Handball-Landesliga

TS Evingsen und HSG Lüdenscheid vor finalen Duellen

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David Wizy will noch einmal Vollgas geben – für ihn könnte es das letzte Spiel im TSE-Trikot sein.

Kreisgebiet - Die HSG Lüdenscheid benötigt beim Gastspiel in Wellinghofen einen Zähler für den sicheren Klassenerhalt. Die TS Evingsen muss ihr Heimspiel gegen die SG Menden Sauerlandwölfe gewinnen und auf Patzer der Konkurrenz hoffen.

TuS Wellinghofen - HSG Lüdenscheid (Sonntag, 18 Uhr): In der Sporthalle Wellinghofen geht am Sonntagabend die Spielzeit in der Staffel 4 der Handball-Landesliga zu Ende, wenn der gastgebende, als abgeschlagenes Schlusslicht schon abgestiegene TuS Wellinghofen ab 18 Uhr die HSG Lüdenscheid empfängt. Es ist ein Saisonfinale mit vielen Unbekannten, auch deshalb, weil alle weiteren Partien bereits tags zuvor stattfinden. Und so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Bergstädter als aktueller Tabellenzehnter (19 Punkte) auf Relegationsplatz zwölf in ihr Endspiel gehen werden.

„Am Samstag wird es mit Sicherheit noch keine Vorentscheidung geben“, ist HSG-Trainer Friedhelm Ziel im Vorfeld gar fest davon überzeugt, dass sowohl DJK Bösperde als auch die TS Evinsen (je 18 Punkte) ihre Heimspiele gegen den Letmather TV bzw. die SG Menden II morgen gewinnen werden und so zumindest bis Sonntagabend an seiner Mannschaft vorbeiziehen würden. Und das heißt, dass in Wellinghofen noch ein Zähler her muss, denn bei Punktgleichheit dieses Trios hätten die Bergstädter im Direktvergleich definitiv die Nase vorn. Nun sollte ein Teilerfolg oder auch Sieg bei einem Tabellenletzten, der desaströse 3:47-Punkte aufweist, eigentlich kein Problem sein, der Lüdenscheider Übungsleiter aber warnt eindringlich: „Das wird alles, nur kein Spaziergang für uns.“

Wellinghofen spielt unorthodox

Argumente dafür gibt es einige: Da ist die unorthodoxe Spielweise der Bierstädter, die unter Trainer Claudio Simone auf eine sehr offensive Deckung setzen, zudem im Angriff in der Regel einen siebten Feldspieler zum Einsatz bringen. „Und ihr Gegenstoß- und Kreisläuferspiel sind auch nicht zu verachten“, verweist Ziel darauf, dass Wellinghofen bei allen bekannten Defiziten immerhin mehr als ein halbes Dutzend Mal 30 Tore und mehr geworfen hat. Dazu kommt, was kaum einzuschätzen ist, die nervliche Belastung. „Ich kann den Spielern nicht in den Kopf gucken“, hofft Ziel darauf, dass die Mannschaft dem Druck standhalten kann. Von daher wäre es schon einmal eine gewisse Erleichterung, wenn sich viele HSG-Anhänger am Sonntag auf den Weg nach Wellinghofen machen würden, um dort für eine Heimspiel-Atmosphäre zu sorgen. Personell soll es der Kader richten, der am vergangenen Samstag mit einem 25:17 gegen die HSG Hohenlimburg den Negativlauf von zuvor 1:17-Punkten beendet hatte. Und läuft alles normal, dann sollte sich am Sonntag gegen 19.30 Uhr große Erleichterung breit machen.

TS Evingsen - SG Menden Sauerland Wölfe II (Samstag, 18.30 Uhr):  Ganz gleich, wie der Samstagabend in der Altenaer Sauerlandhalle läuft: Die TS Evingsen wird nach dem letzten Saisonspiel gegen die SG Menden Sauerland Wölfe II (Anwurf 18.30 Uhr) noch nicht wissen, ob es tatsächlich das letzte Saisonspiel gewesen sein wird. Die Partie der DJK SG Bösperde daheim gegen den Letmather TV findet erst 30 Minuten später statt, das Heimspiel der VfL Eintracht Hagen III gegen den TV Olpe eine Stunde. Die HSG Lüdenscheid spielt gar erst am Sonntagabend um 18 Uhr beim Schlusslicht TuS Wellinghofen. Und jedes dieser Spiele könnte eine Rolle spielen für die TSE auf dem Weg zum erhofften direkten Klassenerhalt. HSG Lüdenscheid, DJK SG Bösperde oder TS Evingsen – diese drei Teams können in der Landesliga-Staffel 4 noch Drittletzter werden. Drittletzter – das wäre eigentlich der dritte Absteiger, doch weil sich in der 3. Liga West alle Westfalen gerettet haben und jeder vom Aufstieg von Oberliga-Meister Nordhemmern ausgeht, dürfen die vier Drittletzten in Westfalen noch ein Landesliga-Startrecht für die Saison 2019/20 ausspielen. Immerhin. Diese Relegation ist eine Art Geschenk, aber lieber würden wohl alle ohne dieses Geschenk auskommen, ohne eine Saisonverlängerung. Und weil die Dinge überaus kompliziert sind, versucht TSE-Coach Sascha Schmoll sie zu vereinfachen.

Evingsen schaut nur auf sich

„Wir brauchen nicht mehr hin und her zu philosophieren, was alles möglich wäre. Wir rechnen nicht. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Das bedeutet: Wir müssen gewinnen. Und dann schauen wir, was herauskommt“, sagt Schmoll. Es gilt die Konzentration auf sich selbst. Auch deshalb, weil der Gegner schwer einzuschätzen ist. 28:40 ging die TSE im Hinspiel unter. Es war ein ungünstiger Moment. Die SG durfte nach der WM-Pause Drittliga-Spieler einsetzen und brauchte gerade Punkte. Dumm gelaufen... Inzwischen aber sind die Wölfe gerettet. Wie viel Verve der Gast noch in die Waagschale wirft? Hilft er dem Mendener Nachbarn Bösperde? Lässt die SG es ruhiger angehen? Es ist schwer zu sagen. Klar ist, dass die TSE auf den Heimvorteil setzt. Auf die Zuschauer im Rücken („Schmoll: „Wir bauen im hoffentlich letzten Heimspiel noch einmal auf unsere Fans.“) und auf den Harzfrei-Vorteil. Handball ohne Harz schätzt der Gast nicht unbedingt.

In Letmathe, wo man auch keine Haftmittel benutzen darf, ging die Wölfe-Reserve 8:23 unter. „Wir schauen nur auf unser Spiel“, sagt Sascha Schmoll, der den kompletten Kader zur Verfügung hat – und plant trotzdem für den Sonntagabend eine Fahrt nach Wellinghofen ein. Denn der gar nicht so unwahrscheinliche Fall ist eben doch, dass sowohl Bösperde als auch die TSE am Samstagabend gewinnen könnten. Dann hängt alles von der HSG Lüdenscheid und ihrem Gastspiel in Dortmund ab. Gut möglich, dass dem Schlusslicht am Sonntag noch einmal eine Rekordkulisse beschert wird.

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