HSV Werdohl feiert 35:30-Coup gegen Hattingen

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Oliver de Liello (links) wirkte anfangs glücklos, erwies sich aber in der zweiten Halbzeit als ebenso nervenstarker wie wertvoller Spieler. Die verworfene Marke kam einem kleinen Flecken in seiner Halbzeit-zwei-Bilanz gleich.

WERDOHL - Mit dem 35:30 (14:13)-Erfolg gegen den TuS Hattingen hat die HSV Werdohl/Versetal in der Handball-Verbandsliga am Samstagabend einen echten Coup gelandet – nicht zuletzt dank der lautstarken Unterstützung von den Rängen.

Die Heimstärke ist wieder ans Riesei zurückgekehrt und die Fans hatten am Samstagabend allen Grund zum Feiern – so wie HSV-Trainer Kai Henning und seine Schützlinge, die in der Handball-Verbandsliga gegen den TuS Hattingen einen kaum für möglich gehaltenen Coup gelandet haben.

„Das schönste Geburtstagsgeschenk, das man mir machen konnte“, sagte ein überglücklicher Kai Henning nach dem Abpfiff und ließ sich beglückwünschen. Mit 35:30 (14:13) hatte die HSV Werdohl/Versetal den favorisierten TuS Hattingen in die Knie gezwungen und wie gegen Eiserfeld gekämpft, gearbeitet, taktisch sauber gespielt und ein Feuerwerk der Emotionen abgefackelt.

„Ich hatte ja schon vorher gesagt, dass wir eine kleine Chance haben, wenn wir das Spiel lange offen halten“, erinnerte sich Henning, sprach seiner Mannschaft und den Fans ein kollektives Lob aus: „Das war wieder klasse“.

Dabei sah es anfangs aus Sicht der HSV nicht gerade nach einem Handballfest aus. Hattingen ließ die Muskeln spielen, zeichnete sich durch eine bewegliche und gut organisierte Abwehr aus, die de Liello und Co. immer wieder zu Fehlern verleitete.

Beim 4:9 reagierte Henning, brachte Lengelsen für den glücklosen de Liello. Und der eingewechselte Bardischewski stellte fortan seine Torjägerqualitäten unter Beweis. In der 22. Minute gelang der 11:11-Ausgleich, und zur Pause lagen die Hausherren knapp mit 14:13 in Front.

Während die ersten 30 Minuten vom Konzeptionshandball geprägt waren, drückten die Kontrahenten nach der Pause mächtig aufs Tempo – Handball in Zeitraffer. Bardischewski und Co. legten vor, leisteten sich nur um die 40. Minute einen kleinen Hänger.

Hattingen konterte, riss beim 22:23 kurzzeitig das Zepter an sich. Weil die HSV-Abwehr ihrem Namen alle Ehre machte, Meckel wie gegen Eiserfeld stark hielt, riss Werdohl das Ruder in Windeseile wieder herum. 27:26 (50.), de Liello verwarf eine Marke und ließ die Chance verstreichen, mit zwei Treffern in Führung zu gehen. Griessl setzte dann ein moralisches Zeichen, kam für einen Strafwurf aufs Feld. Grossmann hatte bis dato fünfmal getroffen, an Griessl blieb er hängen – Ausrufezeichen.

Ab der 54. zündete die HSV dann den Nachbrenner, zog vom 28:28 vorentscheidend zum 33:29 (57.) davon. Der Rest war Jubel über ein deutliches Zeichen im Abstiegskampf. - Von Markus Jentzsch

HSV: Meckel, Griessl – Gurol (3/1), Scheerer (1), Scheuermann (4), Lohmann, van der Hurk (7), Bluhm (1), Burzlaff (1), de Liello (5/2), Lengelsen (1), Bardischewski (11), Plassmann (1)

TuS: Monje, Zok – Pospiech, Jäger (5), Klinker (1), Osterloh, Grossmann (11/5), Schwarz (3), Tarlinski (6), Dobradt (3), Stecken (1)

Zeitstrafen: HSV 2; TuS 2

Schiedsrichter: Inderlied/Möllers (Hamm)

Zuschauer: 200

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