Handball

Vorreiterrolle: Handballkreis stellt Konzept für virtuelle Wettkämpfe vor

Portrait Handball-Funkionär Markus Schürhoff
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Kreislehrwart Markus Schürhoff erläuterte in der Videokonferenz die Pläne des Kreises.

Im Rahmen einer Videokonferenz hat der Jugend-Ausschuss des Handballkreises Lenne-Sieg sein Konzept für die virtuellen Wettkämpfe für den Nachwuchs vorgestellt. Nun sollen die Vereine Mannschaften melden.

Kreisgebiet – Die Verantwortlichen des Kreisjugend-Ausschusses im Handballkreis Lenne-Sieg haben die Karten auf den Tisch gelegt, nun sind die Vereine am Zug: Nach der Absage der Jugend-Spielzeit 20/21 im Handballkreis soll nun ab Januar durch virtuelle Wettbewerbe im Altersbereich von den C- bis zu den F-Junioren zumindest ein Minimum an Aktivitäten und Kontakten die Zeit bis zu einem Restart in den Sporthallen überbrücken.

Am Freitagabend stellten Kreislehrwart Markus Schürhoff (Olpe), Kreisjugendwart Axel Jacobi (Erndtebrück) und Kreismädchenwart Jörg Menzel (Attendorn) ihr Konzept für diese Wettbewerbe im Rahmen einer Videokonferenz, an der mehr als 30 Interessierte teilnahmen, konkret vor.

Schürhoff erklärte noch einmal die Saisonabsage, verwies darauf, dass man auf die Fallzahlen in drei bis vier (beim kreisübergreifenden Spielbetrieb) politischen Kreisen schauen müsse. Auch darauf, dass bereits Ostern, also in Kalenderwoche 13 des Jahres 2021, der Jahrgangswechsel im Jugendbereich anstehe.

Handballkreis stellt Konzept für virtuelle Wettkämpfe vor

„Deshalb bekommen wir auch keine Einfachrunde hin“, sagte der Olper, „dass heißt aber nicht, dass keine Handballspiele stattfinden sollen, wenn es wieder möglich und vertretbar sein sollte.“ Angemeldete Freundschaftsspiele – auch zum Zweck, junge Schiedsrichter testen zu können – wünscht sich der Kreis. Generell aber stellte Schürhoff klar: „Im Moment geht es vor allem um ein Fairplay gegenüber den Mitmenschen. Es gibt wichtigere Themen als ein Handballspiel.“

Die virtuellen Wettbewerbe sieht der Lehrwart als „guten Weg, um in Kontakt zu bleiben – sowohl intern in den Vereinen als auch mit anderen Klubs“. Der Kreis Lenne-Sieg ist eine Art Trendsetter in Westfalen. Bei der Planung der Wettbewerbe hat er sich auch von Verbandslehrwart Olaf Grintz (Bielefeld) beraten lassen.

Der habe die Idee klasse gefunden, berichtete Schürhoff. In Ostwestfalen, dem „gelobten Land“ des Handballs in Westfalen, ist man noch nicht so weit – hat aber Interesse, von den Erfahrungen im südlichsten Teil des Verbandsgebietes zu lernen. Auch Online-Vergleichswettkämpfe gegen die Ostwestfalen sind angedacht...

Erfolgreicher Praxistest mit Attendorner Mädchen

Die Eckdaten zu den geplanten Wettkämpfen stellten Markus Schürhoff und Jörg Menzel, der auch von einem erfolgreichen Praxistest mit den Mädchen der SG Attendorn-Ennest berichtete, anschließend vor (siehe Info-Kasten). Nun ist es an den Vereinen, ihre Mannschaften für diese Wettkämpfe zu melden. Die Resonanz am Freitagabend war überaus positiv. Gerade aus dem südlichen Kreisgebiet gab es viel Lob für das Engagement des Jugend-Ausschusses.

Die virtuellen Wettkämpfe im Handballkreis Lenne-Sieg sollen wie folgt aussehen:

  • Angeboten werden sollen Wettbewerbe bei den C-, D-, E- und F-Junioren.
  • Eine Mannschaft sollte aus maximal sechs Personen bestehen, damit es auf der Video-Plattform nicht unübersichtlich wird – ein Tauschen bzw. Auffüllen aus anderen Teams soll bei Engpässen möglich sein.
  • Jede Mannschaft soll einen erwachsenen Mannschafts-Verantwortlichen haben, der als Ansprechpartner dient.
  • Der Kreis setzt die Wettkämpfe offiziell im Internet an, es soll eine Tabelle mit den Ergebnissen gepflegt werden.
  • Beim Wettkampf wird aus einem Katalog der 13 Übungen, die Kreismädchenwart Jörg Menzel aus dem Grundlagentraining des DHB (bis zum Alter von 14 Jahren) zusammengestellt hat, fünf ausgelost oder gewürfelt werden. Diese Übungen sind dann von allen Mitgliedern beider Teams zu absolvieren. Für die Übungen werden Punkte vergeben. Eine Wochenaufgabe soll dazu kommen.
  • Zum Übungskatalog („schneller Einstieg, nicht zu kompliziert) zählen zum Beispiel Unterarmliegestütze, das Kreises eines Balles um den Bauch (auf einem Bein stehend), das Hochwerfen und wieder Fangen von Äpfeln oder Apfelsinen, das Zielwerfen mit Socken oder auch eine Körperwaage.
  • Die Übungen werden den Vereinen in einem entsprechenden Katalog zur Verfügung gestellt – außerdem sollen Erklärvideos mit der korrekten Ausführung der Übung beim Wettkampf vorgestellt werden.
  • Die Wettkämpfe sollen – wenn möglich – im Rahmen der üblichen Trainingszeiten der Mannschaften stattfinden. Wenn möglich, sollen die Teams in gleichfarbigen Sport-Shirts antreten, damit die Spieler in der Videokonferenz klar den entsprechenden Teams zugeordnet werden können.
  • Der Kreis Lenne-Sieg hat einen Server für die Wettkämpfe angemietet – hier soll alles in einem geschlossenen, passwort-geschützten Raum stattfinden, damit Probleme mit dem Datenschutz ausgeschlossen werden können.

Und im Altkreis Lüdenscheid? Carsten Luda, der für die SGSH Dragons an der Konferenz teilnahm, bewertet die Idee positiv. „Wir haben zum Beispiel bei den A-Junioren sehr gute Erfahrungen mit Online-Training gemacht“, sagt er, bleibt aber ein wenig skeptisch, was die Umsetzung des Formats in Wettkämpfen angeht, „aber wir werden es unseren Mannschaften anbieten – mal sehen, wer dazu Lust hat.“

„Ansätze und Ideen gut, Wettkämpfe für Minis nicht nötig“

Dirk Schroller, F-Jugend-Trainer der HSG Lüdenscheid und als Leiter eines Kindergartens vom Fach, sah auch viele positive Ansätze, will die Übungen online mit seinen Schützlingen erproben. „Aber ich glaube nicht, dass ich das in diesem Altersbereich als Wettkampf oder Challenge brauche“, sagt er, „vielleicht sieht das bei der E- oder D-Jugend anders aus.“

Schroller, der 35 Kids im F-Jugend-Training hat, glaubt, die Kontakte und Begeisterung auch so überretten zu können bis zum Restart: „Aber als Hilfestellung fürs Training ist das sicherlich sehr gut, was der Kreis da am Freitag vorgestellt hat.“

Die Vereine können ihre Teams ab sofort melden – bis zum 21. Dezember. Dann findet um 18.30 Uhr eine weitere Video-Konferenz statt, nach der es ganz konkret an die Planung der ersten Wettkämpfe gehen soll.

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