Handball, 3. Liga D

Vukas-Ausfall wiegt schwer: Erste Saisoniederlage für die SGSH Dragons

Trainer auf der Bank
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Erste Pflichtspielniederlage mit der SGSH: Mark Schmetz.

Handball-Drittligist SGSH Dragons geht nicht als Spitzenreiter ins absolute Topspiel am Samstag gegen die HSG Krefeld. In der 6. Runde verlor die SGSH die Tabellenspitze, musste beim Longericher SC beim 23:31 (13:13) die erste Niederlage einstecken. Die Krefelder dagegen hielten sich im Topspiel gegen Opladen beim 30:24 schadlos und grüßen nun von der Spitze.

Köln – Dass ein guter Torwart die halbe Miete ist – es ist eine dieser Weisheiten, die ein wenig old-school daherkommen, aber eben doch nicht komplett falsch sind. Dass die SGSH nach fünf Spieltagen mit 10:0 Punkten die Tabelle anführte, es war nicht nur, aber eben auch das Verdienst des kroatischen Ausnahmekeepers Ante Vukas. „Er ist halt einer der besten Torhüter in dieser Liga“, sagt SGSH-Coach Mark Schmetz.

In Köln-Chorweiler am Samstag musste die SGSH erstmals Vukas ersetzen. Die Leiste hatte bereits im Heimspiel gegen Essen II Probleme gemacht, doch vielleicht hätte es der Tausendsassa probiert gegen das Topteam a.D. aus Longerich. In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag indes verstarb Vukas‘ Vater, der Keeper reiste natürlich direkt nach Kroatien. Und fehlte der SGSH so am Samstag in der Halle der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule.

In den vergangenen Spielzeiten wäre ein Vukas-Ausfall für die SGSH eine bittere Pille gewesen, aber dahinter saßen seinerzeit Formella, Plessers oder Borchert. Doch im neuen Kader der SGSH ist vieles darauf ausgelegt, dass das Stammpersonal nicht ausfallen darf. Hinter Ante Vukas drängen in diesem Jahr A-Jugend-Keeper Michal Gorlas, Pius Hablowetz und der aus Varel gekommene FSJler Tjark Döscher nach. Ehrgeizige Jungkeeper, aber eben noch kein gestandenes Drittliga-Personal. In Köln gab‘s die Feuertaufe für die bis dahin eher in der Zuschauerrolle lernenden Youngster.

Vukas-Ausfall wiegt schwer: Erste Saisoniederlage für SGSH

„Sie haben ihre Sache so gut wie möglich gemacht, aber das Torwartduell an diesem Abend haben wir natürlich klar verloren“, sagt Mark Schmetz und will das auch gar nicht als Vorwurf an die Jungkeeper verstanden wissen. Sie in ein Spiel beim eigentlich als Topteam gehandelten LSC zu werfen, es war ein kühner Ansatz. Viele Paraden verzeichnete das sich abwechselnde Trio – Gorlas (bis 20.), Döscher (21. bis 50.) und Hablowetz (ab 51.) – nicht.

Und so war die Torwartleistung eben auch ein entscheidender Unterschied, denn Philipp Ruch auf Longericher Seite hielt so, dass an diesem Abend niemand im Kölner Lager Stammkeeper Valentin Inzenhofer vermisste. Unter anderem parierte Ruch drei Siebenmeter von Tobias Schetters (2) und Christopher Klasmann (1), aber eben noch einige Hochkaräter mehr. Letzteres ärgerte Mark Schmetz. „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt und hätten eigentlich eine Führung mit in die Pause nehmen müssen“, stellte der Niederländer fest. Doch Ruch verhinderte dies mit seinen Paraden. Zur Pause stand „nur“ ein 13:13 zu Buche.

Ich glaube nicht, dass viele Mannschaften in dieser Halle punkten werden. Wenn es Longerich erlaubt wird, so zu decken, wird es dort jeder Gegner schwer haben...

Mark Schmetz (Trainer SGSH)

Nach der Pause zogen die Kölner gestützt auf eine richtig starke 6:0-Abwehr und den guten Ruch mühsam und zäh auf 22:19 (45.) und 25:20 (50.) davon. „Ich glaube nicht, dass viele Mannschaften in dieser Halle punkten werden“, stellte Mark Schmetz später fest, „wenn es Longerich erlaubt wird, so zu decken, wird es dort jeder Gegner schwer haben.“ Die SGSH jedenfalls fand – auch angesichts fehlender Alternativen (Diehl und Bleckmann fehlten weiterhin) und schwindender Kraft bei den Leistungsträgern – keine probaten Mittel mehr gegen das LSC-Bollwerk. Und da es hinten schwierig blieb mit dem Toreverhindern, war das Spiel spätestens beim 28:21 (54.) gelaufen.

Erste Pflichtspielniederlage unter Trainer Mark Schmetz

Am Ende hieß es 31:23 – der LSC, für den der Schalksmühler Basti Lux seine ersten beiden Saisontore erzielte, feierte es nach dem 2:8-Punkte-Fehlstart als Befreiungsschlag. Die SGSH nahm die erste Pflichtspielniederlage überhaupt unter Trainer Mark Schmetz derweil mit einer gewissen Gelassenheit. Wohl auch deshalb, weil allen Beteiligten klar war: Ohne Ante Vukas wäre ein Sieg in Chorweiler einer veritablen Sensation gleichgekommen. Doch es war kein Abend für Sensationen.

Beste LSC-Werfer: Daniel Koenen (7), Lukas Schulz (6/3), Nico Pyszora (5) - beste SGSH-Werfer: Fabian Hecker (6), Christopher Klasmann (5/1), Moritz Frenzel (4)

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