten Konkurrenzkampf gab es nicht. Im Laufe der Serie besserte Sportchef Carsten Minker bis in die Winterpause hinein sowohl qualitativ als auch quantitativ peu à peu nach. Davon profitierte freilich auch Sander. Semir Tuz, Emanuele Catalano, Torhüter Yavuz Can Duru, Emin Günes, Emirjon Avdia, Emre Aydin und Schlitzohr „Bubi“ Topcu sind echte Bereicherungen und erhöhen gleichzeitig den Konkurrenzkampf. Wer sonntags spielen will, muss sich nun im Training anbieten und seine Leistungen bringen.

Faktor 3: Die Trainingsbeteiligung. Alen Terzic rügte schon in der vergangenen Saison eine schwache Resonanz bei den Übungseinheiten, die er auch bis zu seinem Abschied im September monierte. „Das ist deutlich besser geworden“, sagt sein Nachfolger Sander. Das liegt zum einen am nun breiteren Kader, zum anderen aber auch an der guten Stimmung bei den Einheiten. Am Riesei wird nicht nur intensiv trainiert, sondern auch gelacht und geflachst.

Faktor 4: Der Teamgeist. Er basiert auf den anderen drei Faktoren. „Am Anfang kam ich mir vor wie in einer Talk-Show. Da wurde über den Fehler des anderen gemeckert und diskutiert. Das hat sich grundlegend geändert. Jeder ist jetzt bereit, den Fehler des anderen auszubügeln. Die Ansprache ist absolut positiv. Wir sind eine Mannschaft“, sagt Sander.

Faktor 5: Das System. „Manni“ hat der FSV ein 4-4-2-System verordnet, das perfekt greift. Defensiv ist die FSV wesentlich stabiler geworden und hat das schnelle Umschaltspiel verinnerlicht. Die Offensive ist - auch bedingt durch die Verpflichtungen von Catalano, Tuz und Topcu - inzwischen brandgefährlich.

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