„Es ist Zeit für etwas Neues“

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Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes haben jahrelang Zuschauer und Richter verzückt und international einige Erfolge gefeiert. Nun aber gehen die Spitzenvoltigierer aus der Burgstadt getrennte Wege.

Altena - Sie galten als eines der Traumpaare des internationalen Voltigiersports. Ihre akrobatische Liebesgeschichte zu Pferde bewegte über Jahre zahlreiche Anhänger in ganz Europa. Doch jetzt ist Schluss. Nach Romeo und Julia, Jeanny und Titanic wird es keine Fortsetzung mehr geben. Künftig gehen Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes vom Reitverein Altena getrennte Wege.

Es war ein ereignisreiches Jahr für die Doppelvoltigierer aus der Burgstadt. Das verpatzte Weltcup-Finale in Dortmund, eine herausragende Saison mit tollen Erfolgen bei den wichtigsten Voltigierturnieren in Aachen und Krumke, die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft in Elmshorn. Doch immer wieder gab es auch Rückschläge. Der schlimmste Rückschlag war sicherlich die vom Fachpublikum durchaus umstrittene verpasste Nominierung für die Weltreiterspiele in Tryon in den USA. Die Weltmeisterschaft, die nur alle vier Jahre stattfindet, war das ganz große Ziel der Altenaer. Darauf hatten sie sich monatelang vorbereitet, unzählige Stunden trainiert. Entsprechend groß war die Enttäuschung. Es galt, sich neu zu orientieren.

„Wir werden als Doppel eine Pause einlegen. Nicht, weil wir uns nicht vertragen oder sonst etwas. Es ist einfach Zeit, neue Wege zu gehen“, erklärte ein sichtlich bewegter Timo Gerdes. Er wird in den kommenden Wochen an die Ostsee ziehen. Er tritt eine Stelle als Personaltrainer in einem großen Hotel an. „Das Voltigieren hat über Jahre mein Leben bestimmt. Es gab nicht viel drumherum. Doch davon kann man nicht leben. Also ist es einfach an der Zeit, seinen Platz in der Welt außerhalb des Sports zu finden“, erklärte Gerdes. Weiter voltigieren wird er vorläufig nicht. Auch wenn es ihm schwer fällt. „Es ist ein toller Sport. Wir haben viele Erfolge gefeiert, sind gereist und es sind echte Freundschaften fürs Leben entstanden. Das Voltigieren hat mich geprägt. Es fällt mir unendlich schwer“, gibt der Voltigierer zu.

Seine Partnerin Jolina Ossenberg-Engels wird dem Sport treu bleiben und im Team sowie im Einzel starten. „Auch für mich beginnt ein neuer Abschnitt. Ich will mich mehr aufs Studium konzentrieren. Es ist Zeit für etwas Neues.“ So ganz ohne Sport geht es für sie jedoch nicht. Daher möchte sie sich im Einzel international etablieren. Schon als Juniorin war sie alleine erfolgreich. Ob Jolina Ossenberg-Engels an diese Erfolge anknüpfen kann, das wird die kommende Saison zeigen. Die nationale Konkurrenz ist extrem stark und insbesondere in der Pflicht muss die 22-Jährige noch eine Schippe drauflegen, um vorne mitzuturnen. Der erste internationale Start ist im Frühjahr in Italien geplant.

Und ist ein Comeback mit Gerdes ausgeschlossen? „Für den Weltcup definitiv. Und danach ist es sehr unwahrscheinlich. Aber ganz ausschließen würden wir es noch nicht“, sagte Trainerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels.

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