Ein Tag wie im Traum auf der internationalen Bühne

Das Siegerbild mit der Chefin des Sponsors Masterhorse: Trainerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels (links), Jolina Ossenberg-Engels (Zweite von links), Timo Gerdes (Zweiter von rechts) und natürlich der Dragoner des Altenaer Duos.

Stuttgart -  Die Tränen konnten sich Timo Gerdes und Jolina Ossenberg-Engels dann doch nicht verkneifen. Als am Sonntag die Nationalhymne erklang, fiel alle Spannung der letzten Tage ab. Das Voltigierduo aus Altena siegte souverän in der Stuttgarter Schleyerhalle.

Von Lydia Machelett

Schier mühelos deklassierten die Burgstädter die anderen Teilnehmer – darunter unter anderem die Vize-Europameister aus Italien, Lorenzo Lupacchini und Erika Di Fonti. Doch einen Haken hatte die ganze Sache. Das als Weltcup-Prüfung deklarierte Turnier wurde herabgestuft zu einem Masterclass-Turnier.

Anpassungen ans Weltcup-System seien Schuld daran, hieß es kurzfristig vom Veranstalter. „Unserem Erfolg tut das keinen Abbruch. Das waren Weltcup-Bedingungen und ein entsprechendes Starterfeld. Ob es nun Weltcup oder Master-Class heißt, macht für uns keinen Unterschied“, sagte Trainerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels im Anschluss. Gerdes und Ossenberg-Engels zeigten die wohl perfektesten zwei Durchgänge der Saison. Nichts war davon zu spüren, dass die beiden Shootingstars zum ersten Mal in ihrem Leben auf so einem Turnier starteten.

Anfang der Saison kannte sie so gut wie niemand. Vom absoluten Außenseiter zum internationalen Spitzenreiter binnen weniger Monate – das schaffen nur wenige. Und auch in Stuttgart waren ganz klar die Italiener die Favoriten. Nach der Absage des Weltmeisterpaares aus Österreich hatten jedoch auch schon einige die Altenaer auf dem Zettel. Allen voran Bundestrainerin Ulla Ramge. Sie hoffte von Anfang an, dass ihre Schützlinge weit vorne landen würden. Erst seit gut drei Monaten sind die Altenaer überhaupt im Bundeskader der Voltigierer.

Die Hoffnung auf weitere Weltcup-Starts

Vor zwei Jahren starteten sie erstmals zusammen. Von da an ging es steil bergauf. In dieser Saison dann der Durchbruch. Erst ein Sieg im italienischen Fossalta, dann ein zweiter Platz im altländischen Krumke und ein vierter Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Es folgte die Berufung in den Bundeskader und weiter ging es bergauf. Am Wochenende nun verzauberten die Burgstädter das Stuttgarter Publikum mit ihrem akrobatischen Liebestanz auf dem Pferderücken. Mit deutlichem Vorsprung und Höchstnoten im Bereich Technik und Artistik deklassierten die Altenaer damit die Konkurrenz.

„Anfang der Saison haben wir davon nur zu träumen gewagt. Und jetzt stehen wir hier. Das ist schon ein Moment, den ich sicherlich nie vergessen werde“, sagte Timo Gerdes nach dem Wettbewerb. Nun liegt es an der Bundestrainerin, ob die Altenaer noch an weiteren Weltcup-Prüfungen teilnehmen dürfen. Nach der Leistung des Wochenendes besteht jedoch aller Grund zur Hoffnung.

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