HSV Werdohl steht gegen Telgte unter Druck

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Gegen das Ligaschlusslicht muss die HSV Vollgas geben.

Werdohl - Das Saisonfinale hätte für die Verbandsliga-Handballer der HSV Werdohl/Versetal so entspannt werden können. Sechs Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Höchsten, bereinigt (verlorener direkter Vergleich) immerhin noch fünf Punkte und durch die eigenen Leistungen befand man sich psychologisch im Vorteil.

Vor dem Heimspiel am Samstag (Anwurf: 19 Uhr) gegen das Ligaschlusslicht TV Friesen Telgte stehen die Werdohler aufgrund eines Punktabzugs (wir berichteten) wieder unter Druck.

„Das ist mehr als verdammt ärgerlich, aber was die Grundausrichtung für das Spiel gegen Telgte betrifft, hat sich eigentlich nichts geändert. Das müssen wir so oder so gewinnen. Mit dem einzigen Unterschied, dass wir – abhängig von den Höchstener Ergebnissen – auch anschließend gegen Hamm II noch punkten sollten, um sicher zu sein“, erklärt HSV-Trainer Kai Henning die Situation.

Der Punktabzug traf die Offiziellen wie die Teams aus heiterem Himmel. Niemand hatte das Mahnverfahren, die angedrohte Strafe und die daraus resultierenden Konsequenzen „auf dem Schirm“. „Die Mannschaft hat nach Bekanntwerden des Abzugs die richtige Antwort gegeben und gut trainiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir mental stark genug sind, die sportlich passende Antwort zu geben“, gibt sich Henning kämpferisch.

Im Hinspiel lieferten Werdohl wie Telgte ganz schwache Leistungen ab. Am Ende reichte es für die HSV zu einem knappen 18:17-Erfolg. „Aktuell hat Telgte wieder eine rechnerische Chance, im Abstiegskampf noch etwas zu bewegen – eine kleine, aber eben eine Chance“, interpretiert Henning die Ausgangssituation vor dem Duell mit dem Ligaschlusslicht. Gut möglich, dass die „Friesen“ Morgenluft schnuppern und dem deutlichen Sieg gegen den HSC Recklinghausen ein weiteres Ausrufezeichen folgen lassen wollen.

Telgte lebt vom Teamgeist, weiß Henning aus seinen Beobachtungen. Überragende Einzelspieler sind eigentlich nicht auszumachen. Gefährlich wird es, „wenn man sie ins Spiel kommen lässt“. Kai Henning hat seine Sieben instruiert, hat mögliche Szenarien durchgespielt. „Es könnte auch sein, dass sie versuchen, uns mit einer offensiven Abwehr zu überraschen“, meint er, weil der TV diese Trumpfkarte in anderen Begegnungen bereits ausgespielt hat. „Wir müssen mit Spaß und Bock an die Sache herangehen“, versucht der HSV-Trainer, den Druck vor dem immens wichtigen Spiel etwas zu mildern.

Sollte Werdohl gewinnen, Höchsten gleichzeitig gegen Westerholt verlieren, dann wäre die HSV wahrscheinlich aus dem Gröbsten raus. „Davon gehe ich nicht aus. Höchsten hat in der derzeitgen Verfassung zuhause gute Chancen“, bleibt Henning realistisch. - Von Markus Jentzsch

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