Fußball

RSV-Wunsch: „Sportlich gerechte Lösung“

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Präses vor Baustellenkulisse: Dirk Rebein, Vorsitzender des RSV Meinerzhagen, plädiert für drei Aufsteiger in die Regionalliga.

Meinerzhagen – Kein Training, keine Spiele, dazu im speziellen Fall die Ungewissheit, ob es in der nächsten Saison um Regionalliga- oder weiterhin um Oberliga-Punkte gehen wird – der RSV Meinerzhagen, klassenhöchster Fußballklub der Region, hängt in diesen Tagen zwischen Baum und Borke. RSV-Vorsitzender Dirk Rebein nimmt zu den derzeit wichtigsten Themen beim Fußball-Oberligisten Stellung.

Herr Rebein, wir stehen hier auf der Baustelle im Stadion, wo ein Anbau ans bestehende Vereinsheim und eine neue überdachte Tribüne entstehen sollen. Wie schreiten die Arbeiten voran? Läuft alles wie geplant? 

Dirk Rebein: Wir sind mit dem aktuellen Baufortschritt sehr zufrieden. Die Tiefbauarbeiten für den Anbau sind abgeschlossen, nun geht es an die Errichtung des Mauerwerks. Außerdem ist mittlerweile ein Teil der Pflasterarbeiten am Aufgang zum Freibad abgeschlossen und wird ab dem kommenden Montag ein in den Sommermonaten zuletzt sehr großes Problem gelöst: Dann wird das Kunststoffgranulat aus dem Kunstrasen herausgesaugt und durch eine Sandverfüllung ersetzt. Wir hatten in den vergangenen Jahren ja das Problem, dass das Kunststoffgranulat bei wärmeren Temperaturen sehr stark verklumpt ist und sich dann unter den Schuhen der Spieler festgesetzt hat. 

Eine Baustelle anderer Art ist in der Corona-Krise auch die finanzielle Situation der Sportvereine, für die das Land ja bereits ein Soforthilfepaket geschnürt hat. Wie sieht es denn beim RSV angesichts der fehlenden Einnahmen aus den Heimspielen aus? 

Dirk Rebein: Natürlich tun uns die fehlenden Gelder aus Eintritt und Verzehr sehr weh – der Zuschauerzuspruch liegt schließlich bei etwa 500 Besuchern pro Heimspiel. Aus dem Topf der Landesregierung haben wir aber keine Mittel beantragt. Das zur Verfügung gestellte Geld ist ja in allererster Linie für Vereine gedacht, denen kurzfristig die Zahlungsunfähigkeit droht – und noch sind wir in der glücklichen Lage, dass das bei uns nicht der Fall ist. 

Die Meinerzhagener Oberliga-Kicker sind größtenteils Vertragsspieler; die entsprechenden Kosten für den Verein laufen weiter. Ist da eine Gehaltsreduzierung zur Entlastung des Klubs ein Thema? 

Dirk Rebein: Die ist nicht nur Thema, sondern wird bei uns bereits praktiziert: Unsere Vertragsamateure verzichten auf 30 Prozent ihrer Bezüge. Dass sich die Mannschaft derart unproblematisch und geschlossen dazu bereit erklärt hat, finde ich bemerkenswert und macht uns gleichermaßen froh wie stolz.

Das spannendste Thema für Ihren Verein ist natürlich die Situation der 1. Mannschaft. Der Saisonabbruch ist FLVW-weit nunmehr beschlossene Sache, noch völlig ungeklärt ist aber die Frage nach den Aufsteigern – und da ist der RSV als Tabellenzweiter mittendrin... 

Dirk Rebein: Das grundsätzliche Problem liegt ja darin, dass bei einer nicht zu Ende geführten Saison nur Teilszenarien bewertet werden können. Da ist es auch egal, nach welcher Variante abgerechnet wird (zur Debatte steht die Saisonwertung nach der Hinrunde oder nach der aktuellen Tabelle, d. Red.) und ob man eine Quotientenregelung wie im Handball anwendet. In der Oberliga trennen die drei Spitzenmannschaften Wiedenbrück, Ahlen und Meinerzhagen nur Kleinigkeiten – da kann schon ein Heimspiel, das man mehr oder weniger bestritten hat als die Konkurrenz, ausschlaggebend sein. Deshalb plädieren wir dafür, dass bei einem vorzeitigen Saisonende nicht nur die ersten zwei, sondern die ersten drei Mannschaften aufsteigen. Das wäre eine sportlich gerechte Lösung, und wir sind überzeugt, dass die Verbandsfunktionäre das ähnlich sehen werden. Wir vertrauen den Herren in Kaiserau da völlig. 

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