FSV Werdohl verharrt nach Niederlage in Hünsborn im Keller

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Auch der eingewechselte Gian-Marco De Luca (rechts) brachte für die FSV Werdohl bei der 1:2-Niederlage in Hünsborn nicht die Wende. Die gegnerischen Verteidiger wie hier Dennis Ermin waren oft Zweikampfsieger.

Werdohl - Die These des Liedes, das am Sonntagnachmittag mehrfach aus den Lautsprechern auf dem Sportplatz an der Rheinauer Straße schallte, war in Bezug auf die Partie gegen die FSV Werdohl doch etwas gewagt: „RW Hünsborn, du liegst so weit vorn!“ Weit vorn lagen die Hünsborner gegen die Elf von FSV-Trainer Marco Sadowski mitnichten. Aber die Werdohler ermöglichten ihnen 45 starke Minuten – und damit einen 2:1-Heimsieg.

Und das, obwohl die Gäste im ersten Durchgang den Rucksack der 0:5-Heimklatsche in bemerkenswerter Weise abschüttelten, den Hünsbornern in Sachen Lauffreude und Zweikampfhärte vor allem im Mittelfeld den Schneid abkauften. Der Lohn war der Führungstreffer von Onur Benli. „In der ersten Halbzeit sind wir wesentlich anders aufgetreten als gegen Olpe. Ich war in der Pause gar nicht unzufrieden“, äußerte Sadowski.

Aufgeräumte Sätze, zu denen der Coach offenbar erst mit ein paar Stunden Abstand in der Lage war. In der verkorksten zweiten Hälfte schädigte Sadowski seine Stimme, forderte seine Mannen immer wieder lautstark auf, das Spiel breit zu machen. „Wir sind wieder in ein altes Muster zurückgefallen, haben ständig durch die Mitte gespielt“, kritisierte der Werdohler Trainer.

So fanden die Rot-Weißen zurück in eine Partie, in der sie eine Halbzeit lang meist nur hinterher gelaufen waren. Fast logisch fielen der Ausgleichs- und der späte 2:1-Siegtreffer für die Hausherren. „Danach ist die Moral flöten gegangen“, gab Sadowski zu. „Genau wie in Erlinghausen hätten wir auch dieses Spiel gewinnen können – mit einem ganz, ganz schmalen Kader“, trauerte der Lüdenscheider der verpassten Siegchance nach.

Die Situation ist für die FSV durch die unnötige Pleite in dem Wendener Ortsteil nicht einfacher geworden. Nur ein Zähler steht auf der Haben-Seite. Um den Abstiegskampf auszurufen, ist es vielleicht nach dem dritten Spieltag noch etwas früh. Auf Schönrederei hat Sadowski aber dennoch keine Lust. „Jetzt sind wir unten – nennen wir es einfach mal beim Namen“, findet der FSV-Coach klare Worte und ergänzt: „Und am Sonntag kommt mit Bad Berleburg der nächste große Brocken. Die nehmen noch die Aufstiegseuphorie mit.“

Auch gegen den VfL, der in der neuen Spielklasse mit sieben Zählern aus drei Begegnungen von sich reden machte, wird die Lage aus Werdohler Sicht nicht einfacher. Mit Neuzugang Dominik Schwenck, der sich in dieser Woche in die Flitterwochen verabschiedet, steht dann ein weiterer Akteur nicht zur Verfügung.

Mutlos sei er trotzdem nicht, stellt Sadowski klar. Hünsborn habe schließlich gezeigt, wie nahe Sieg und Niederlage beieinander liegen. Die zweite Halbzeit habe ihn geärgert. „Aber das ist kein Grund, jetzt den Hammer auszupacken und auch noch auf die Jungs draufzuhauen.“ - Von Christian Müller

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