Alen Terzic gegen die „alte Liebe“

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Auf Onur Benli und die FSV Werdohl, hier im Auswärtsspiel bei den SF Siegen II, wartet am Freitag eine extrem hohe Hürde. Die Lennetaler gastieren beim FC Borussia Dröschedefraglos die Mannschaft der Stunde in der Landesliga. -

Werdohl - Am liebsten wäre es Alen Terzic wohl, wenn sich im Vorfeld des Gastspiels der FSV Werdohl beim FC Borussia Dröschede (Freitag, 19 Uhr, ESO-Stadion auf der Emst) der Fokus einzig und allein auf das Sportliche richten würde. Der FSV-Coach aber ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass seine Person zumindest vor dem Anpfiff des MK-Derbys in der Fußball-Landesliga zwangsläufig in den Blickpunkt rückt.

Von Lars Schäfer

Mehr als zehn Jahre war der 34-Jährige bei den Borussen zunächst als Spieler, dann als Jugendtrainer, Sportlicher Leiter der Nachwuchsabteilung und später auch als Chefcoach der ersten Mannschaft aktiv. In der Saison 2011/12 stieg der junge, akribisch arbeitende Coach mit der Borussia in die Westfalenliga auf. Ein Erfolg, mit dem sich Terzic nachhaltig einen Namen im südwestfälischen Fußball machte. Seine Fußball-Philosophie und seine Akribie werden von vielen Trainerkollegen und Funktionären geschätzt. Auch am Riesei erfuhr er stets eine große Wertschätzung, weshalb ihn FSV-Sportchef Carsten Minker ja auch letztlich zur FSV lockte.

Auf der Emst steht der Name Alen Terzic für erfolgreichen, attraktiven Offensivfußball. Die Rückkehr des Ex-Coaches an dessen alte Wirkungsstätte wird auch für viele seiner ehemaligen Wegbegleiter eine emotionale sein. „Natürlich ist und bleibt Borussia Dröschede für mich ein besonderer Verein“, sagt Terzic, der nichts von Fußballromantik hält und den Blick prompt auf die 90 Minuten lenkt. Und die dürften für seine Schützlinge herausfordernd bis äußerst knifflig werden. Denn die Borussia ist in der Landesliga zweifellos die Mannschaft der Stunde, verbuchte zuletzt sechs Siege in Serie und kletterte nach dem 2:1-Erfolg beim SSV Meschede am vergangenen Sonntag auf Rang vier.

Zwei Punkte trennt das Team von Chefcoach Ramazan Ceylan, der seinen Stuhl zur neuen Saison für Andreas Friedberg räumen muss, nur noch von der SG Finnentrop/Bamenohl auf Platz zwei. Zwar haben die Finnentroper eine Partie weniger absolviert als die Borussen um ihre von allen südwestfälischen Abwehrrecken gefürchtete Torfabrik Arif Et, doch angesichts des Dröscheder Laufs dürfte es ein packendes Saisonfinale um die Vizemeisterschaft geben. Weil der erste Platz hinter dem designierten Meister aus Olpe zur Westfalenliga-Relegation berechtigt, blasen die Borussen denn auch zum Angriff und dürften am Freitagabend den Werdohlern alles abverlangen. „Dröschede spielt eine beeindruckende Rückserie, ist enorm spielfreudig und brandgefährlich bei Standards. Und sie haben mit Et, Akdeniz, Elmoueden oder Cakmak herausragende Individualisten“, so Terzic.

Mit 26 Treffern führt Arif Et die Torschützenliste der Liga an. Ihm einen grimmigen Abwehrspieler direkt auf die Füße zu stellen, davon rückt Terzic ab. „Wir werden versuchen, gegen diese starke Offensive im Kollektiv zu verteidigen“, sagt der FSV-Coach, der Redouane El Alami wieder in sein Aufgebot berufen hat. „Redouane hat zuletzt wieder bei uns trainieren können und einen guten Eindruck hinterlassen“, sagt der Iserlohner. Er schließ nicht aus, dass der Mittelfeldmotor gar ein Kandidat für die Startelf werden könnte. Ansonsten gleicht das FSV-Aufgebot dem Kader, der gegen Meschede mit 2:5 unterlag.

Bei den Borussen fällt Serkan Gündüz verletzungsbedingt bis zum Saisonende aus.

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