Unklarheit bei erster Mannschaft - Cheftrainer: „Stand jetzt höre ich auf“

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Fragezeichen in mehreren Gesichtern: Die Kaderplanung bei der FSV Werdohl für die Saison 20/21 ist bis jetzt noch nicht angelaufen.

Werdohl - Die Winterpause der Amateur-Fußballer ist für gewöhnlich die Zeit, in der nicht nur Hallenturniere und Testspiele bestritten werden, sondern Vereinsfunktionäre hinter den Kulissen die personellen Planungen für die kommende Spielzeit vorantreiben, Gespräche mit Trainern und Spielern über die sportliche Zukunft führen.

Eine Zeit also, in der die Weichen gestellt werden. Das war auch in diesem Winter bei vielen heimischen Klubs von der Ober- bis zur Kreisliga wieder der Fall. Vom Riesei, wo der Landesligist FSV Werdohl zuhause ist, aber gab es von Dezember bis Anfang Februar in punkto Kaderplanung für die Saison 20/21 nichts zu vernehmen. Gar nichts.

„Weder wurde einer meiner Spieler noch wurde ich bis jetzt zu ernsthaften Gesprächen eingeladen. Wir befinden uns seit dem 10. Januar in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte – vom Vorstand habe ich bis jetzt aber nichts gehört“, sagte Cheftrainer Fitim Zejnullahu, der bei der FSV auch im Jugendbereich aktiv ist und dort sehr erfolgreich die E-Jugend (U11) trainiert. „Stand jetzt“, betonte Zejnullahu, „höre ich bei der FSV zum Saisonende sowohl im Senioren- als auch im Jugendbereich auf. Ich werde aber mit der Landesliga-Truppe bis zum Schluss alles raushauen. Wir haben zwar Qualitäts-, aber keine Mentalitätsprobleme. Die Kabine ist intakt.“

In der am 16. Februar mit dem eminent wichtigen Heimspiel gegen den einen Zähler schlechter gestellten SC Drolshagen beginnenden Restrunde möchte der Übungsleiter, der im vergangenen Sommer vom Iserlohner A-Kreisligisten SpVgg Nachrodt an den Riesei gewechselt war und dort einen (erneuten) personellen Umbruch im Landesliga-Team einleitete, mit seinen Schützlingen das große Ziel Klassenerhalt unbedingt erreichen.

Vorstandsmitglied Rüdiger Backes bestätigte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er um die zunehmende Unzufriedenheit des Trainerteams der 1. Mannschaft und auch der Spieler wisse. „Es ist uns zuletzt einiges weggebrochen“, betonte Backes und spielte damit insbesondere auf zwei Rücktritte in der Führungsetage an. Nach Reinhard Thöne, der am Riesei im November 2019 seine Tätigkeit als Vorstand Sport beendet hatte, war am 31. Januar auch Dirk Hartig aus „persönlichen Gründen“ als Vorstand Geschäftsführung zurückgetreten. Laut Backes seien nach dem Hartig-Rücktritt „die Geschäfte noch nicht ordnungsgemäß übergeben“ worden, auf unsere Nachfrage wiederum gab Hartig am Dienstag an, dass diese ordnungsgemäße Übergabe, die aufgrund des Umfangs aufwendig sei, „zeitnah“ stattfinden solle.

Aus dem einstigen Führungsquartett der FSV Werdohl ist nach den Rücktritten von Thöne und Hartig damit ein Duo geworden. Neben Backes (Vorstand Jugend) besteht die Klubführung in diesen unruhigen Wochen am Riesei noch aus Thomas Kauth (Vorstand Finanzen). „Es muss jetzt etwas passieren“, sagt Rüdiger Backes und hat daher zusammen mit Thomas Kauth für diesen Mittwochabend (18.30 Uhr) zu einem Treffen ins Vereinsheim eingeladen, zu dem mehrere Personen aus dem Verein und dem näheren Vereinsumfeld erwartet werden. „Diese Sitzung“, betonte Rüdiger Backes am Dienstag, sei für die FSV „richtungweisend für die Zukunft.“

Der Jugendleiter hofft, dass sich in dieser Sitzung Personen finden lassen, die Verantwortung übernehmen wollen und nach Möglichkeit die vakanten Posten des Vorstands Geschäftsführung und des Vorstands Sport bis zur nächsten Hauptversammlung zunächst kommissarisch besetzen werden. Ein kommissarischer Sportlicher Leiter soll dann auch die längst überfälligen Planungen für die kommende Saison vorantreiben. Dann könnten am Riesei in den kommenden Tagen und Wochen auch die Gespräche mit Trainerteam und eigenen wie externen Spielern geführt werden, die andere Klubs in dieser Winterpause zum Teil schon längst geführt haben...

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