Spielabbruch beim Volleyball

Gelbe Karte, Rote Karte und Disqualifikation

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Vorzeitig verließen Anatoli Janzen und seine Mitspieler das Spielfeld.

Lüdenscheid -   Ein ungewöhnliches Ergebnis, ein noch ungewöhnlicherer Spielverlauf – die Partie der Lüdenscheider in Witten gegen die TSC Eintracht Dortmund II endete kurz nach Beginn des zweiten Satzes vorzeitig.

Auslöser für Spielertrainer Anatoli Janzen und die LTVer, vom Feld zu gehen, sei nach Janzens Worten das Verhalten des vom Liga-Konkurrenten TuS Stockum Ruhrvolleys gestellten Schiedsgerichts gewesen.

„Das war eine Entscheidung unserer ganzen Mannschaft. So geht das nicht“, erregte sich Janzen auch noch mit zwei Tagen Abstand. Neben der Niederlage setzte es auch eine Rote Karte für den Lüdenscheider Michael Wiebe und eine Disqualifikation für seinen Mitspieler Sergej Ridler.

Es war eine Auseinandersetzung mit vermeintlicher Vorgeschichte: Am ersten Spieltag zeigte ein Stockumer Schiedsrichter dem LTV-Spielertrainer „rot“, die Gründe waren Janzen, der nach eigenen Angaben seinerzeit mit einem Mitspieler und nicht mit dem Schiedsgericht geschimpft hatte, nicht klar geworden. Auch gegen Dortmund pfiffen die Stockumer Unparteiischen eine Reihe technischer Fehler des LTV ab, die die Lüdenscheider nicht nachvollziehen konnten. Auch Roland Broll, Spielertrainer der Dortmunder, äußerte im Gespräch mit unserer Zeitung die Meinung, dass die Stockumer als Schiedsrichter für eine untere Spielklasse wie die Bezirksliga ungewöhnlich strenge Maßstäbe anlegen würden: „Die machen manchmal eine Wissenschaft daraus.“ Gegen sein Team habe es ebenfalls einige hart ausgelegte Pfiffe wegen technischer Fehler gegeben. „In höheren Ligen kann man das mit Sicherheit so pfeifen.“

Peter Wiesner, Volleyball-Abteilungsleiter des TuS Stockum, der selbst nicht in der Halle war, verteidigte wiederum das Schiedsgericht: „Meine Leute haben alle einen C- oder einen B-Schiedsrichter-Schein.“ Die Wittener kämen als Unparteiische bei Spielen auf der Ebene des Deutschen Volleyball-Verbandes zum Einsatz.

Zum Spiel selbst: Nachdem die Eintracht-Reserve den ersten Satz 25:23 gewonnen hatte, gab es nach Janzens Worten die nächsten Auseinandersetzungen beim Seitenwechsel: Die Schiedsrichter bestanden darauf, dass die Teams seitlich am Feld vorbeigehen sollten, die Spieler hielten sich nicht daran. Nach Brolls Worten wäre es in dem zur Verfügung stehenden Hallen-Drittel gar nicht so möglich gewesen, wie sich die Referees das vorgestellt hatten. Einem Wortwechsel folgte eine Gelbe Karte gegen die 61er zu Satzbeginn. Wenig später – die Lüdenscheider führten knapp – unterlief LTV-Libero Michael Wiebe ein Fehler bei der Annahme. Aus Wut über sich selbst – so die übereinstimmende Aussage von Janzen und Broll – warf Wiebe den Ball gegen die Hallenwand, fing ihn wieder auf, rollte ihn dann zu den Dortmundern hinüber – und sah die Rote Karte. Nach Wiesners Worten eine Unsportlichkeit, die wegen der vorausgegangenen Gelben Karte mit „rot“ zu ahnden war – aber selbst für Roland Broll hätte es eine mündliche Ermahnung getan.

Die Lüdenscheider berieten sich danach, entschieden sich dafür, das Spiel abzubrechen. Beim Verlassen des Spielfelds sahen die Referees dann einen versuchten Kopfstoß Sergej Ridlers gegen ein Mitglied des Schiedsgerichts und sprachen eine Disqualifikation aus. Janzen erklärte, er wisse nicht, warum die Disqualifikation ausgesprochen wurde, Broll sagte, er persönlich habe den angeblichen versuchten Kopfstoß nicht gesehen, nur davon gehört. Der Lüdenscheider Spielertrainer legte jedenfalls Protest ein, erwartet jetzt die Entscheidung der Staffelleitung auch hinsichtlich möglicher Sperren für das nächste Spiel des LTV am Sonntag. Gegner der Lüdenscheider: die Ruhrvolleys des TuS Stockum...

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