HSV Werdohl unterliegt HSC Haltern-Sythen mit 35:38

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HSV II-Trainer Thomas Dralus feierte am Samstagabend im Spiel gegen den HSC Haltern-Sythen sein Comeback im Dress der HSV-Erstvertretung. Kai Henning reagierte damit auf die Personalprobleme.

WERDOHL - Beim Comeback des von einer Krebserkrankung genesenen Nils Scheuermann unterlag die HSV Werdohl in der Handball-Verbandsliga mit 35:38 (18:19) gegen den HSC Haltern-Sythen.

Die Personalnot war groß, so groß, dass HSV-Trainer Kai Henning noch vor dem Anpfiff gleich drei Akteure aus der Reserve auf dem Spielbericht eintragen ließ. Zwar war auch der HSC Haltern-Sythen am Samstagabend mit einem dezimierten Aufgebot angereist, die Qualität im HSC-Kader reichte aber aus, um die HSV mit 38:35 (19:18) zu bezwingen.

Lange sei die HSV auf Augenhöhe gewesen, am Ende habe der HSC glücklich aber nicht unverdient gewonnen, analysierte Halterns Coach Frank Masur im Nachgang. Im Grundsatz richtig, aber der HSC hatte vor allem nach der Pause deutlich mehr Durchschlagskraft zu bieten als die HSV. Marc Bardischewski und Steffen Fischer begannen sensationell, mussten sich nicht hinter der gefürchteten HSC-Rückraumachse Mazur, Redemann und Schrief verstecken. Elf Treffer der beiden HSV-Shooter bis zur Pause ließen Halterns Keeper-Duo schier verzweifeln. Früh machte Robert zwischen den Pfosten Platz für Lüger. Doch auch der hatte der Werdohler Wurfgewalt wenig entgegenzusetzen.

Henning versuchte alles, brachte Dralus schon in der 16. und in der 25. Minute auch Nils Scheuermann – der HSV-Block honorierte die Rückkehr des Kreisläufers, der den Krebs besiegt hat, mit Standing Ovations. Zwar gelang beim 18:17 die erste Führung durch Steffen Fischer, Haltern holte sich das Zepter aber noch vor dem Abpfiff des ersten Abschnitts wieder zurück (18:19).

Henning war sich der Qualitäten eines Mazurs offenbar bewusst und stellte für den HSC-Torjäger über 60 Minuten einen Manndecker ab. Mazurs Kreise ließen sich zwar stören, zu stoppen war der Rückraumlinke aber nicht. Bis zum 26:27 (41.) war die HSV tatsächlich auf Augenhöhe. Dann ließen Mazur und Co ihre Muskeln spielen, legten binnen acht Minuten sechs Treffer Abstand zwischen sich und die HSV (26:32, 49.). Eine Vorentscheidung, an der auch Hennings Auszeit nichts mehr änderte. Mit dem 31:36 (55.) zückte Henning seinen letzten Trumpf, deckte offen und versuchte den HSC unter Druck zu setzen – vergeblich. Schellhases Treffer zum 32:38 (58.) und anschließend Bardischewski verworfene Marke bedeuteten das endgültige Aus für die HSV. Dass Nils Scheuermann in der Schlussminute noch dreimal traf, bejubelten die HSV-Fans lautstark – ein wenig Ergebniskosmetik, mehr nicht. - Von Markus Jentzsch

HSV: Meckel, Griessl – Fischer (7), Scheerer (3), Scheuermann (4), Lohmann (3), J. Lakic (4), van der Hurk (3), Lengelsen (3), Bardischewski (6), Dralus (2), M. Lakic, Fenner

HSC: Lüger, Robert – Herrmann (5), Schulte-Lünzum (1), Engberding (5), Schrief (10/5), Schellhase (3), Richter (1), Redemann (5), Mazur (8)

Zeitstrafen: HSV 2; HSC 3

Schiedsrichter: Menke/Zent (Ahlen)

Zuschauer: 180

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