Handball, 3. Liga

Von 83 Mannschaften zurück auf 60: Vermehrter Abstieg in der 3. Liga

Handball Zweikampf
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Die SGSH Dragons müssen sich in den nächsten beiden Drittliga-Jahren darauf einstellen, dass es mehr Absteiger als üblich geben wird.

Die 3. Liga der Handballer hat durch Aussetzung der Abstiege in zwei Spielzeiten deutlich mehr Mannschaften als vor der Corona-Pandemie. Der DHB hat nun einen konkreten Plan, die Dinge zur Regelstärke zurückzuführen. In zwei Jahren.

Schalksmühle – Am 30. Juni wird Andreas Tiemann, Vorsitzender der Spielkommission der 3. Liga im Deutschen Handball-Bund und Staffelleiter der Drittliga-Staffeln der Männer, die Vereine zu digitalen Staffeltagen bitten. Um 19 Uhr tagen die Teilnehmenden am Frauen-Spielbetrieb, um 20.30 Uhr die Männer-sparte, in der auch die SGSH Dragons dabei sein werden. Business as usual nach mehr als einem Jahr im Corona-Krisenmodus.

Vor diesem Krisenmodus hatte die 3. Liga der Männer 64 Mannschaften in vier Staffeln. Seitdem sind Abstiege ausgesetzt, Aufstiege aber trotzdem ermöglicht worden. In der Saison 20/21 waren es bereits 72 Mannschaften. Für die Saison 21/22 steht die genaue Teilnehmerzahl erst fest, wenn klar ist, welche Landesverbände tatsächlich Aufsteiger melden werden, was in den nächsten Tagen geschehen soll. Das Szenario mit 85 Mannschaften, das der DHB in dieser Woche in seinen langfristigen Planungen vermeldete, wird es dabei zwar nicht geben, aber es könnte auf 83 Teams hinauslaufen (wir berichteten). Das ist auch eine große Zahl.

Was neu ist: Der DHB hat bereits vor den Staffeltagen sowohl für die Männer als auch für die Frauen definiert, wie er die Rückführung auf eine Vor-Corona-Sollstärke realisieren möchte. Und sogar noch mehr.

Von 83 Mannschaften zurück auf 60: Vermehrter Abstieg in der 3. Liga

Von den wahrscheinlich 83 Mannschaften soll es in zwei Spielzeiten zurückgehen auf 60 Mannschaften. Das wären dann sogar vier weniger als vor der Corona-Zeit. Konkret will der DHB die Drittliga-Saison 22/23 bei den Männer mit nur noch 72 Mannschaften angehen, die Drittliga-Saison 23/24 mit 60 Teams. Bei den Frauen laufen die Planungen analog von 74 Mannschaften nach dem ersten Jahr auf 60 Teams, nach dem zweiten Jahr auf 42. Das wären dann sogar 17 Mannschaften weniger als vor der Corona-Zeit.

Was das konkret bedeutet für die Männer? Zwar steht die Zahl der Staffeln für die neue Saison noch nicht fest, möglich aber wäre es zum Beispiel, dass der DHB auf Zwölfer-Staffeln setzt – sieben Staffeln wären es in diesem Fall. Da in der Regel mit zwölf Aufsteigern aus den Landesverbänden zu rechnen ist, wurden hier in der Vergangenheit stets zwölf Absteiger (nach alten Spielmodell drei Mannschaften pro Staffel) kalkuliert. Bei einer Rückführung von zum Beispiel 83 Mannschaften auf 72 Teams würden aus zwölf Regel-Absteigern 23. Bei sieben Staffeln wären dies 3,28 Absteiger pro Staffel, mehr als ein Drittel des Bestandes.

Im zweiten Jahr wären es sogar 24 Regel-Absteiger. Bei dann nur noch 72 Mannschaften als Grundstock (z.B. sechs Zwölfer-Staffeln) wären dies dann sogar vier Absteiger pro Staffel, genau ein Drittel des Staffel-Bestandes.

Auch aus der 2. Bundesliga kommen mehr Absteiger dazu

Es ist ein ambitioniertes Vorgehen des DHB, das noch ambitionierter wird mit Blick auf die Konstellation in 1. und 2. Bundesliga: Da die 1. Bundesliga auf 18 Mannschaften reduziert wird, wird die 2. Bundesliga die nächste Saison trotz der angestrebten Reduzierung der Mannschaftszahl mit 20 Teams angehen müssen. Auch in der 2. Bundesliga gibt es indes das Ziel, auf die Regelstärke von 18 Mannschaften zurückzukehren. Also werden aus der 2. Bundesliga in der nächsten Saison auch mehr Teams absteigen als üblich – und dies erhöht zusätzlich die Zahl der Absteiger aus der 3. Liga um zwei. In der nächsten Saison wären es also theoretisch sogar 25 Regel-Absteiger...

Kurzum: Es dürfte Redebedarf geben am 30. Juni bei den digitalen Zusammenkünften. So sehr sich viele Teams zuletzt über den Klassenerhalt und in den Landesverbänden über Aufstiege gefreut haben, so wenig dürfte sie der Blick auf die Herausforderungen der nächsten beiden Jahre freuen...

Vormann: „Kann auf Dauer nicht funktionieren“

Rückführung der 3. Liga der Männer auf 60 Mannschaft binnen zwei Jahren: „Das ist schon heftig“, sagt der Sportliche Leiter der SGSH Dragons, Axel Vormann, „andererseits ist es ja auch der Wahnsinn, mit mehr als 80 Mannschaften in die Saison zu gehen. So ist es letztlich der Situation geschuldet – mit so vielen Mannschaften kann es ja auf Dauer nicht funktionieren.“ Vormann ist gespannt, nach welchem Modus bei welchem Staffelmodell die Auf- und Abstiegsfrage beantwortet werden sollen. Insofern blickt er dem digitalen Staffeltag am 30. Juni sehr gespannt entgegen.

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