FSV Werdohl zieht Borussen den Stecker

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Dröschedes Stürmer Ayoub Alaiz (rechts) traf zum 1:1-Ausgleich, war ansonsten bei Werdohls Rechtsverteidiger Musa Sesay in allerbesten Händen.

Dröschede - Es war ein Bild unbändiger Freude und reinster Emotionen: Als Youngster Philip Fischer in Minute 90 seinen Fuß in einen knallharten Volleyschuss von Teamkollege Rejhan Zekovic hielt und die abgefälschte Kugel unhaltbar im Tor von Dröschedes Dominic Sousa da Costa zum 2:1 für die FSV Werdohl einschlug, hielt es selbst Trainerstab und Betreuer nicht mehr auf ihrer Bank.

Freudetrunken bejubelten die Riesei-Kicker in einer Spielertraube aus purem Adrenalin den Last-Minute-Triumph im MK-Derby der Fußball-Landesliga beim Tabellendritten FC Borussia Dröschede.

„In der vergangenen Woche hatten wir großes Pech, als wir gegen Hohenlimburg in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert haben. Heute war das Glück auf unserer Seite. Sicherlich wäre ein Unentschieden das gerechtere Ergebnis gewesen. Aber meine Mannschaft hat sich für ihren immensen Aufwand belohnt und sich daher den Sieg auch verdient“, sagte FSV-Trainer „Manni“ Sander und grinste dabei über das ganze Gesicht. Wohlwissend, dass dieser Überraschungserfolg seiner seit Wochen aufstrebenden Elf wohl der endgültige Schritt in Richtung Klassenerhalt war.

Im bewährten 4:4:2-System erwischte die FSV einen Start nach Maß. Rechtsverteidiger Musa Sesay wurde auf der Außenbahn freigespielt, hatte viel Zeit und flankte das Spielgerät butterweich auf den heraneilenden „Bubi“ Topcu, der im Stile eines Torjägers per Kopf zum 0:1 ins lange Ecke traf. Nachhaltige Wirkung zeigte dieser frühe Rückstand bei den Borussen aber nicht. Im Gegenteil: Zunächst klärte Werdohls Schlussmann Grete gegen Dröschedes Torfabrik Arif Et noch mit dem Fuß (8.), musste drei Minuten später aber dann doch hinter sich greifen. Im Anschluss an eine Ecke verlor die FSV gleich zwei Kopfballduelle, so dass der bullige FC-Innenverteidiger Steinau für Alaiz ablegen konnte und Letztgenannter trocken zum 1:1 einschob.

Bis zum Pausenpfiff waren die Borussen fortan das dominantere Team und machten vor allem über den wuseligen Elmoueden über die linke Außenbahn viel Alarm. Et, Alaiz und Gündüz hätten den Spieß gänzlich drehen können, spätestens bei Grete war aber Endstation.

In Durchgang zwei verteidigten die Werdohler deutlich besser, verschoben schon im Mittelfeld cleverer und legten die Dröscheder Experten aus der Abteilung Attacke so weitgehend an die Kette. Mit zwei Ausnahmen: In Minute 73 verfehlte Et nur knapp, keine 120 Sekunden später fischte Grete mit einem Klasse-Reflex die Kugel nach Alaiz-Schuss noch aus dem Winkel.

Für die Schlussphase forderte Borussen-Coach Andreas Friedberg lautstark „mehr Energie“, musste dann aber mit ansehen, wie seinen Jungs der Stecker gezogen wurde. Topcu verpasste das 1:2 mit zwei Schüssen noch knapp (83./86.), ehe Zekovic in der Schlussminute mit vollem Risiko drauf hielt und Philip Fischer dem Ball die entscheidende Richtungsänderung gab. Der Rest war pures Adrenalin.

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